Fr., 28.11.2014 , 10:04 Uhr

Aktionsbündnis übergibt 8.000 Unterschriften an Ministerin Aigner

Gestern Nachmittag hat Staatsministerin Ilse Aigner eine Abordnung des Aktionsbündnisses bestehend aus Erwin Molzan, Erwin Pfeffer, Edeltraud Winterstetter und Christian Billig in den Bayerischen Landtag eingeladen, um die fast 8000 Unterschriften „Gegen das Pumpspeicherwerk am Osser“ entgegenzunehmen.

Unterschriften sind nicht nur von Lamern – Ein Argument: Osser als Tourismusmagnet

Durch ihre Unterschrift haben auch 870 Lamer Bürger dokumentiert, dass sie die Zerstörungen der Osserlandschaft durch ein PSW nicht wollen. Die Erhaltung der Osserlandschaft ist jedoch nicht nur ein Anliegen der Lamer. Zahlreiche Unterschriften aus den Nachbarorten Lohberg, Arrach, Haibühl, Neukirchen, Rittsteig, Hohenwarth, sowie aus ganz Bayern, aber auch aus Tschechien und von vielen Feriengästen belegen den Widerstand gegen das Projekt Johanneszeche. Zum Auftakt der Veranstaltung bedankte sich Frau Aigner für den Besuch und betonte, dass sie für das Aktionsbündnis gerne die parallel laufende Plenarsitzung unterbreche. Insgesamt nahm sich die Ministerin zusammen mit ihren Mitarbeitern fast eine Stunde Zeit um die Sorgen und Bedenken der betroffenen Bevölkerung zu besprechen. Erwin Molzan schilderte die Schönheit der Osserlandschaft. Der Osser sei der Hausberg von Lam und ein Touristenmagnet. Menschen aus ganz Bayern, ja aus ganz Deutschland, ebenso wie aus dem Nachbarland Tschechien kämen hierher um Urlaub zu machen und vom Alltag zu entspannen. Die Schönheit dieses markanten und einmaligen Berges solle auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben und dürfe nicht zerstört werden.

Staatsministerin Aigner zum Unterbecken des Pumpspeicherkraftwerks: „Des is scho gscheid nah dran!“

Christian Billig erläuterte die Ängste der direkten Anwohner und betonte, dass sich 80% der Buchetbühler, Engelshütter und Schmelzer Bürger gegen das PSW ausgesprochen haben. In diesem Zusammenhang übergab er Bilder des voraussichtlichen Unterbeckens an Frau Staatsministerin Aigner. Die Ministerin reagierte mit dem Kommentar: „Des is scho gscheid nah dran!“ Billig regte an, dass für PSWs in Bezug auf Anwohner ähnliche Richtlinien erstellt werden sollten, wie sie momentan auch für Windräder und Stromtrassen erlassen werden. Wirtschaftliche Aspekte dürften nicht Vorrang vor dem Schutz der Anwohner und der Natur haben. Die Einwände gegen das geplante PSW wurden ausgiebig diskutiert. Die Bündnisleute zeigten auf, warum das geplante PSW am Osser die Anforderungen nicht erfülle, um als einer der 16 Topstandorte zu gelten, die in der vom Bayerischen Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen „Analyse der Pumpspeicherwerke in Bayern“ genannt wurden. Die Argumente beeindruckten so sehr, dass Ilse Aigner das Aktionsbündnis einlud am Energiedialog des Bay. Wirtschaftsministeriums und an Podiumsdiskussionen teilzunehmen. Christian Billig und Erwin Pfeffer nahmen die Einladung spontan an.

Ilse Aigner will sich persönlich ein Bild von der Lage am Osser machen

Zum Schluss wies Edeltraud Winterstetter darauf hin, dass die Natur am Osser dem Bund Naturschutz ein großes Anliegen sei. Die einmaligen Geotope, die seltene Pflanzen- und Tierwelt seien höchst schützenswerte Bereiche. Frau Aigner merkte an, dass sie den Osser nicht kenne, ihn aber gerne einmal besuchen wolle, worauf sie von den Bündnismitgliedern zu einem Besuch im Lamer Winkel eingeladen wurde. Bevor man sich verabschiedete sprach Erwin Molzan die Hoffnung aus, dass die Aussagen der Ministerin von Anfang September auch weiterhin Gültigkeit hätten. Damals hieß es aus dem Wirtschaftsministerium: Die Aussagen, die sie zum Jochberg getätigt hat, bezüglich des Naturschutzes und der Akzeptanz in der Bevölkerung, gelten ausdrücklich auch für die anderen geplanten Bauprojekte, also ausdrücklich auch für das geplante Werk am Osser.

MK/pm

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