Fr., 29.09.2017 , 12:02 Uhr

Bayern: Arbeitslosenzahl sinkt dank Herbstaufschwung

Dank des Herbstaufschwungs ist die Zahl der Arbeitslosen in Bayern auf rund 221 000 gesunken. Damit waren im September etwa 13 200 weniger Menschen ohne Job als im Vormonat, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,0 Prozent - das ist der niedrigste je gemessene Wert in diesem Monat seit Beginn der Berechnung im April 1997. Und die Quote ist noch besser als von Arbeitsministerin Emilia Müller (CSU) vorausgesagt. Sie hatte mit 3,2 Prozent gerechnet. «In Bayern herrscht Vollbeschäftigung», sagte sie.

 

Hier finden Sie die aktuellen Arbeitsmarktzahlen aus ganz Bayern.

 

Im Jahresschnitt rechnet Müller mit 230 000 Arbeitslosen. Das wären nochmals rund 20 000 weniger als im Vorjahr. Die positive Entwicklung sei in allen Regierungsbezirken sichtbar, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. «Besonders deutlich nahm die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen ab, was auf den Beginn des Schul- und Ausbildungsjahres zurückzuführen ist.»

Gute Chancen auch nach dem Ende der Ausbildung

Viele junge Leute finden nun außerdem einen Job, die nach Ende ihrer Ausbildung nicht übernommen wurden und sich deshalb zum Sommerbeginn arbeitslos gemeldet hatten. Ausgelernte Azubis hätten im Freistaat gute Jobchancen, betonte der Chef der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt: «In den bayerischen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie liegt die Übernahmequote bei 93 Prozent.» Nach dem Ende der Werksferien stellen Unternehmen im Herbst zudem wieder verstärkt Mitarbeiter ein.

Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Jobsucher um rund 25 000 oder zehn Prozent. Holtzwart zeigte sich zuversichtlich, dass sich die gute Entwicklung fortsetzt. Die Arbeitslosigkeit werde weiter sinken und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steigen.» 5,45 Millionen Menschen mit einem regulären Job seien «ein absoluter Rekordwert», sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU).

Und die Unternehmen suchen weiter viele Mitarbeiter: Zuletzt waren bei der Regionaldirektion mehr als 126 000 offene Stellen gemeldet. «Die Herausforderung in dieser guten Arbeitsmarktlage ist und bleibt, die quantitativ und qualitativ steigende Arbeitskräftenachfrage zu bedienen», sagte Holtzwart. Bayern werde daher seine Aktivitäten in der Fachkräfteausbildung verstärken, kündigte Aigner an.

In mehr als 80 Prozent der Stellenangebote suchen die Firmen Personal auf Fachkräfteniveau oder mit höherem Abschluss. Für die rund 86 000 Arbeitslosen, die lediglich einen Helferjob suchen, stehen dagegen nur rund 24 000 passende Stellen zur Verfügung.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die SPD forderten erneut, Leiharbeit, Minijobs, Teilzeit und Befristungen stärker zu bekämpfen. Denn nicht alle Menschen profitierten von der guten Lage am Jobmarkt. Der Anteil der sogenannten atypischen Beschäftigung an allen Jobs sei von knapp 30 Prozent im Jahr 2003 auf rund 38 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Der bayerische DGB-Chef Matthias Jena sagte dazu: «Die Arbeitnehmer verdienen mehr Sicherheit.»

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD im Landtag, Angelika Weikert, sagte: «Unsicherheit und Niedriglohnjobs machen Familien das Leben schwer.» Viele junge Menschen schöben die Familiengründung hinaus, weil sie keinen sicheren Job oder Angst hätten, ihre Karrierepläne begraben zu müssen, wenn sie eine Pause einlegen. Sie forderte neben genügend Kita-Plätzen ein Rückkehrrecht in Vollzeit.

 

dpa/MF

Das könnte Dich auch interessieren

28.08.2026 Arbeitsmarkt in Bayern bleibt angespannt - keine Erholung Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im August im Vergleich zum Juli um 16.056 auf 334.081 gestiegen. Vor einem Jahr waren es gut 7.134 Arbeitslose weniger, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg im August demnach um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte höher 20.08.2026 Suche nach Ausbildungsplatz: Diese Angebote helfen weiter Das neue Ausbildungsjahr beginnt – doch noch nicht alle Jugendlichen haben bereits den passenden Ausbildungsplatz gefunden. Gleichzeitig sind bei vielen Unternehmen in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim noch Ausbildungsstellen frei. Zu diesem Thema haben wir auch mit einem Experten gesprochen:   Wer aktuell noch auf der Suche ist, sollte deshalb nicht aufgeben: Auch kurzfristig 12.08.2026 Spritpreise ziehen kräftig an Die Spritpreise in Deutschland ziehen kräftig an. Vor allem Diesel verteuert sich derzeit deutlich, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. Doch auch für Benzin müssen die Autofahrer mehr bezahlen. Ein Liter Diesel kostete am Dienstag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,200 Euro. Das waren 3,8 Cent mehr als noch am Sonntag. Ein Liter E10 kostete 2,125 Euro 07.08.2026 Freistaat lockert finanzielle Zügel für angeschlagene Bauern Die bayerische Staatsregierung hat den Schweinehaltern im Freistaat Entlastungen finanzielle Entlastungen versprochen. «Die Lage der landwirtschaftlichen Betriebe ist ernst – die Schweinehaltung in Bayern steht unter massivem wirtschaftlichem Druck», sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU), jahrelang selbst als Vollerwerbs-Landwirt tätig. Konkret sollen im begründeten Einzelfall betroffene Betriebe steuerliche Stundungen erhalten können. Zudem sollen Einkommensteuer-Vorauszahlungen