Fr., 01.07.2022 , 17:42 Uhr

Bayern: Doch keine Bestätigung für Besuche in Pflegeheimen und Kliniken nötig

Bayern will die Verwirrung über kostenlose Corona-Testmöglichkeiten für Besuche in Kliniken und Pflegeheimen schnell beenden.

Das Gesundheitsministerium in München will dafür die Teststellen darüber aufklären, dass die Besucher der Einrichtungen auch künftig ohne Bescheinigung der Kliniken oder Heime einen Gratis-Test erhalten können.

Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) hatte zuvor am Freitag erklärt, dass am Wochenende ein Chaos bei den Kliniken zu befürchten sei, wenn viele Besucherinnen und Besucher eine Bescheinigung an der Klinikpforte verlangten. Solche Dokumente könnten die Krankenhäuser nicht im großen Stil ausstellen. «Es ist weder Personal noch Logistik dafür vorhanden», sagte er.

Auslöser ist die neue Verordnung, durch die die Kosten für die Schnelltests reduziert werden sollen. Kostenlose Tests für alle sind seit dieser Woche abgeschafft. Nur noch bestimmte Gruppen wie eben die Klinik- und Heimbesucher bekommen kostenlos die Leistung. Andere wie beispielsweise Besucher von Veranstaltungen in Hallen oder Menschen mit roter Corona-Warn-App können für drei Euro Zuzahlung Tests erhalten. Von den restlichen Nicht-Berechtigten verlangen die Betreiber der Test-Zentren den vollen Preis - dies sind je nach Anbieter etwa zwischen 10 und 15 Euro.

Zwar hatte das Bundesgesundheitsministerium erklärt, dass die Besucher der Patienten ihre Berechtigung auch auf anderem Wege beweisen könnten, gleichzeitig aber eine Muster-Bestätigung als Vorlage auf die Internetseite gestellt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Donnerstag im ZDF nochmals erläutert: «Wenn beispielsweise die Großmutter in der Pflegeeinrichtung ist, dann braucht man von der Pflegeeinrichtung ein Formblatt, was unterschrieben ist.»

Künftig sei in Bayern aber auch eine unterschriebene Selbsterklärung des Besuchers ausreichend, sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Der Freistaat habe die Verwirrung um die neuen Nachweispflichten für Bürgertestungen wahrgenommen und bereits in Richtung Berlin kommuniziert, «dass schnellstmöglich eine Klarstellung erfolgen muss», sagte er.

Bayern werde die Teststellen nun selbst informieren, dass keine Bestätigung des Heims oder der Klinik nötig sei. «Ein Nachweis der jeweiligen Einrichtung oder des Krankenhauses ist damit derzeit keine zwingende Voraussetzung, um eine kostenlose Bürgertestung als Besucher, Bewohner oder Patient zu erhalten», betonte der Sprecher.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten manche Pflegeheime solche Bestätigungen ausgefüllt. Bei der Betriebsgesellschaft, die die Pflegeeinrichtungen der Augsburger Caritas managt, sei bereits seit vergangenen Montag von Angehörigen nach den Bescheinigungen gefragt worden, erläuterte eine Sprecherin. Zu diesem Zeitpunkt waren Details der Verordnung noch gar nicht bekannt, die Änderungen waren nur durch eine Pressekonferenz angekündigt.

An Teststationen beispielsweise in Stadtbergen bei Augsburg erfuhren Kunden, dass nur noch mit einem Formular des Heims der Test kostenlos bleibe. Andere Teststationen vergaben auch vorläufig gar keine Termine mehr, weil die neuen Vorgaben zunächst geprüft werden müssten. «Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir unsere Abläufe erst sorgfältig anpassen wollen um Ihnen einen gewohnt reibungslosen Ablauf zu bieten», hieß es bei dem Betreiber «Test Now!», der mehrere Münchner Teststationen hat.

Auch durch Kommentare im Netz wurde klar, dass die Menschen nicht durchblicken. Dies zeigen die Reaktionen von Bürgerinnen und Bürgern auf eine Twitter-Nachricht, mit der das Berliner Ministerium auf die weiterhin kostenlosen Tests für Heimbesucher verwiesen hat. Das sei ein «wunderbares Bürokratie-Monster», antwortete ein Nutzer. «Die eh schon gebeutelten Einrichtungen können sich jetzt noch mit dem Quatsch beschäftigen.» Andere Nutzer bemängelten, dass man ja schon einen Test bräuchte, um sich überhaupt das Formular im Pflegeheim abzuholen. Sonst werde man gar nicht reingelassen.

Am Freitag versuchte auch ein Sprecher des Bundesministeriums, die Aufregung um die Klinik- und Heimbescheinigungen zu relativieren. Der Besuch der Heime und Kliniken könne durch andere Mittel glaubhaft gemacht werden, betonte er. So könnten auch die Testzentren Formulare vorhalten, auf denen die Besuchenden bestätigen, dass sie den Test für die Visite in einer Pflegeeinrichtung benötigen.

dpa

Weitere Meldungen aus dem Bereich Politik

03.03.2026 Oberpfalz: Illegale Müllexporte – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage Wegen mutmaßlich illegaler Müllexporte hat die Staatsanwaltschaft Weiden Anklage gegen den Chef einer Oberpfälzer Entsorgungsfirma und einen Mitarbeiter erhoben. Den beiden Männern wird vorgeworfen, zum Teil gefährliche Abfälle ohne Genehmigung in Tschechien und Polen entsorgt zu haben. Zuvor hatte das „Straubinger Tagblatt“ berichtet. Illegale Müllentsorgung in über 30 Fällen Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die 02.03.2026 Landkreis Regensburg: U18-Wahl mit digitalem Pilotprojekt erzielt hohe Beteiligung Der Landkreis Regensburg erzielte bei der erstmals auch digital durchgeführten U18-Wahl mit 1.247 abgegebenen Stimmen und einer Wahlbeteiligung von 17,40 Prozent ein über dem bayernweiten Durchschnitt liegendes Ergebnis und setzte damit ein Zeichen für moderne Jugendbeteiligung. 14.02.2026 Bayern: 95 Millionen Euro Hochwasserhilfe von der EU Bayern hat nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 rund 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds erhalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet. Den Antrag auf die europäischen Hilfen hatte der Freistaat gemeinsam mit Baden-Württemberg gestellt. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds Mit den 09.02.2026 München: diese Themen standen beim Treffen mit Babiš im Fokus  Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen und Chancen der bayerisch-tschechischen Grenzregion. Pragmatischer Einstieg in die Gespräche Löffler betonte als stellvertretender Vorsitzender des Beirats der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit den konstruktiven Beginn des Austauschs. „Wir konnten sofort bei den Alltagsthemen unserer gemeinsamen Grenzregion ansetzen.“ Der Dialog sei von Beginn an lösungsorientiert gewesen. Auch Hopp unterstrich die Bedeutung des frühen 05.02.2026 Bayern: Jagdgesetz im Landtag – Opposition übt scharfe Kritik Während die Staatsregierung von einem zukunftsfähigen Gesetz spricht, kommt aus der Opposition deutliche Kritik. Heftige Debatte im Parlament Nach einem langen Dauerstreit innerhalb der Koalition hat die Staatsregierung ihren Gesetzentwurf zur Reform des Jagdrechts in den Landtag eingebracht. In der ersten Debatte hagelte es Kritik von Grünen und SPD. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verteidigte das Vorhaben 03.02.2026 Weltkrebstag: Gerlach ruft zur Krebsvorsorge auf Zum Weltkrebstag (am Mittwoch, 4. Februar) hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) an die Bedeutung der Krebsvorsorge erinnert. „Krebserkrankungen sind weiterhin die zweithäufigste Todesursache in Deutschland“, erklärte die Ministerin. Im Jahr 2024 seien allein in Bayern über 33.000 Menschen an Krebs gestorben. Etwa 65.000 Männer und Frauen im Freistaat erhielten jährlich die Diagnose. „Diese Zahlen

Weitere Nachrichten zum Thema Corona

13.07.2025 Roding: Unberechtigt auf Dachboden genächtigt In Roding wurde am 13. Juli ein 59-Jähriger auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses beim unbefugten Nächtigen angetroffen, festgenommen und nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder entlassen – ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. 26.01.2025 Regensburg: Tödlicher Verkehrsunfall auf der A3 Auf der A3 bei Regensburg kam es heute in den frühen Morgenstunden zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Toten und mehreren Verletzten. 24.01.2025 Bayern: Laut Gerlach gut für künftige Pandemien gewappnet Fünf Jahre nach der ersten bestätigten Corona-Infektion zieht Bayerns Gesundheitsministerin eine positive Bilanz der daraus gezogenen Konsequenzen - anders als Jens Spahn. 12.12.2024 Regensburg: Einbruch in Juweliergeschäft – Zeugen gesucht In Regensburg wurden bei einem Einbruch in ein Juweliergeschäft über 80 Schmuckstücke gestohlen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet die Bevölkerung um Hinweise. 01.12.2024 Oberhinkofen: Drei Verletzte nach Frontalzusammenstoß Am Samstag, den 30. November 2024, ereignete sich gegen 13:15 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall in Oberhinkofen, Gemeinde Obertraubling, bei dem drei Menschen verletzt wurden. Der Unfall geschah auf der Kreisstraße R19 kurz hinter dem Ortsausgang. Unfallhergang Ein 91-jähriger Autofahrer aus dem Landkreis Regensburg war in Richtung Regensburg unterwegs, als er aus bislang ungeklärter Ursache auf 31.10.2024 Bayern: 16.500 Firmen verpassen Frist für Corona-Hilfen-Abrechnung Rund 16.500 bayerische Unternehmen haben trotz einer zusätzlichen einjährigen Frist keine Schlussabrechnung für die Corona-Hilfen des Bundes eingereicht. Dies gab die Industrie- und Handelskammer (IHK) München und Oberbayern bekannt. Betroffene Unternehmen sind nun verpflichtet, den gesamten Corona-Zuschuss plus Zinsen zurückzuzahlen. Firmen, die jedoch eine Fristverlängerung beantragt haben, können ihre Abrechnung im Rahmen eines Anhörungsverfahrens bis

Das könnte Dich auch interessieren

03.03.2026 Oberpfalz: Illegale Müllexporte – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage Wegen mutmaßlich illegaler Müllexporte hat die Staatsanwaltschaft Weiden Anklage gegen den Chef einer Oberpfälzer Entsorgungsfirma und einen Mitarbeiter erhoben. Den beiden Männern wird vorgeworfen, zum Teil gefährliche Abfälle ohne Genehmigung in Tschechien und Polen entsorgt zu haben. Zuvor hatte das „Straubinger Tagblatt“ berichtet. Illegale Müllentsorgung in über 30 Fällen Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die 14.02.2026 Bayern: 95 Millionen Euro Hochwasserhilfe von der EU Bayern hat nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 rund 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds erhalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet. Den Antrag auf die europäischen Hilfen hatte der Freistaat gemeinsam mit Baden-Württemberg gestellt. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds Mit den 09.02.2026 München: diese Themen standen beim Treffen mit Babiš im Fokus  Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen und Chancen der bayerisch-tschechischen Grenzregion. Pragmatischer Einstieg in die Gespräche Löffler betonte als stellvertretender Vorsitzender des Beirats der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit den konstruktiven Beginn des Austauschs. „Wir konnten sofort bei den Alltagsthemen unserer gemeinsamen Grenzregion ansetzen.“ Der Dialog sei von Beginn an lösungsorientiert gewesen. Auch Hopp unterstrich die Bedeutung des frühen 05.02.2026 Bayern: Jagdgesetz im Landtag – Opposition übt scharfe Kritik Während die Staatsregierung von einem zukunftsfähigen Gesetz spricht, kommt aus der Opposition deutliche Kritik. Heftige Debatte im Parlament Nach einem langen Dauerstreit innerhalb der Koalition hat die Staatsregierung ihren Gesetzentwurf zur Reform des Jagdrechts in den Landtag eingebracht. In der ersten Debatte hagelte es Kritik von Grünen und SPD. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verteidigte das Vorhaben