Mi., 31.05.2023 , 09:02 Uhr

Auch in Bayern: Deutschlandweite Razzia gegen mutmaßliche IS-Unterstützer

Die Terrormiliz IS kämpft nach wie vor unter anderem in Syrien. Dafür wird auch in Deutschland Geld gesammelt. Der Justiz ist nun ein nahezu bundesweiter Schlag gegen die Helferinnen und Helfer gelungen.

Im Rahmen einer bundesweiten Aktion hat es in Bayern Durchsuchungen bei mutmaßlichen Unterstützern der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gegeben. Es gehe dabei um mutmaßliche Spender, hieß es am Mittwochmorgen auf Nachfrage bei der Generalstaatsanwaltschaft München. Insgesamt gebe es in Bayern 13 Beschuldigte, im Freistaat sei es aber nicht zu Festnahmen gekommen. Zum Ablauf in anderen Bundesländern oder der Zahl der in Bayern durchsuchten Objekte sagte der Sprecher nichts.

 

Deutschlandweite Festnahmen

Die Bundesanwaltschaft hat sieben mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) festnehmen lassen. Zudem habe es am Mittwochmorgen Durchsuchungen in Berlin, Bayern, Bremen, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gegeben, teilte die Karlsruher Behörde mit. Es sei dabei um ein Finanzierungsnetzwerk des IS gegangen. Darüber hatten auch die Zeitungen «B.Z.» und «Bild» berichtet. Mehr als 1000 Kräfte des Bundeskriminalamts, der Landeskriminalämter der betroffenen Länder sowie der Polizei sind im Einsatz gewesen. Insgesamt wurden mehr als 100 Objekte durchsucht, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte.

Sieben Beschuldigte wurden der Mitteilung zufolge festgenommen: in Ulm (Baden-Württemberg), im Landkreis Neuwied (Rheinland-Pfalz), in Bremen sowie im Kreis Heinsberg und im Rheinisch-Bergischen Kreis (beide Nordrhein-Westfalen). Sie sollen als Finanzmittler in das Netzwerk eingebunden gewesen sein. «Durch ihr Sammeln von Spenden und deren Weiterleitung an den IS nahmen sie eine zentrale Rolle innerhalb des Finanzierungsnetzwerkes ein», hieß es.

Die Männer und Frauen – überwiegend deutscher Staatsangehörigkeit – sollten im Laufe des Mittwochs und Donnerstags dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden. Der entscheidet, ob sie in Untersuchungshaft müssen. Weiteren Beschuldigten werfen die Ermittler Geldzahlungen an das Finanzierungsnetzwerk zugunsten des IS vor.

Hintergrund der Razzia sind nach dpa-Informationen Spendensammlungen zugunsten von mutmaßlichen Anhängerinnen der Terrormiliz IS. Die Kampagnen in sozialen Medien mit Titeln wie «Deine Schwester im Camp» laufen schon seit einigen Jahren. Sie dienen dem Zweck, IS-Frauen finanziell zu unterstützen, die mit ihren Kindern seit der militärischen Niederlage der Terrormiliz in Syrien leben, vor allem in dem von kurdischen Gruppen kontrollierten Lager Al-Hol.

Immer wieder gab es Berichte, wonach Frauen, Kinder und Jugendliche, die sich dem IS bis heute zugehörig fühlen, gegen Zahlung hoher Geldbeträge aus dem Lager geschmuggelt wurden. Von den mehreren Dutzend IS-Frauen, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland zurückgekehrt sind, wurden etliche nach ihrer Ankunft inhaftiert und vor Gericht gestellt. Ein Teil von ihnen kam über Rückholaktionen mit ihren Kindern aus Syrien nach Deutschland, andere wurden abgeschoben oder kamen auf eigene Faust zurück.

Der IS kontrollierte über Jahre große Gebiete im Bürgerkriegsland Syrien und im benachbarten Irak. Im Juni 2014 rief er ein sogenanntes Kalifat aus und reklamierte seinen Führungsanspruch im globalen Dschihad. Die Hochphase endete laut dem Verfassungsschutz 2016. Mittlerweile haben die Extremisten ihr Herrschaftsgebiet wieder verloren. IS-Zellen sind aber in beiden Ländern weiter aktiv.

Seit Anfang Januar 2014 können gemäß Strafgesetzbuch Taten von Mitgliedern oder Unterstützern des IS, die deutsche Staatsbürger sind, sich in Deutschland aufhalten oder hier tätig werden, strafrechtlich verfolgt werden. Das Innenministerium erließ ferner am 12. September 2014 ein Betätigungsverbot für den IS in Deutschland. Dieses umfasst unter anderem jegliche Beteiligung in sozialen Medien und Demonstrationen zugunsten des IS und jede Art von Unterstützungshandlung wie das Einwerben von Geld und Material sowie das Anwerben von Kämpfern. Diese Handlungen sind seither strafbar.

 

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

25.08.2026 Heute Abend im Programm 22.08.2026 Straubing: 53-Jähriger stirbt nach schwerem Verkehrsunfall Am Freitagnachmittag ist es in der Schlesischen Straße in Straubing zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Ein 53 Jahre alter Autofahrer kam von der Straße ab und prallte gegen ein geparktes Auto sowie mehrere Gartenzäune. Der Mann starb später im Krankenhaus. 20.08.2026 Suche nach Ausbildungsplatz: Diese Angebote helfen weiter Das neue Ausbildungsjahr beginnt – doch noch nicht alle Jugendlichen haben bereits den passenden Ausbildungsplatz gefunden. Gleichzeitig sind bei vielen Unternehmen in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim noch Ausbildungsstellen frei. Zu diesem Thema haben wir auch mit einem Experten gesprochen:   Wer aktuell noch auf der Suche ist, sollte deshalb nicht aufgeben: Auch kurzfristig 20.08.2026 Bayern: Schluss mit Badewetter – jetzt kommt der Regenschirm zum Einsatz Nach Sonne und sommerlichem Badewetter wird es in Bayern deutlich unbeständiger. In den kommenden Tagen wechseln sich Regen, Wolken und Sonne ab. Ab Donnerstag werden häufiger Schauer und Gewitter erwartet, örtlich sind auch Unwetter möglich.   Mittwoch bringt Regen und Sonne Am Mittwoch fällt vor allem am Morgen noch Regen. Im Laufe des Tages lockern