Der Mann hatte im Internet gezielt nach einem Homeoffice-Job für ältere Menschen gesucht und auf einer Internetseite persönliche Daten eingegeben. Kurz darauf erhielt er per E-Mail Informationen zu einer angeblichen Arbeitsstelle bei einer Immobilienfirma sowie einen Arbeitsvertrag.
Im weiteren Verlauf sollte der 69-Jährige seine Identität über ein Web-ID-Verfahren bestätigen. Dabei stellte sich heraus, dass die Identifizierung nicht für den Arbeitsvertrag, sondern zur Eröffnung eines Bankkontos vorgesehen war. Der Identifizierungsvorgang wurde jedoch vom Web-ID-Dienstleister abgebrochen, sodass nach aktuellem Stand kein Konto eröffnet wurde.
Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass die verwendete Internetdomain erst Anfang Juli 2026 registriert wurde. Zudem besteht der Verdacht, dass die Daten eines tatsächlich existierenden Unternehmens missbräuchlich genutzt wurden, um den Eindruck eines seriösen Arbeitgebers zu erwecken.
Nach Einschätzung der Polizei handelt es sich um den Versuch, den Mann als Finanzagenten anzuwerben. Dabei werden Arbeitssuchende dazu gebracht, Bankkonten auf ihren Namen zu eröffnen und für Geldtransaktionen bereitzustellen. Solche Konten werden häufig genutzt, um Betrugsdelikte oder Geldwäsche zu verschleiern. Wer dabei mitwirkt, kann sich unter Umständen selbst strafbar machen.
Die Polizei empfiehlt, Homeoffice-Angebote unbekannter Unternehmen besonders kritisch zu prüfen. Vor der Weitergabe persönlicher Daten oder der Durchführung eines Identifizierungsverfahrens sollte die Seriosität des Unternehmens sorgfältig überprüft werden. Besonders misstrauisch sollten Bewerber werden, wenn für vermeintlich einfache Tätigkeiten die Eröffnung eines Bankkontos verlangt wird.
PI Furth im Wald / FC