Berchinger Rossmarkt: Gegen geplante Stromtrasse wurde lautstark demonstriert

Der traditionelle Berchinger Rossmarkt ging heute über die Bühne. Über 100 prachtvoll geschmückte Pferde wurden aufgetrieben. Viele der rund 50 Pferdehalter kommen seit Jahrzehnten ins oberpfälzische Berching, um stolz ihre geschmückten Rösser zu präsentieren. Dafür erhalten sie pro Tier eine nach Rassen gestaffelte Auftriebsprämie von bis zu 55 Euro. Zum größten eintägigen Wintervolksfest in Bayern kann die Stadt heuer mehr als 25 000 Besucher zählen. Aus deren Mitte machen sich heute aber lautstark Demonstranten bemerkbar.

Zahlreiche Bürgerinitiativen, die sich gegen die geplante Stromtrasse durch Bayern einsetzen, haben lautstark demonstriert. Ihnen geht es hauptsächlich darum, die bis zu 70 Meter hohen Masten der geplanten Stromtrasse nicht in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnorte zu haben. Mehrere hundert Mitglieder der Bürgerinitiativen waren anwesend, viele von ihnen mit Transparenten wie „Monstertrasse – Gefahr für Mensch, Tier und Umwelt“.  Die Gegner der geplanten Stromtrasse fürchten mögliche gesundheitliche Schäden durch die von den Leitungen hervorgerufenen elektrischen Felder.

Hauptrednerin bei der politischen Kundgebung war die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Sie erntete aus den Reihen der Trassengegner immer wieder Schmährufe. Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich musste die Demonstranten vor Aigners Auftritt beruhigen. Der Rossmarkt geht auf eine jahrhundertealte Berchinger Vorschrift zurück, die von Pferdebesitzern verlangte, ihre Tiere für Gesundheitsuntersuchungen vorzuführen. Heute werden allerdings keine Pferde mehr verkauft.

dpa/MK/ Fotos: Matthias Feuerer