Aiwanger zu Konjunktur: Bayerns Wirtschaft schlägt sich wacker

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich nach Vorlage der Konjunktur- und Arbeitsmarktzahlen vorsichtig optimistisch geäußert: „Die bayerische Wirtschaft und der Arbeitsmarkt schlagen sich in der Corona-Pandemie, der härtesten Belastungsprobe der Nachkriegszeit, ausgesprochen wacker, die Lage der einzelnen Branchen ist aber sehr uneinheitlich. Wir müssen gezielt handeln“, sagte Aiwanger.

Im Juli lag die Arbeitslosenquote im Freistaat mit 3,9 Prozent um 1,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau, aber weiter deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 6,2 Prozent. Aiwanger: „Jeder verlorene Arbeitsplatz ist schmerzhaft. Die Kurzarbeit hat uns aber Luft zum Handeln geschaffen. Mit der niedrigsten Arbeitslosenquote aller Bundesländer steht Bayern noch gut da.“

Der Wirtschaftsminister Aiwanger hofft, dass es in den nächsten Monaten nicht zu einem Rückschlag komme, etwa wenn sich das internationale Geschäftsumfeld erneut verschlechtert. „Es gibt mehrere gute Signale in den heimischen Märkten. Beim bayerischen Einzelhandel geht es vielfach schon wieder aufwärts, im Juni gab es ein Umsatzplus von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wenn auch sortimentsabhängig. Das Gastgewerbe profitiert vom Trend zum Urlaub im eigenen Land, gerade auch in ländlichen Regionen, während der Tourismus in Städten schlechter läuft. Auch in der Industrie und im Dienstleistungssektor verbessert sich die Lage. Die Automobilhersteller verzichten zunehmend auf Kurzarbeit. Dagegen ist der Zulieferbereich, der Maschinenbau und das Sorgenkind Luftfahrtbranche weiter unter Druck.“ Aiwanger zeigt sich erfreut, dass der ifo Konjunkturtest Bayern „in die richtige Richtung“ zeigt.

Die wirtschaftliche Erholung brauche weiter unsere enge Begleitung, kommentiert Aiwanger:  „In den besonders gebeutelten Branchen wird die Gesundung noch Zeit in Anspruch nehmen. Für diese Erholungsphase muss die Bundesregierung das Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängern.“

Auch auf Landesebene werde man weitere Impulse setzen, so Aiwanger: „In der aktuellen Situation ist die Investition in Zukunftsfelder wichtiger denn je-. Mit unserer Hightech Agenda fördern wir Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, Luft- und Raumfahrt und Digitalisierung. Auf meine Initiative hin sind zusätzlich Maßnahmen für den Mittelstand und regionale Schwerpunkte aufgenommen worden. Nur mit diesem ganzheitlichen Ansatz schaffen wir die nötige Dynamik für den Aufschwung und neue Arbeitsplätze.“

Mitteilung Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

 

Arbeitsmarkt im Juli

Die Arbeitslosenquote im Freistaat lag Ende Juli im Vergleich zum Juni unverändert bei 3,9 Prozent, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Insgesamt 295 665 Arbeitnehmer waren arbeitslos gemeldet, lediglich 1842 mehr als im Vormonat.

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