Mi., 22.03.2017 , 08:40 Uhr

Bayerischen Metallindustrie: Mehr Ausbildungsplätze

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie bleibt bei der Ausbildung auf Rekordkurs. Nach rund 14 900 Ausbildungsverträgen im vergangenen Jahr sei für 2017 mit einem weiteren Anstieg auf 15 100 Verträge zu rechnen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände bayme und vbm, Bertram Brossardt, am Mittwoch in München. Zugleich machte er deutlich, dass die Unternehmen ihr Engagement noch verstärken könnten, wenn es mehr geeignete Bewerber gäbe.

So gab bei einer Umfrage fast die Hälfte der Betriebe, die im vergangenen Jahr nicht alle Lehrstellen besetzen konnten, diesen Mangel als Ursache an. Gerade für die komplexen Ausbildungsberufe der Metall- und Elektroindustrie reichten die Kompetenzen, die die jungen Leute aus der Schulzeit mitbringen, nicht immer aus, sagte Brossardt. Neben Kenntnissen in Mathematik gehörten auch gute deutsche Sprachkenntnisse und soziale Kompetenzen zu den wichtigen Voraussetzungen für eine Ausbildung in der Branche.

Hinzu kämen mittelfristig wohl leicht sinkende Zahlen von Schulabsolventen, sagte Brossardt. «Unseren Unternehmen stehen daher in Zukunft weniger Bewerber zur Verfügung.» Genaue Prognosen seien aber angesichts des Zuzugs nach Bayern schwierig.

Die Anforderungen an die Bewerber dürften derweil mit der Vernetzung der Produktion unter dem Stichwort Industrie 4.0 künftig weiter steigen. Hier gehe es aktuell darum, die Berufsschulen angemessen technisch auszustatten, sagte Brossardt. Die Berufsschulen im Freistaat seien jetzt über eine Ausschreibung dazu aufgefordert, sich mit konkreten Konzepten zu bewerben.

Wer erfolgreich eine Ausbildung in der Branche absolviert, kann in den meisten Fällen auch mit einer Übernahme rechnen. So lag die Übernahmequote für das abgeschlossene Ausbildungsjahr 2016 bei 88 Prozent. In der Hälfte der Fälle war die Übernahme befristet beziehungsweise zunächst für ein Jahr befristet und wurde danach entfristet – hier spiele aufseiten der Unternehmen auch die Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung eine Rolle, sagte Brossardt.

 

dpa/MF

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