Fr., 24.06.2022 , 18:25 Uhr

Aiwanger will sich wieder zum Freie-Wähler-Bundeschef wählen lassen

Am Niederbayer Aiwanger kommt bei den Freien Wählern offenbar auch außerhalb des Freistaates niemand vorbei: Auf der Bundesversammlung will die Partei ihn zum Vorsitzenden wählen. Wieder mal.

Routine-Wahl für Hubert Aiwanger: Bereits zum sechsten Mal in Folge will sich der bayerische Vize-Ministerpräsident am Samstag zum Bundesvorsitzenden der Freien Wähler küren lassen. Seit Februar 2010 hat der Niederbayer, der auch Chef der Freien Wähler in Bayern und Wirtschaftsminister im Freistaat ist, inne. Seine Wiederwahl dürfte einmal mehr eine reine Formalie sein, Gegenkandidaten sind wie immer keine zu erwarten, innerhalb der Freien Wähler ist Aiwanger im Grunde unumstritten.

2019 war Aiwanger mit 93,4 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Das Ergebnis am Samstag dürfte sich in der gleichen Größenordnung bewegen. Im vergangenen Jahr war Aiwanger auch Spitzenkandidat der Freien Wähler bei der Bundestagswahl, letztlich verpasste die Partei aber den Einzug in den Bundestag deutlich.

Seinen größten politischen Erfolg feierte Aiwanger 2018 bei der Landtagswahl in Bayern, als die Freien Wähler mit 11,6 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte einfuhren. Da die CSU zeitgleich ihre absolute Mehrheit verlor, sind die bürgerlich-konservativen Freien Wähler seither Mitglied der Staatsregierung.

Der 51-Jährige ist ein Instinktpolitiker, der sich insbesondere in der Corona-Pandemie auch immer wieder mit Söder und der CSU anlegte und einen liberaleren Kurs einforderte. Heimat des Agraringenieurs und zweifachen Vaters ist ein Bauerhof bei Rottenburg an der Laaber in Niederbayern. Der passionierte Jäger mit dem starken Akzent gilt im Landtag als Ausnahmeerscheinung. Er hält auch lange Reden am liebsten komplett ohne Manuskript, verliert dabei aber auch schon mal den Faden oder schweift weiter aus. Selbst seine Kritiker halten ihn für politisch begabt – aber auch ein Stück weit für einen begabten Populisten. Innerhalb der Freien Wähler werfen ihm seine Gegner einen egozentrischen und autoritären Führungsstil vor.

 

dpa

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