Di., 01.03.2022 , 16:45 Uhr

An 19 Standorten: Caritas-Hilfen in der Ukraine

Die Caritas ist an 19 Standorten in der Ukraine aktiv. Über die internationalen Netzwerke fließen die Spendengelder direkt dorthin. Auch die Caritas Regensburg stärkt die Hilfsstrukturen in der Ukraine mit Geldspenden. Zudem unterstützt sie ein Projekt der Caritas Warschau mit Sachspenden: Dort müssen 7000 evakuierte Kinder versorgt werden. Der Flüchtlingsfonds stellt Sondermittel für Sofortmaßnahmen bereit.

Auf Initiative der Caritas hat der Ausschuss des Hilfsfonds Flüchtlingsarbeit im Bistum Regensburg ein Sonderkontingent von 20.000 Euro genehmigt. „Damit können schnell und unkompliziert Hilfen finanziert werden, die mit der Vertreibung von Menschen aufgrund des Kriegs in der Ukraine zusammenhängen“, sagt Christina Engl, Geschäftsführerin des Hilfsfonds Flüchtlingsarbeit.

Gefördert werden Projekte in Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen. Dabei kann es sich um die Aufnahme und Unterbringung geflüchteter Menschen handeln, aber auch um Schulungen und Arbeitshilfen, die der besseren Einschätzung der humanitären Situation in der Ukraine dienen. Zudem werden Vorträge oder Begegnungen mit in Deutschland lebenden Ukrainern und Ukrainerinnen finanziert, Dolmetscherkosten sowie psychosoziale Angebote finanziert.

 

Zudem stärkt die Caritas Regensburg die Hilfsstrukturen in der Ukraine und in deren Nachbarländern und steht konkret in Kontakt mit der Caritas in der Regensburger Partnerstadt Odessa (siehe Interview) sowie mit der Caritas in Warschau.

„Spenden sind der effektivste und schnellste Weg, Menschen in Not in der Ukraine zu unterstützen“, sagt Harry Landauer, Leiter Verbandspolitik und Kommunikation bei der Caritas Regensburg.

 

Geldspenden sind an die Caritas Regensburg oder an Caritas international möglich. Caritas international ist seit 2014 in der Ukraine tätig und hat ihre Hilfen nun auf das ganze Land ausgeweitet. Die Spendengelder werden direkt an die Caritasorganisationen vor Ort weitergeleitet oder für Angebote zur Unterstützung geflüchteter Ukrainerinnen und Ukrainer in den Nachbarländern oder in Deutschland verwendet.

Mit Sachspenden unterstützt die Caritas Regensburg ein konkretes Projekt in Warschau: Dort versorgt die Caritas 7.000 Kinder, die aus der Ukraine evakuiert wurden. Die genauen Bedarfe werden derzeit abgefragt und eine Packliste samt Adressaufkleber sobald wie möglich zum Download auf der Webseite der Caritas Regensburg veröffentlicht, unter: www.caritas-regensburg.de.

Die Pakete können dann direkt an das Caritas-Projekt in Warschau versendet werden.

 

Spenden an Caritas Regensburg oder Caritas international

Caritasverband für die Diözese Regensburg e.V.
Liga Bank Regensburg

Stichwort "Ukraine"

BLZ: 75090300
Konto: 760
IBAN: DE94 7509 0300 0000 0007 60
Swift-BIC: GENODEF1M05

Caritas International unterstützen Sie direkt unter:
Caritas international, Freiburg, Spendenkonto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe BLZ 660 205 00, IBAN Nr.: DE88 6602 0500 0202 0202 02, BIC-Nr. : BFSWDE33KRL  oder online unter: www.caritas-international.de.

Stichwort "CY00050 Ukraine-Konflikt"

 

 

Interview mit dem Direktor der Caritas in der Regensburger Partnerstadt Odessa

„Beten Sie für uns!“: Seit 1990 ist die ukrainische Stadt Odessa Partnerstadt von Regensburg. Auch die Caritas ist dort tätig. Ein Gespräch mit dem Direktor der Caritas Odessa, Vasil Kolodtschin.

Herr Kolodtschin, können Sie bitte die aktuelle Situation in Odessa beschreiben?

Die Situation in der Stadt ist zurzeit unter Kontrolle, es ist ziemlich ruhig. Die Sirenen ertönen zwar in regelmäßigen Abständen, aber die Menschen haben im Laufe der vergangenen Tage gelernt, nicht in Panik zu geraten und sich in Bunkern zu verstecken. Außerdem machen die Soldaten, die für unsere Sicherheit sorgen, ihre Arbeit gut.

 

Wie machen sich die Kampfhandlungen in Odessa bemerkbar?

Wir haben eine Kriegslage, es gilt eine Ausgangssperre. Das ruft natürlich viele logistische Fragen hervor. Es gibt einige Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Lebensmitteln und Medizin. Aber wir versuchen, damit umzugehen.

 

Was macht die Caritas Odessa zurzeit, um den Menschen zu helfen?

Zurzeit haben wir zwei aktive Projekte: Einmal geht es um die Pflege der Menschen zuhause. Wir  versorgen sie mit Lebensmitteln und Medikamenten, weil viele von ihnen eine spezielle Therapie erhalten. Das zweite ist das Kinderprojekt „Zentrum der erfolgreichen Zukunft“. Dabei geht es jetzt  vor allem darum, Kinder psychologisch zu unterstützen. Denn viele von ihnen erleben den Militäreinsatz bereits zum zweiten Mal in ihrem Leben. Unsere Psychologen sprechen mit den Kindern online, die Pandemie hat uns ja auf diese Arbeitsweise vorbereitet. Wir versuchen gerade auch, weitere Lebensmittel und Hygienesets zu kaufen, um die Familien in dieser sehr schwierigen Zeit zu unterstützen.

 

 

Wie kann man Ihre Arbeit unterstützen?

Im Moment kann ich nur sagen: mit Gebeten. Denn es gibt Momente, die sehr beängstigend sind. Nach dem Ende der Kämpfe werden wir humanitäre Hilfe, also Lebensmittel und Medikamente, benötigen. Aktuell ist es jedoch sehr schwierig, die Bedürfnisse und Herausforderungen einzuschätzen, die auf uns zukommen.

 

Wie arbeitet die Caritas Odessa in friedlichen Zeiten?

Da bringen wir Kindern im Kinderzentrum Englisch und Programmieren bei. Wir haben weitere Bildungsprojekte, unter anderem für Menschen, die im Zuge der Kampfhandlungen die Krim und den Osten des Landes verlassen mussten. Außerdem unterstützen und beraten wir Kinder in angespannten Familiensituationen, damit sie sich gut entwickeln können – unter anderem durch Ausflüge und psychologische Gruppen für Väter und Kinder. Zwei Projekte haben sich mit dem Thema Menschenhandel beschäftigt, dabei geht es um die Aufklärung der Menschen gegen die Ausbeutung. Wir machen Seminare zur Migration nach Deutschland und helfen Menschen, die von der Pandemie stark betroffen wurden.

 

Wie viele Mitarbeiter und Freiwilligen haben Sie zurzeit?

Acht Personen aus unserem Team sind noch in Odesa, außerdem haben wir noch fünf Freiwillige, die uns unterstützen. Als der Krieg begann, hatten wir eine Besprechung mit dem gesamten Team, um herauszufinden, wer bleiben und wer die Stadt verlassen würde. Jeder versteht, dass die Sicherheit immer an erster Stelle steht. Ich weiß nicht, was uns heute Nacht erwartet, was morgen oder in den nächsten Tagen passiert. Aber wir werden versuchen, den Menschen so gut wie möglich zu helfen.

 

Gibt es etwas, was Sie den Menschen in Regensburg sagen möchten?

Wir möchten Ihnen für Ihre Solidarität und Unterstützung danken. Für Ihre klare Haltung. Und wenn das alles vorbei ist und Frieden herrscht, laden wir Sie herzlich ein, unser wunderschönes Odessa zu besuchen. Wir sind eine sehr gastfreundliche Stadt und heißen alle willkommen, die in Frieden zu uns kommen.

 

 

Caritas Odesa* UGCC

Die Caritas Odesa UGCC ist eine lokale Organisation der Caritas Ukraine. Seit 2005 hilft die Organisation in der drittgrößten Stadt in der Ukraine, gelegen am Schwarzen Meer, benachteiligten und kranken Menschen. Sie klärt auch über HIV auf und vermittelt Psychologinnen und Psychologen, Juristinnen und Juristen, Pflegerinnen und Pfleger, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Es gibt eine weitere Caritasorganisation mit dem Namen Caritas Spes Odessa, welche zum Dachverband Caritas Spes zählt.

*Die Caritas Odesa schreibt sich selbst mit einem "s", also: Odesa. Das ist die ukrainische Schreibweise. Die russische Schreibweise "Odessa" ist die in Deutschland bisher übliche und wird daher auch in diesem Text verwendet.

 

Caritas Regensburg / MB

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