So., 08.10.2023 , 12:47 Uhr

Bayern: Entsetzen nach Terrorangriff auf Israel

Der tödliche Terrorangriff der Hamas auf Israel hat Entsetzen ausgelöst - auch in Bayern. Die deutsch-israelische Gesellschaft in Nürnberg und der bayerische Antisemitismusbeauftragte fordern nun Solidarität.

Die Stiftung Bayerische Gedenkstätten hat den tödlichen Terrorangriff der Hamas auf Israel scharf verurteilt. «Wer in dieser Brutalität Zivilisten ermordet und sogar Leichen schändet, der hat jeglichen Anspruch auf Glaubwürdigkeit verloren», sagte Stiftungsdirektor Karl Freller am Sonntag in München. Die Weltgemeinschaft und vor allem Europa müsse große Solidarität mit Israel zeigen und alle Anstrengungen unternehmen, damit die von den Palästinensern gefangenen Geiseln wieder freikommen. «Wir fühlen in Sorge mit den betroffenen Familien und versichern unsere Anteilnahme an dem tiefen Leid, das der brutale Überfall ausgelöst hat.»

CSU-Politiker Freller, der auch Landtagsvizepräsident ist, zeigte sich wegen des Abraham-Abkommens besorgt, das eine politische Annäherung arabischer Staaten an Israel zum Ziel hat. Dieses Abkommen gelte es, zu festigen, sagte der Direktor der Stiftung, die für die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg verantwortlich ist und nach eigenen Angaben viele Verbindungen zu Familien in Israel pflegt.

Bis 2020 waren Ägypten und Jordanien die einzigen arabischen Staaten, die diplomatische Beziehungen zu Israel unterhielten. Dann unterzeichneten die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain als erste Golfstaaten überraschend Annäherungsabkommen. Im Rahmen der sogenannten Abraham-Abkommen kündigten auch Marokko und der Sudan eine Normalisierung ihrer Beziehungen zu Israel an.

Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle (CSU) forderte, als Zeichen der Solidarität vor öffentlichen Gebäuden israelische Flaggen zu hissen. Der Terrorangriff sei hinterhältig und Israel habe jedes Recht auf Selbstverteidigung, betonte er.

Die deutsch-israelische Gesellschaft Nürnberg-Mittelfranken (DIG) rief die öffentliche Hand auf, alle Fördermittel mit Palästina-Bezug zu prüfen. Zudem müssten Bund, Länder und Kommunen rigoros gegen einschlägige Palästinenserorganisationen vorgehen. Entsetzt zeigte sich die DIG von Bildern aus sozialen Netzwerken: Erschüttert und sprachlos erlebe man eine Kultur, bei der Hunderte tanzend und johlend zum Beispiel einen Jeep begleiteten, auf dessen Pritsche der geschundene Körper einer jungen Frau liege, bespuckt von Umstehenden, Hamas-Terroristen auf ihr sitzend. Das seien «Aufnahmen aus der Hölle» eines internationalen Mobs, der das Töten von Juden feiere.

Die islamistische Hamas, die von der EU, den USA und Israel als Terrororganisation eingestuft wird, hat Israel am Samstagmorgen massiv attackiert. Bei den überraschenden Angriffen mit Tausenden Raketen auf israelische Ortschaften starben rund 300 Menschen, etwa 1600 wurden nach Medienberichten verletzt. Dutzende Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt, darunter Frauen, Kinder und alte Menschen. Die israelische Luftwaffe reagierte mit einem Beschuss, bei dem nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza bislang mehr als 300 Menschen starben und knapp 2000 Palästinenser verletzt wurden.

dpa

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