Di., 05.05.2015 , 08:43 Uhr

Bahnstreik: Ersatzfahrplan tritt in Kraft – auch EVG könnte streiken

Nachdem heute Nacht der längste Streik der Gerwerkschaft der Lokführer (GDL) in der aktuellen Tarifauseinandersetzung begonnen hat, hat die bestreikte Deutsche Bahn einen Ersatzfahrplan in Kraft treten lassen. Ab heute Mittag wird dieser auch online auf den Seiten der DB abrufbar sein. Immerhin ein Drittel der Züge im Fernverkehr sollen demnach noch fahren, sogar zwei Drittel im Regionalverkehr.

Die GDL hatte am vergangenen Donnerstag das neue Tarifangebot der Bahn zurückgewiesen und einen weiteren, langen Arbeitskampf angekündigt. Die Bahn hatte angeboten, die Löhne sollten vom 1. Juli an in zwei Stufen um insgesamt 4,7 Prozent steigen. Dazu komme eine Einmalzahlung von insgesamt 1000 Euro bis zum 30. Juni. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche. Ein Knackpunkt für die GDL ist die Einstufung der Rangierlokführer im Tarifgefüge der Bahn.

Im Freistaat müssen sich Bahn-Reisende und Pendler auf Beeinträchtigungen im Zugverkehr einstellen. Rund 50 Prozent der Nahverkehrzüge und zwei Drittel der Fernzüge fallen am Dienstag aus, wie ein Sprecher am Morgen mitteilte. Die S-Bahnen 2, 3 und 4 verkehren im 20-Minutentakt. Auf der Stammstrecke sollen sechs bis neun S-Bahnen je Stunde fahren.

 

Auch EVG schließt Streiks nicht aus

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG schließt Streiks im Bahnverkehr in der laufenden Tarifrunde ebenfalls nicht aus. Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner bekräftigte am Dienstag im ARD-Morgenmagazin: „Wenn am Ende des Prozesses wir feststellen, dass aufgrund der Eskalation das, was wir wollen, nämlich eine einheitliche Erhöhung für alle Beschäftigten um sechs Prozent und mindestens 150 Euro, nicht realisierbar ist über Tarifverhandlungen, schließen wir natürlich einen Streik auch nicht aus.“

Die Gewerkschaft wolle verhindern, dass die unteren Einkommensgruppen im Tarifkonflikt abgehängt werden. „Das sind Kolleginnen und Kollegen, die für 1100 netto und 800 Euro Miete ihr Leben fristen müssen. Da kann es nicht sein, dass einzelne Berufsgruppen versuchen, aus diesem Kuchen, der zu verteilen ist im Bahnkonzern, mehr raus zu holen.“ Streik sei ein probates Mittel, wenn es am Verhandlungstisch nicht mehr gehe, betonte Kirchner. Im Gegensatz zur GDL streike die EVG allerdings nicht, um Strukturen zu ändern, sondern für mehr Geld.

 

SC / dpa

 

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