E.ON und die BMW Group sind mit dem Bayerischen Energiepreis 2026 in der Kategorie „Innovative Infrastrukturprojekte“ ausgezeichnet worden. Prämiert wurde das gemeinsam entwickelte Vehicle-to-Grid-Angebot (V2G), das Elektroautos erstmals als flexible Energiespeicher in das Energiesystem integriert. Die Auszeichnung wurde am 8. Juli in München von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger überreicht.
Mit dem gemeinsamen Angebot von E.ON und BMW wird das bidirektionale Laden erstmals als kommerzielle Lösung für Privatkundinnen und Privatkunden in Deutschland angeboten. Dabei werden Elektroautos nicht nur geladen, sondern können bei Bedarf auch Strom wieder ins Netz einspeisen. Dadurch tragen sie zur Stabilisierung des Stromnetzes bei und unterstützen die Nutzung erneuerbarer Energien.
Hubert Aiwanger erklärte: „Mit dem Energiepreis machen wir sichtbar, was für das Gelingen der Energiewende entscheidend ist: mutige Ideen, technologische Spitzenleistungen und praxistaugliche Lösungen. Die Auszeichnung schafft Aufmerksamkeit für Projekte, die Energie effizienter nutzen, Erneuerbare Energien intelligenter integrieren und neue Wege für eine nachhaltige Versorgung aufzeigen.“
Marcus Krieg, Vice President New Business bei BMW, betonte: „Der Bayerische Energiepreis bestätigt, dass Vehicle-to-Grid den Schritt von der technologischen Möglichkeit in die praktische Anwendung schafft. Gemeinsam mit E.ON haben wir gezeigt, wie sich die Flexibilität von Elektrofahrzeugen bereits heute in ein marktfähiges Angebot überführen lässt. Gleichzeitig stehen wir bei der breiten Einführung dieser Technologie noch am Anfang. Um das volle Potenzial von Vehicle-to-Grid zu erschließen, müssen wir gemeinsam mit Politik, Regulatorik und Marktpartnern die Voraussetzungen für eine Skalierung weiter vorantreiben.“
Auch E.ON Energie Deutschland sieht in der Zusammenarbeit einen wichtigen Schritt für die Energiewende. CEO Filip Thon sagte: „Die Auszeichnung zeigt, dass innovative Partnerschaften entscheidend sind, um die Energiewende voranzubringen. Mit unserem Angebot ermöglichen wir es Kundinnen und Kunden erstmals, ihr Elektroauto als Energiespeicher zu nutzen, aktiv am Energiemarkt teilzunehmen und so Geld zu verdienen. Bislang wurden Mobilität und Energiesystem getrennt betrachtet – wir bringen sie im Sinne der Energiewende in ein intelligentes Zusammenspiel und freuen uns, dass dieser innovative Ansatz durch den Bayerischen Energiepreis anerkannt wird.“
Das gemeinsame Vehicle-to-Grid-Angebot ist seit Frühjahr 2026 für Privatkundinnen und Privatkunden verfügbar. Nutzerinnen und Nutzer, die ihr Elektroauto für das bidirektionale Laden bereitstellen, können laut Unternehmen eine Vergütung von bis zu 720 Euro pro Jahr erhalten. Zusätzlich wird jede ins Stromnetz zurückgespeiste Kilowattstunde vergütet. Nach Angaben der Unternehmen kann der Bonus – abhängig von der Fahrzeugkonfiguration – den Strombedarf für rund 12.000 bis 14.000 Kilometer Fahrleistung im Jahr abdecken.
Der Bayerische Energiepreis wird seit 1999 vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie vergeben. Ausgezeichnet werden Projekte, die einen besonderen Beitrag zu Energiewende, Energieeffizienz und Klimaneutralität leisten. Bewertet werden unter anderem Innovationsgrad, Wirtschaftlichkeit, praktische Umsetzbarkeit und die Übertragbarkeit auf weitere Anwendungen.
Die Auszeichnung unterstreicht nach Angaben der Unternehmen die zunehmende Bedeutung von Vehicle-to-Grid und weiteren Everything-to-Grid-Ansätzen für zukünftige Energiesysteme. Auch das World Economic Forum zählt die stärkere Einbindung von Fahrzeugen, Gebäuden und weiteren dezentralen Ressourcen in das Energiesystem zu den zehn wichtigsten Zukunftstechnologien des Jahres 2026. Das gemeinsame Angebot von BMW und E.ON gilt als Beispiel dafür, wie diese Technologie bereits heute praktisch eingesetzt werden kann.
Pressemitteilung / MF