Do., 31.10.2019 , 10:49 Uhr

Insektenschwund in Wald- und Schutzgebieten

Viel wird seit einiger Zeit diskutiert über den dramatischen Insektenschwund und seine Ursachen. Doch belastbare Daten sind rar. Eine Studie zu drei Naturregionen Deutschlands liefert wertvolle neue Zahlen.

Auf vielen Flächen tummeln sich heute etwa ein Drittel weniger Insektenarten als noch vor einem Jahrzehnt. Dies geht aus einer Untersuchung eines von der Technischen Universität München (TUM) angeführten internationalen Forschungsteams hervor. Vom Artenschwund betroffen sind vor allem Wiesen, die sich in einer stark landwirtschaftlich genutzten Umgebung befinden – aber auch Wald- und Schutzgebiete.

Zwischen 2008 und 2017 hat ein Team aus Forschern. eine Vielzahl von Insektengruppen in Brandeburg, Thüringen und Baden-Württemberg erfasst. Auf 300 Flächen sind über eine Million Insekten gesammelt worden. So konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass viele der fast 2.700 untersuchten Arten rückläufig sind. Seltenere Arten sind in der letzten Jahren gar nicht mehr gefunden worden. Sowohl auf Waldflächen, als auch auf Wiesen sind nach zehn Jahren etwa ein Drittel weniger Insekten gezählt worden.

Dass solch ein Rückgang über nur ein Jahrzehnt festgestellt werden kann, haben wir nicht erwartet – das ist erschreckend, passt aber in das Bild, das immer mehr Studien zeichnen.

Wolfgang Weisser, einer der Initiatoren des Projekts an der Technischen Universität München

 

MWi

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