Mi., 11.01.2023 , 18:17 Uhr

Landkreis Kelheim: Autonome Busse sollen ohne Begleitung fahren

Im Landkreis Kelheim sind zwar schon autonome Shuttle-Busse unterwegs, jedoch benötigen diese bislang immer noch eine Person als sogenannten Sicherheitsbegleiter, der im Fahrzeug anwesend sein muss.

Das soll sich aber ändern: Es gibt eine neue Investition in das Projekt „SAFESTREAM“. Ziel ist es, dass die autonomen Busse schon bald nicht mehr direkt von einer Person begleitet werden müssen, sondern nur noch eine nicht im Fahrzeug anwesende technische Aufsicht existiert.

MF

 

Die Pressemitteilung aus dem Landkreis Kelheim

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat einem Konsortium von deutschen Experten im Bereich des autonomen Fahrens 8,9 Millionen Euro für das Projekt SAFESTREAM zugesprochen. Zusätzlich investieren die Konsortialpartner 6,9 Millionen Euro ins Projekt. Ziel ist es, den Betrieb fahrerloser öffentlicher Verkehrsmittel auf SAE Level 4 (d. h. ohne menschliche Aufsichtsperson an Bord) voranzutreiben.

Beteiligt sind der autonome Shuttle-Anbieter EasyMile als Konsortialführer und die Partner T-Systems für die Deutsche Telekom, TÜV Rheinland, P3, die Technische Universität München (TUM) sowie der Landkreis Kelheim und die Bahnen der Stadt Monheim.

Das Projekt baut auf dem bereits heute hochautomatisierten Betrieb der Shuttlebusse im öffentlichen Nahverkehr von Kelheim und Monheim am Rhein auf. Es ist ein entscheidender Schritt, um den Erfolg des Level-4-Betriebs des öffentlichen Verkehrs in Deutschland unter Beweis zu stellen, denn der Zuspruch und die Nutzung von autonomen öffentlichen Verkehrsmitteln gewinnen in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Deutschland hat Anfang des Jahres seinen Rechtsrahmen für autonomes Fahren fertiggestellt und SAFESTREAM wird sich auf diese neue Gesetzgebung stützen.

Das Ziel des Projektes ist es, den derzeit erforderlichen Sicherheitsbegleiter in den Fahrzeugen in Kelheim und Monheim am Rhein rechtskonform durch eine physisch nicht im Fahrzeug anwesende Technische Aufsicht abzulösen. Dies gilt es im Betrieb des Shuttle-Services zu demonstrieren.

Der Verzicht auf einen Sicherheitsbegleiter im autonomen Personenfahrzeug setzt dabei die Aufrechterhaltung des gleichen Sicherheitsniveaus für andere Fahrzeuge und Verkehrsteilnehmer voraus. So ergeben sich durch den autonomen Betrieb Vorteile wie beispielsweise eine höhere Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit der Services.

Um die Projektziele zu erreichen, wird die Rolle einer Technischen Aufsicht im Einklang mit den Anforderungen der AFGBV (Autonome-Fahrzeuge-Genehmigungs-und-Betriebs-Verordnung) definiert und implementiert. Die Ergebnisse und Herausforderungen werden in einem Leitfaden zusammengefasst, der weiteren Städten und Gemeinden in Deutschland helfen soll, die kosteneffiziente Einführung von autonomen Mobilitätslösungen im öffentlichen Raum zu beschleunigen.

„Für einen nachhaltigen Mobilitätswandel und eine höhere Nutzung des ÖPNV in unserem Landkreis muss sich die Qualität des Verkehrsangebotes deutlich verbessern. Ein echter Level 4 Betrieb unserer Verkehre wird uns zukünftig in die Lage versetzen, ein attraktives Mobilitätsangebot bereitzustellen, das kundenzentriert und langfristig finanzierbar ist.“Landrat Martin Neumeyer

Das SAFESTREAM-Konsortium hat bereits im August letzten Jahres mit der Zusammenarbeit begonnen. Für 2024 sind erste Tests auf den öffentlichen Straßen in Kelheim und Monheim am Rhein geplant. Bis dahin werden die erforderlichen Systeme und Software-Lösungen entwickelt, evaluiert und geprüft. Dies soll die Inbetriebnahme eines für den Straßenverkehr und alle Verkehrsteilnehmer sicheren Gesamtsystems auf Basis der AFGBV gewährleisten.

Dadurch wird bis 2025 eine Grundlage für skalierbare Flottenlösungen geschaffen, die zu einer substanziellen Verbesserung des ÖPNV durch deutlich attraktivere, besser zugängliche und verkehrstechnisch effizienter steuerbare Mobilitätsangebote führen. Diese umfasst sowohl technische und organisatorische Konzepte (Fahrzeug, Software, Technische Aufsicht), ökonomische Bewertungen (verändertes Mobilitätsprofil, verbesserte Flächennutzung in Städten, Vermeidung von überdimensionierten Verkehrslösungen) als auch wissenschaftliche Erkenntnisse (Mobilitätsverhalten, Sicherheit autonomer Systeme im Straßenverkehr, verbesserte Fahrzeugkonzepte).

 

Landkreis Kelheim

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