Seit der Gebietsreform 1972 haben Ernst Girmindl, Theo Zellner und Franz Löffler den Landkreis Cham als Landräte geführt. Nun erinnert eine neue Landrätegalerie im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes an ihr Wirken. Landrat Christian Schindler eröffnete die Galerie am Sonntag, 20. September, beim Tag der offenen Tür.
Drei großformatige Porträts mit Informationen über Leben und Wirken der früheren Landräte haben künftig einen festen Platz im Großen Sitzungssaal. Zahlreiche Ehrengäste sowie Besucher des Tags der offenen Tür nahmen an der Eröffnung teil.
Schindler betonte: „Die Geschichte des Landkreises Cham ist auch die Geschichte seiner Landräte“. Die Galerie erinnere an Menschen, die Verantwortung übernommen und die Entwicklung des Landkreises Cham über Jahrzehnte mitgestaltet hätten.
Altlandrat Theo Zellner bezeichnete die Würdigung als einen „feinen Zug“ des neuen Landrats.
Bei der Gebietsreform im Jahr 1972 wurden die damaligen Landkreise Cham, Kötzting, Roding und Waldmünchen größtenteils zum neuen Landkreis Cham zusammengeführt. Seitdem standen vor Christian Schindler drei Landräte an der Spitze: Ernst Girmindl, Theo Zellner und Franz Löffler.
Trotz unterschiedlicher Amtszeiten und Persönlichkeiten hätten alle drei eines gemeinsam, erklärte Schindler: „Sie haben Verantwortung für ihre Heimat übernommen und Chancen für die Menschen im Landkreis geschaffen.“
Der heutige Landrat erinnerte zugleich daran, dass die Entwicklung des Landkreises nicht allein das Werk seiner Landräte sei. Auch Kreistage, Kommunen, Verwaltung und zahlreiche engagierte Menschen hätten daran mitgewirkt. Besonders würdigte Schindler zudem die Familien seiner Vorgänger, die die Anforderungen des Amtes über viele Jahre mitgetragen hätten.
Ernst Girmindl war von 1972 bis 1996 Landrat des neu gebildeten Landkreises Cham. Zuvor hatte er fünf Jahre lang den damaligen Landkreis Roding geführt.
Eine seiner zentralen Aufgaben war es, die Menschen und Regionen der ehemaligen Landkreise zusammenzuführen. Gleichzeitig setzte er sich für die wirtschaftliche, touristische und kulturelle Entwicklung des damaligen Grenzlandes ein.
Schindler erinnerte bei der Eröffnung auch an eine persönliche Geschichte seiner Mutter. Als sie im Alter von 14 Jahren gemeinsam mit einer Freundin den Schulbus von Stamsried nach Pösing verpasst hatte, nahm Girmindl die beiden Jugendlichen spontan in seinem Auto mit.
Der Sohn des 2024 verstorbenen Altlandrats, Thomas Girmindl, dankte für die nachträgliche Ehrung seines Vaters. Die Arbeit für den Landkreis habe für Ernst Girmindl auch nach seiner Amtszeit eine große Bedeutung gehabt.
Auf Girmindl folgte Theo Zellner, der den Landkreis von 1996 bis 2010 führte. Schindler würdigte ihn als Motivator, der wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung und das Ehrenamt gesetzt habe.
Zellner bezeichnete es als besondere Ehre, mit seinem Porträt dauerhaft im Großen Sitzungssaal vertreten zu sein. Den Raum nannte er die „Keimzelle der demokratischen Abläufe“ im Landkreis.
Während seiner Amtszeit habe er das Landratsamt konsequent aus Sicht der Bevölkerung und der Wirtschaft betrachten wollen. Seinen Anspruch fasste Zellner so zusammen: „Der Mensch kommt vor der Vorschrift.“
Von 2010 bis 2026 stand Franz Löffler an der Spitze des Landkreises Cham. Christian Schindler würdigte seinen Vorgänger als „beherzten Macher“. Zu den Schwerpunkten seiner Amtszeit gehörten Bildung, Digitalisierung, Gesundheitsversorgung, Fachkräftesicherung, Mobilität und die Zusammenarbeit mit den tschechischen Nachbarn.
Auch nach seiner Zeit als Landrat übernimmt Löffler als Bezirkstagspräsident Verantwortung und setzt sich weiterhin für die deutsch-tschechischen Beziehungen ein.
Mit Blick auf die drei Porträts sagte Löffler: „Wir können nur deshalb da hängen, weil wir durch Wahlen mit den Menschen mehrmals einen guten Vertrag hatten“. Dafür sei er dankbar.
Schindler dankte Theo Zellner und Franz Löffler zudem für ihre Unterstützung und ihre Ratschläge nach seinem eigenen Amtsantritt. Die Porträts sollen nicht nur an Amtszeiten und politische Entscheidungen erinnern, sondern an die Menschen hinter dem Amt.
„Ich glaube, dass es in Sitzungen bereichernd ist, einen Blick nach rechts zu werfen und sich zu fragen, was diese drei Persönlichkeiten dazu gesagt hätten“, erklärte Schindler.
Die Landrätegalerie bleibt dauerhaft im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes Cham und erinnert dort an mehr als fünf Jahrzehnte Landkreisgeschichte.
PM Pressestelle Landratsamt Cham / TK