Abensberg: Informationen zu Starkregenereignissen

Die allgemein als „Starkregenereignisse“ beschriebenen Niederschläge ab dem 29. Mai 2016 haben auch im  Stadtgebiet Abensberg teilweise verheerende Folgen nach sich gezogen. Nicht hoch genug zu werten ist in diesem Zusammenhang die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Abensberg und aller Beteiligten und helfenden Feuerwehren aus den Ortsteilen, aus dem Landkreis sowie darüber hinaus. Über 200 Freiwillige waren im Einsatz;  die FFW Abensberg hatte es zudem schwer, da sie in den Tagen zuvor ein umfangreiches Floriansfest vorbereitet und am Sonntag durchgeführt hatte – direkt im Anschluss an die Fest-Arbeit ging es in die Einsätze, die sich über mehrere Tage hinzogen und teilweise bis ins anschließende Wochenende dauerten.

 Die Stadt Abensberg möchte mit einigen Informationen zur derzeit laufenden Debatte um Starkregenereignisse / Hochwasser beitragen. Im Übrigen sei der Hinweis erlaubt, dass der Landkreis Kelheim bei aller subjektiven Betroffenheit im Einzelnen sehr glimpflich davongekommen ist.

 

 Erster Bürgermeister Dr. Uwe Brandl: „Bei Wassermassen, die die Abens in knapp einer Stunde um nahezu einen Meter steigen lassen, gibt es keinen hundertprozentigen Schutz.“ Ein Bauwerk, das derartige Wassermengen aufnimmt, gibt es nicht.

 

© Foto: Stadt Abensberg/Wohlgemuth

Allerdings werden die Folgen dieses weit überdurchschnittlichen Niederschlags von einigen Punkten drastisch verschärft. Einige Ursachen seien beispielhaft genannt:

In den 60er und 70er Jahren wurden Grundstücke mit Drainagerohren versehen; dies geschah oftmals völlig ohne kommunale Mitwirkung. Die Ableitung erfolgte – und erfolgt also bis heute – zum Beispiel in nahe liegende Gewässer oder Kanäle. Diese sind bei starken Niederschlägen völlig überlastet, da sie durch die Drainage weit mehr Niederschlagswasser erhalten, als ihr natürlicher „Lauf“ dies aufnehmen könnte.

Leider gab und gibt es immer noch Fehlanschlüsse der Grundstücke an das Kanalsystem. Werden diese z.B. unterhalb der so genannten Rückstauebene angeschlossen, kommt es bei derartigen Regenereignissen zum Rückfluss. Muren und Schlammabgänge aus umliegenden Feldern haben manches Grundstück und manches Anwesen regelrecht überrollt. Die Aufnahmekapazität jedes Bodens ist begrenzt. Kommen solche Schlammabgänge z.B. an einen Lichtschacht, ist der Schaden durch das nahezu ungehinderte Eindringen in die jeweilige Immobilie immens. Ein maßgeblicher Beitrag ist auch die veränderte Bodenbewirtschaftung. Intensiver Maisanbau, Folien auf Feldern oder das Fehlen von Rainen sorgen dafür, dass Wasser weit weniger als früher in den Feldern gehalten wird. Der schnelle und massive Abfluss führt zudem zu einer schädlichen Bodenerosion.

 Die Stadt hat in den letzten Jahren sehr viel für die Rückhaltung von Niederschlagswasser getan; derzeit steht der Bau eines Rückhaltebeckens in  Offenstetten  an. Bei neuen Baugebieten wird Niederschlagswasser nicht mehr in den Kanal geleitet – zumindest, sofern es die Bodenverhältnisse erlauben. Seit einigen Monaten wird überdies das gesamte Kanalsystem im Stadtgebiet neu berechnet; die fachgerechte Optimierung der leitungsgebundenen Einrichtungen wird damit weiter fortgesetzt. Erster Bürgermeister Dr. Uwe Brandl: „Sünden der Vergangenheit wie z.B. in den 60er Jahren das Zulassen von Bebauung in Feuchtflächen, das Dulden des Einleitens von Drainagewasser oder das Verfüllen von Rückhaltebereichen können wir heute leider nicht mehr rückgängig machen. Schauen wir nach vorne – und versuchen das zu tun, was möglich ist ".

 Die  Stadt Abensberg steht mit dem Bauhof und der gesamten Verwaltung für alle Fragen und Notsituationen selbstverständlich zur Verfügung.

PM/LH