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Affecking: Brand in Chemiefabrik – So geht es mit der Fibres weiter

Ein Brand in der Kelheim Fibres hat am Sonntag nach ersten Schätzungen einen Schaden von mehr als 50 Millionen Euro angerichtet. Der Geschäftsführer der Firma rechne mit einem "oberen zweistelligen Millionenbetrag", teilte die Polizei mit. Ein Mitarbeiter der Firma und ein Feuerwehrmann wurden leicht verletzt. In dem Kunststoff verarbeitenden Betrieb waren mehrere Trocknungsanlagen und das Dach der Halle in Brand geraten. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung zunächst aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Auslöser für den Brand war nach Angaben des Landratsamtes eine Verpuffung im Kanalsystem der Firma. Der Brand habe dann umliegende Maschinen erfasst, teilte die Behörde unter Berufung auf Angaben des Unternehmens mit. Eigens angeordnete Luftmessungen ergaben keine Beeinträchtigungen für die Bevölkerung. Daher wurde wieder Entwarnung gegeben.

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Großbrand verursacht mehr als 50 Mio Euro Schaden
Brand bei Kelheim Fibres

Aufnahmen aus der Luft

Pressemitteilung des Landratsamtes Kelheim:

 

Bei einer Verpuffung im Kanalsystem der Kelheim Fibres GmbH am 14.10.2018 gegen 10 Uhr entstand ein Brand im Spinnsaal. „Der Brand erfasste umliegende Maschinen“, wie Konrad Brunner, Produktionsleiter der Fibres GmbH, bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mitteilte. Die Anlage ist stromlos und alle Ventile wurden geschlossen. Löschwasser und –schaum wurden aufgefangen und darüber hinaus wird die biologische Abwasseranlage derzeit geprüft.

Wie Landrat Martin Neumeyer und Bürgermeister Hartmann betonten, sind keine Toten und Verletzten zu beklagen. Lediglich ein Mitarbeiter der Kelheim Fibres GmbH klagte über Husten. Er befindet sich in ärztlicher Behandlung. Neumeyer und Hartmann dankten ausdrücklich allen Einsatzkräften für die professionelle und besonnene Vorgehensweise.

Der Brand wurde von einem Anlagenfahrer festgestellt und sofort an die Werksfeuerwehr gemeldet, woraufhin die zuständigen Feuerwehren insbesondere aus Kelheim von der integrierten Leitstelle Landshut alarmiert wurden.

Kreisbrandrat Nikolaus Höfler und sein Vertreter Kreisbrandinspektor Helmut Dötzel bestätigten, dass sich der Sondereinsatzplan für die Firma Kelheim Fibres GmbH bewährt habe. Über ein ausgeklügeltes System wurde die Bevölkerung über Radiodurchsagen und Facebook aufgefordert die Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ebenso errichteten die Feuerwehr- und Polizeieinsatzkräfte die notwendigen Straßensperrungen.

Die Messungen ergaben keine Beeinträchtigungen für die Bevölkerung. Daher konnte Entwarnung gegeben werden.

Erster Polizeihauptkommissar Erich Banczyk teilte mit „Die Absperrungen wurden mit Kräften vor Ort und aus der Region durchgeführt. Die Warndurchsagen erfolgten durch das Polizeipräsidium Straubing“. Zur Unterstützung der Feuerwehren setzte die Polizei auch einen Hubschrauber ein, um Bildaufnahmen der Schadenausmaßes zu machen.

Wie Landrat Neumeyer ausführte: „Das Alarmsystem hat funktioniert. Zu keiner Zeit bestand eine Gefährdung der Bevölkerung“.

Das Bürgertelefon des Landratsamtes 09441-2073112 wurde umgehend nach Schadensmeldung in Betrieb genommen und ist bis 18 Uhr besetzt.

Die Stimmabgabe bei der heutigen Landtags- und Bezirkswahl ist nicht beeinträchtigt.

Auch die Goldberg Klinik war in Alarmbereitschaft

Sonntagvormittag kurz vor 11 Uhr hat die Verantwortlichen der Klinik die Information erreicht, dass in der Industrieanlage ein Brand ausgebrochen war. Aufsichtsratsvorsitzender Martin Neumeyer löste daraufhin in Absprache mit den anderen Rettungskräften für die Klinik die Alarmstufe 3 aus. Damit werden Krankenhaus­einsatzleitung und die Beschäftigten der Klinik über einen internen Telefonalgorithmus von ihrem Wohnort in die Klinik gerufen. In wenigen Minuten waren viele Unterstützungskräfte vor Ort in der Klinik, um bei Bedarf die notwendigen Arbeiten sofort aufnehmen zu können.

Bereits ab 12 Uhr zeichnete sich ab, dass außer einer durch Rauchgas leicht verletzten Person zunächst keine weiteren Verletzten zu versorgen waren. Die erhöhte Alarmbereitschaft der Klinik wurde daraufhin ab etwa 12.30 Uhr auf die Alarmstufe 2 reduziert. Darüber hinaus blieben zusätzlich zur üblichen Wochenendbesetzung noch zwei Ärzte und vier erfahrene Pflegekräfte für weitere zwei Stunden in der Klinik, falls es im Verlauf der Brandbekämpfung doch noch zu Verletzungen kommen sollte.

Die Krankenhauseinsatzleitung, gebildet von Chefarzt Dr. Michael Reng, Pflegedirektorin Andrea Scheibenpflug und Prokurist Franz Kellner, stand in der Zeit mit der Einsatzleitung und Edward Antczak (Leitender Notarzt vor Ort) in engem Kontakt, um gegebenenfalls schnell und souverän auf alle möglichen Situationen reagieren und den Rettungskräften am Einsatzort die nötige Rückendeckung geben zu können.

© Irene Beck

Um 12.45 Uhr meldete der leitende Notarzt Antczak den Kollegen in der Klinik: „Wir sind uns jetzt sicher, dass mit unmittelbaren Opfern nicht mehr gerechnet werden muss.“ Allerdings waren noch Feuerwehrkräfte direkt am Einsatzort mit Löscharbeiten beschäftigt. Von Seiten der Klinik wurden noch Ressourcen für den Fall der Fälle vorgehalten. Der Routinebetrieb der Klink lief ohne nennenswerte Beeinträchtigung während der Alarmierung weiter.

„Wir sind sehr glücklich, dass heute keine Menschen ernsthaft zu Schaden gekommen sind, auch wenn der materielle Schaden für Kelheim Fibres sicherlich enorm ist.“ Martin Neumeyer, CSU, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Klinik

Erleichtert wegen des glücklichen Verlaufs schickte die Goldberg-Klinik die vorsorglich vorbereiteten, aber nun glücklicherweise doch nicht vor Ort benötigten Getränke und Brotzeiten an die Einsatzstelle. Für die Kollegen dort und unsere Unterstützungskräfte war bis dahin das sonntägliche Mittagessen ausgefallen.