Nach sechs Wochen Korridorsanierung zwischen Nürnberg und Regensburg ziehen die Deutsche Bahn und ihre Partner eine positive Zwischenbilanz. Sowohl die Bauarbeiten als auch der umfangreiche Ersatzverkehr mit Bussen laufen stabil.
Lucas Griep, DB-Projektleiter der Korridorsanierung Nürnberg–Regensburg, betont: „Wir arbeiten an allen Gewerken mit Hochdruck und sind überall im Zeitplan. In den nächsten Monaten liegt der Fokus weiter auf dem Gleisbau, den Oberleitungsmasten und den Bahnhöfen, gleichzeitig starten noch im März die Hauptbauarbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik.“
Bis zu 2.000 Fachkräfte und 80 große Baugeräte sind täglich entlang der Strecke im Einsatz. Gesteuert wird das gesamte Baugeschehen rund um die Uhr aus zwei Logistikzentralen. Sämtliche Baugeräte sind dafür mit GPS-Trackern ausgestattet.
Seit dem 6. Februar modernisiert die DB InfraGO gemeinsam mit beauftragten Firmen die stark befahrene Strecke. Noch bis zum 10. Juli läuft die grundlegende Erneuerung.
An den 20 Bahnhöfen sind die Abbrucharbeiten größtenteils abgeschlossen. Neue Personenunterführungen, Fertigteile für Aufzugsschächte, moderne Bahnsteigkanten und verbesserte Zuwegungen nehmen bereits Form an.
Entlang der Strecke sind mehrere große Gleisbauzüge parallel unterwegs. Zunächst wird der Untergrund ausgetauscht, anschließend folgt eine neue Schutzschicht und frische Schotterbettung. Danach werden Schwellen und Schienen erneuert.
Die bisherigen Zahlen:
Über 60 Kilometer Gleisbettung gereinigt und ersetzt
Rund 15 Kilometer Gleis komplett erneuert
32 Weichen ausgetauscht
Mehr als 1.000 Fundamente für neue Oberleitungsmasten gesetzt
20 Oberleitungsmasten bereits aufgestellt
Teilweise werden Fundamente und Masten mit Hubschraubern an ihren Platz geflogen, um schwer zugängliche Bereiche schneller zu erreichen.
Auch die Bahndämme in Pölling und Deining werden stabilisiert. Sie erhalten ein bauliches „Korsett“, das sie bei starkem Regen zusätzlich sichern soll.
Die Innenbereiche von acht Stellwerken wurden bereits entkernt und werden grundlegend modernisiert.
Die neue Eisenbahnbrücke in Burgthann ist vorgebaut und soll im Juni eingeschoben werden. Der Abschnitt zwischen Feucht und Abzweig Nürnberg-Reichswald ist baulich bereits abgeschlossen.
Parallel zur Baustelle läuft ein groß angelegter Ersatzverkehr zwischen Nürnberg und Regensburg sowie auf Umleitungsstrecken. In Spitzenzeiten sind über 90 Busse im Einsatz.
Die wichtigsten Zahlen:
Acht Buslinien
Rund 24.000 Fahrten seit Beginn
Etwa 1,8 Millionen Kilometer zurückgelegt
Die Busse sind barrierefrei, teilweise mit Toilette, WLAN und USB-Ladeanschlüssen ausgestattet.
Nach anfänglichen Verzögerungen und vereinzelten Ausfällen in den ersten Tagen haben sich die Abläufe inzwischen eingespielt. Das gemeinsam mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft entwickelte Konzept aus Expresslinien mit wenigen Halten und Linien für kleinere Orte hat sich nach Angaben der Beteiligten bewährt.
Nur vereinzelt – etwa auf der Linie Bus S3 nach Feucht – waren kleinere Anpassungen am Fahrplan nötig. Die Echtzeitdaten funktionieren inzwischen zuverlässig, Fahrgäste können die Busse live verfolgen.
An größeren Stationen unterstützen Mitarbeitende der Busunternehmen sowie von agilis und DB Regio als Reisendenlenker. Sie helfen beim Umstieg, beantworten Fragen zu Tickets und geben Orientierung.
DB InfraGO, BEG sowie die beteiligten Verkehrsunternehmen beobachten den Ersatzverkehr weiter und wollen bei Bedarf nachsteuern.
PM Deutsche Bahn / KH