Do., 17.06.2021 , 13:08 Uhr

Auch auf Mensch übertragbar

2021: Starker Anstieg der Hantavirus-Infektionen

In Baden-Württemberg und Bayern ist die Zahl der Infektionen mit dem Hantavirus dieses Jahr bereits deutlich gestiegen. Das Virus wird von Mäusen übertragen. Menschen können sich durch Einatmen anstecken - zum Beispiel bei Wald- und Gartenarbeiten.

In bestimmten Gebieten Deutschlands könnten sich in diesem Jahr aus Expertensicht besonders viele Menschen mit Hantaviren infizieren. Bis Mitte Juni waren in Deutschland für 2021 schon mehr als viermal mehr Fälle registriert als im gesamten Vorjahr, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin auf Anfrage mitteilte. Demnach wurden dem Institut seit Januar etwa 930 Fälle gemeldet, im gesamten Jahr 2020 waren es nur 230.

Besonders betroffen sind Teile des Landes Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern.

 

2012 die meisten Infektionen

Der aktuelle Trend ist den RKI-Zahlen zufolge aber nicht mit dem starken Hantavirus-Jahr 2012 vergleichbar – damals hatte es bis zur Jahresmitte bereits weit mehr als 1000 gemeldete Fälle gegeben. Im gesamten Jahr 2012 war der Stand mit etwa 2800 Infektionen der bislang höchste. Bei Hantavirus-Infektionen sind von Jahr zu Jahr starke Schwankungen üblich.

 

Ansteckung durch Einatmen

In Deutschland wird das Hantavirus vor allem von der Rötelmaus und der Brandmaus übertragen. Die Viren werden von infizierten Tieren mit Speichel, Urin und Kot ausgeschieden und können mehrere Tage infektiös bleiben. Menschen können sich durch Einatmen anstecken – etwa bei Wald- und Gartenarbeiten.

 

Grippeähnliche Beschwerden

Infektionen mit dem Hantavirus verlaufen oft ohne Symptome, können aber auch grippeähnliche Beschwerden hervorrufen – etwa Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, zudem mitunter Übelkeit und Erbrechen. Auch die Nieren können beeinträchtigt werden, bis hin zu akutem Nierenversagen. Behandelt werden nur die Symptome, eine vorbeugende Impfung gibt es nicht.

 

dpa/MB

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