Mo., 16.10.2017 , 08:53 Uhr

Amberg: Illegaler Transport mit mehr als 7000 Tieren gestoppt

Die Polizei hat auf einem Autobahnparkplatz in der Oberpfalz einen illegalen Tiertransport mit mehr als 7000 Tieren gestoppt. In dem Kastenwagen aus Tschechien hätten sich überwiegend Mäuse und Ratten, aber auch streng geschützte Exoten wie Chamäleons und Axolotl befunden, teilte der bayerische Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes mit. Die Tierschützer waren nach dem Fund bei Amberg am Sonntagabend von der Polizei hinzugerufen worden.

Viele Tiere seien in viel zu engen und falsch temperierten Boxen untergebracht gewesen. Während des Transports hätten die Tiere kein Wasser und Futter gehabt, etliche seien beim Fund bereits tot gewesen, hieß es beim Tierschutzbund.

Der Tierschutzbund will nun die Tiere auf mehrere Tierheime in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg verteilen. Die Experten sprechen vom größten illegalen Tiertransport, der jemals in Deutschland aufgegriffen worden sei. Nach Angaben der Polizei musste der tschechische Fahrer 500 Euro Sicherheitsleistung zahlen und durfte weiterfahren. Veterinäramt und Staatsanwaltschaft wurden eingeschaltet.

Tierheime nehmen viele der Tiere auf

Wie uns eine Sprecherin des Tierschutzbundes Bayern bestätigt hat, sind Tierschützer aus ganz Bayern im Einsatz, um die betroffenen Tiere aus Amberg zu versorgen. Auch das Tierheim Nürnberg-Feucht hat viele davon aufgenommen. Wie uns ein Sprecher des Tierheims bestätigt, sind etwa 20 Meerschweinchen, 13 Ratten, ca. 50 Mäuse und vier Kaninchen vor Ort untergebracht. Noch wurden die Tiere nicht untersucht, allerdings steht bereits fest, dass viele der Tiere eigentlich zu jung waren um sie überhaupt zu transportieren.

 

Die Meldung der Polizei

Am Sonntag, den 15.10.2017, gegen 19:00 Uhr, wurde ein tschechischer Kleintransporter durch eine Zivilstreife der Verkehrspolizei Amberg auf der BAB 6, Fahrtrichtung Nürnberg, im Gemeindebereich Schmidgaden, Lkr. Schwandorf,  festgestellt und schließlich in Amberg einer vollständigen Kontrolle unterzogen.

Die Überraschung war groß, als auf der Ladefläche mehrere 1000 Tiere in Transportboxen festgestellt wurden. So befanden sich unter anderem  ca. 5000 Mäusen, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen sowie auch mehrere tausend Grillen, Kakerlaken, Schaben und Spinnen auf dem Transporter im Laderaum. Zudem wurden auch exotische artgeschützte Tiere wie 4 Chamäleons, 6 Chinchillas und 75 Axolotls (eine mexikanische Lurch-Art) im Transporter festgestellt. Erforderliche Genehmigungen nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen hatte der Fahrer nicht mit dabei. Außerdem waren die Tiere ohne Trinkwasser und in offensichtlich viel zu kleinen Transportboxen untergebracht. Deshalb wurde in der Nacht noch ein Veterinär hinzugezogen.

Die Wirbeltiere wurden schließlich in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt Amberg einstweilen im Tierheim Amberg untergebracht und aus Versorgungsgründen zwischenzeitlich teilweise auf andere Tierheime weiterverteilt.

Eine eingehende Abklärung des Sachverhaltes, insbesondere im Hinblick auf das Vorliegen der erforderlichen Genehmigungen, erfolgt derzeit noch durch die Verkehrspolizei Amberg. Das zuständige Veterinäramt ist mit eingebunden.

dpa/MF

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