Mi., 20.06.2018 , 06:24 Uhr

Drogenbeauftragte: Nasenspray könnte Zahl der Drogentoten senken

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland könnte aus Sicht der Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) mit Hilfe eines Notfallmedikaments gesenkt werden. Sie setze «große Hoffnungen» in das Mittel Naloxon als Nasenspray, um Leben zu retten, erklärte Mortler. «Durch die einfache Gabe als Nasenspray wird die Hemmschwelle, zu helfen, sicherlich niedriger sein.»

Sie wolle aber den Ergebnissen eines Modellversuchs in Bayern zu dem Thema nicht vorgreifen. Dabei soll das Spray ab September in mehreren Städten vorsorglich für den Fall von Opioid-Überdosierungen abgegeben werden.

In Deutschland ist das verschreibungspflichtige Mittel bisher als Injektionslösung verfügbar und wird auch teils in der Drogenhilfe als Notfall-Kit an Konsumenten ausgegeben. Die Arznei kann ausschließlich Opioid-Überdosen kurzzeitig aufheben, macht den Notarzt aber nicht überflüssig. Mit dem Nasenspray, das in Deutschland bald auf den Markt kommen soll, erhoffen sich Suchtexperten eine breitere Anwendung. In den USA beispielsweise haben es viele Polizisten dabei.

Opioide wie etwa Oxycodon sind sehr starke Schmerzmittel, die bei Überdosierung zum Atemstillstand führen können. Hierzulande sorgten Opioid-Überdosen im Vorjahr für mehr als die Hälfte der rund 1270 Drogentoten.

dpa/MF

Das könnte Dich auch interessieren

13.03.2026 Maxhütte-Haidhof: Knochenfund gibt Rätsel auf – Kripo ermittelt wegen ungeklärtem Todesfall Am Freitag, 20. Februar 2026, sind bei Waldarbeiten in einem Waldstück bei Ibenthann menschliche Knochen entdeckt worden. 13.03.2026 Heute Abend im Programm 12.03.2026 Bayern: Landesweiter Probealarm am 12. März 2026 testet Sirenen, Warn-Apps und Cell Broadcast Am Donnerstag, 12. März 2026, findet ab 11:00 Uhr im gesamten Freistaat Bayern der landesweite Probealarm statt. 09.03.2026 Neumarkt i.d. Opf./Leipzig: Lange Haftstrafen für Mord auf Bahngleis bestätigt Sie schlugen einen Mann bewusstlos und legten ihn auf ein Bahngleis. Dort überrollte ihn ein Zug. Jetzt steht fest, dass zwei Männer dafür lange ins Gefängnis müssen.