Di., 06.06.2017 , 15:46 Uhr

Arnschwang: Fühlte sich Täter durch spielende Kinder gestört?

Nachdem am Wochenende in Arnschwang ein 41 Jahre alter Mann einen fünfjährigen Jungen getötet hat, gibt die Polizei heute weitere Einzelheiten zu den Ermittlungen bekannt. Nach wie vor ermittelt die Kriminalpolizei. Jetzt konnte die schwer verletzte 47-jährige Mutter vernommen werden. Offenbar hat sich der Täter durch die Kinder der Frau gestört gefühlt und sie deshalb angegriffen.

Der Bericht der Polizei:

Gestern, 05.06.2017, erfolgte eine erste Vernehmung der geschädigten 47-Jährigen. Erste Erkenntnisse aus dieser Vernehmung deuten darauf hin, dass der 41-jährige Täter sich durch die spielenden Kinder der Geschädigten in seiner Ruhe gestört fühlte. Es entstand deshalb eine Streitigkeit, in deren weiteren Verlauf der Täter zunächst auf die Geschädigte und schließlich auf deren fünfjährigen Sohn körperlich losging und dabei auch ein Messer einsetzte. Der Täter fügte dem Jungen schwerste Verletzungen im Halsbereich zu, an denen er trotz ärztlicher Bemühungen verstarb. Die geschädigte 47-Jährige wurde durch den Täter an Hals, Armen und Beinen schwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Der weitere, sechsjährige Junge der Geschädigten blieb körperlich unverletzt. Nach derzeitigen Erkenntnissen bestand zwischen der Geschädigten und dem Täter außer der Nachbarschaft keinerlei Vorbeziehung. Die Geschädigte gab zudem an, dass es bereits mehrfach dazu gekommen sei, dass der Täter sich durch die Kinder in seiner Ruhe gestört fühlte. Die Frau befindet sich nach wie vor in ärztlicher Behandlung.

Die Vernehmungen weiterer Bewohner der Unterkunft, von denen nach bisherigem Erkenntnisstand mindestens vier die Tat als Augen- oder Ohrenzeugen mitbekommen haben, werden nun nach und nach durch die Ermittler der Kripo Regensburg abgearbeitet. Da es sich um Menschen verschiedenster Nationalitäten handelt, sind Dolmetscher notwendig, weshalb die Durchführung der Vernehmungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Am Tatort fanden auch gestern, 05.06.17, weitere Spurensicherungsmaßnahmen statt. Morgen, 07.06.2017, sollen 3D-Scanner des Bayerischen Landeskriminalamts zum Einsatz kommen, um den Tatort zu dokumentieren. Das Gebäude bleibt bis zum Abschluss der Tatortmaßnahmen abgesperrt.

Die weiteren Ermittlungen zum Tatablauf werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Erst nach der Tat war bekannt geworden, dass der 41 Jahre alte Afghane bereits vorbestraft war. Er hatte vor Jahren eine Gefängnisstrafe absitzen müssen, konnte aber nicht abgeschoben werden.

PM/MF

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