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Wochen gegen Rassismus: Rechte Parolen auf Plakaten

Am kommenden Sonntag ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Im Jahr 1966 wurde der 21. März von den Vereinten Nationen dazu ausgerufen. Passend zu diesem Tag gibt es Aktionswochen. Städte und Menschen überall auf der Welt beteiligen sich daran. Sie zeigen sich solidarisch mit denen, die Opfer von Rassismus wurden. Auch in Regensburg. Dort wurde der Neupfarrplatz für zwei Wochen in „Fatih- Saraçoğlu-Platz“ umgetauft. Der wurde beim rechtsterroristischen Attentat in Hanau ermordet. Nun wurden die Plakate heruntergerissen und zerstört - einige mit rechten Parolen beklebt. 

Hier die Meldung des Integrationsbeirats Regensburg

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die jedes Jahr vom Integrationsbeirat der Stadt Regensburg und Kooperationspartner_innen veranstaltet werden, findet u.a. aktuell eine Gedenk- und Kunstaktion statt. Mit der von der Stadt Regensburg genehmigten Aktion SAY THEIR NAMES erinnern wir an Persönlichkeiten, die gegen Rassismus ankämpften, von Rassismus betroffen sind oder durch die rassistische Kontinuität in Deutschland ihr Leben verloren haben. Sie sollen in der Stadt an öffentlichen Plätzen und Straßen präsent gemacht werden. Hinter SAY THEIR NAMES stehen Persönlichkeiten, Geschichten und Schicksale. Jeder Name in dieser künstlerischen Aktion bezeugt mit seiner Geschichte die Relevanz des gemeinsamen Kampfes gegen Rassismus. Die Namen lauten: Fatih Saraçoğlu, May Ayim und Yohannes Alemu. Wir können bei der Aktion nur wenige Namen nennen, die stellvertretend für eine Vielzahl von Personen stehen.

Der Neupfarrplatz in der Regensburger Innenstadt heißt für zwei Wochen „Fatih- Saraçoğlu-Platz“. Fatih Saraçoğlu wurde am 19. Februar 2020 in Hanau von einem Rechtsterrorist erschossen. Er lebte lange in Regensburg und hat noch immer Familie und Freund_innen in der Stadt. Wir haben für die temporäre Umbenennung große Plakate mit seinem Porträt und einem kurzen Text aufgehängt. Passant_innen steckten zudem eine weiße Rose an ein Plakat.

Während weite Teile der Regensburger Öffentlichkeit positiv und mit Anteilnahme auf diese Umbenennung reagieren gibt es auch Menschen in unserer Stadt, die diese Aktion massiv ablehnen. So wurden von Montag auf Dienstag mehrere Plakate heruntergerissen und zerstört. Nachdem diese am Dienstagabend erneut aufgehängt wurden entdeckten wir an den gleichen Plakaten bereits am nächsten Morgen Sticker mit extrem rechten Inhalten und haben diese entfernt. An dieser Stelle möchten wir die Parolen und Worte auf den Stickern nicht wiedergeben, um den rechten Inhalten keine Plattform zu bieten.

Wir, die die Person Fatih Saraçoğlu im Rahmen der Aktion SAY THEIR NAMES vorstellen und der Integrationsbeirat, verurteilen diese Vorfälle scharf. Mehrfach wurden in den letzten Tagen die Plakate beschädigt, die an einen Menschen erinnern und gedenken sollen. Fatih Saraçoğlu ist in Hanau durch die Schüsse eines rechten Terroristen ermordet worden. Bei der aktuellen Gedenkaktion am Neupfarrplatz wird erneut die Erinnerung an diese Person durch rechte Aktivitäten gestört und beschädigt. Diese Vorgänge sind für uns inakzeptabel. Aus diesem Grund haben wir (18.03.2021) bei der Polizei Regensburg Anzeige erstattet.

Diese Taten zeigen, dass Rassismus und rechte Umtriebe tief in unserer Gesellschaft verankert sind. Wieder einmal wird offensichtlich, wie notwendig antirassistische Arbeit ist. Auch in unserer Stadt Regensburg müssen wir uns den täglichen und gemeinsamen Kampf gegen Rassismus und rechte Hetze stellen. Wir bitten auch die Stadtgesellschaft die Gedenk- und Erinnerungsaktion zu unterstützen und zu schützen. Zum Beispiel indem wir solche Aktionen vor Übergriffen bewahren und gemeinsam gegen rassistische Hetze vorgehen. Wir werden uns nicht unterkriegen lassen und weiterhin entschlossen gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit einstehen. Wir zeigen uns weiterhin solidarisch mit allen Betroffenen von Rassismus.

 

pm/MS

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Rechte Parolen auf einem Plakat
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Heruntergerissenes Plakat

Darum geht es in den Wochen gegen Rassismus

Regensburg: Wochen gegen Rassismus