Wegen Corona: Krones schreibt 2020 rote Zahlen

Die Corona-Pandemie hat dem Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller Krones im vergangenen Jahr rote Zahlen eingebrockt. Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen nach vorläufigen Berechnungen für 2020 einen Fehlbetrag von 79,7 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 9,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Weil die Kunden wegen der Pandemie weniger investierten, gingen bei Krones die Aufträge deutlich zurück und lagen fast ein Fünftel unter dem Vorjahr, wenngleich der Konzern für das Schlussquartal «erste positive Anzeichen der Besserung» vermeldete. Der Umsatz sank auf Jahressicht um 16 Prozent auf 3,32 Milliarden Euro.

Für das neue Jahr erwartet der Vorstand nunmehr zwar eine leichte Belebung der Geschäfte, stellt aber für den Umsatz zunächst nur ein kleines Plus von 2,5 bis 3,5 Prozent in Aussicht. Dank der eingeläuteten Sparmaßnahmen inklusive des Stellenabbaus soll sich dabei die Profitabilität verbessern.

 

 

Die Krones-Zahlen im Überblick

  • Wegen der Covid-19-Pandemie fällt der Konzernumsatz von Krones 2020 um 16,1 % auf 3,32 Mrd. Euro.
  • Der Auftragseingang war ebenfalls stark von Corona betroffen und liegt mit 3,31 Mrd. Euro um 19,0 % niedriger als 2019. Im 4. Quartal zeigten sich jedoch erste positive Anzeichen der Besserung.
  • Die Ertragskraft von Krones wurde von Aufwendungen für Kapazitätsanpassungen in Höhe von rund 72 Mio. Euro beeinflusst. Das EBITDA sinkt von 227,3 Mio. Euro auf 133,2 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge beträgt 4,0 % (Vorjahr: 5,7 %). Ohne diese Sonderbelastungen beträgt die EBITDA-Marge 6,2 % (Vorjahr: 6,6 %).
  • Krones erwirtschaftet 2020 einen Free Cashflow von 221,3 Mio. Euro (Vorjahr: minus 94,4 Mio. Euro).
  • Für das laufende Jahr erwartet Krones, auf Basis der derzeitigen Lage, eine leichte Belebung des Geschäfts und prognostiziert für 2021 ein Umsatzwachstum von 2,5 bis 3,5 % sowie eine Verbesserung der EBITDA-Marge auf 6,5 bis 7,5 %.

 

Corona-Pandemie beeinflusst Unternehmen stark

Der Umsatz verringerte sich aufgrund der Covid-19-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr um 16,1 % von 3.958,9 Mio. Euro auf 3.322,7 Mio. Euro. Damit gingen die Erlöse etwas weniger stark zurück als Anfang November 2020 prognostiziert (minus 17 %).

Die unsicheren gesamtwirtschaftlichen Aussichten belasteten 2020 auch die Investitionsbereitschaft der Kunden von Krones. Darunter litt der Auftragseingang des Unternehmens hauptsächlich im ersten Halbjahr. Im dritten und insbesondere im vierten Quartal zog der Wert der Bestellungen deutlich an. Insgesamt war der Auftragseingang 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 19,0 % von 4.083,5 Mio. Euro auf 3.307,1 Mio. Euro rückläufig. Ende 2020 verfügte Krones über einen Auftragsbestand von 1,21 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,39 Mrd. Euro).

 

Ertragskraft von Corona und Sonderbelastungen beeinflusst

Krones konnte die Produktionskapazitäten aufgrund des geringeren Auftragseingangs nicht optimal auslasten. Dies belastete die Ertragskraft 2020. Einsparungen infolge der strukturellen Maßnahmen, die das Unternehmen im zweiten Halbjahr 2019 beschlossen hatte, wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus. Insgesamt ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern und Abschreibungen (EBITDA) 2020 von 227,3 Mio. Euro im Vorjahr auf 133,2 Mio. Euro zurück. Die EBITDA-Marge lag bei 4,0 % (Vorjahr: 5,7 %). Dabei ist zu berücksichtigen, dass das EBITDA 2020 mit rund 72 Mio. Euro für Aufwendungen für die Personalmaßnahmen belastet wurde. Ohne diese Aufwendungen zur Kapazitätsanpassung lag die EBITDA-Marge 2020 bei 6,2 % (Vorjahr: 6,6 %). Die Prognose des Vorstands von 5,5 % bis 6,0 % wurde somit leicht übertroffen.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verringerte sich 2020 von 41,7 Mio. Euro im Vorjahr auf minus 36,6 Mio. Euro. Neben den Aufwendungen zur Kapazitätsanpassung minderten das EBT zusätzlich Aufwendungen für Abschreibungen auf Firmenwerte (Goodwill) sowie Wertberichtungen in Höhe von rund 8 Mio. Euro. Ohne die Sonderbelastungen von insgesamt etwa 80 Mio. Euro betrug die EBT-Marge 1,3 %. Das Konzernergebnis von Krones lag 2020 bei minus 79,7 Mio. Euro (Vorjahr: plus 9,2 Mio. Euro). Das entspricht einem Ergebnis je Aktie von minus 2,52 Euro (Vorjahr: plus 0,30 Euro)

 

Free Cashflow von 221,3 Mio. Euro liegt deutlich über dem Vorjahr

Positiv entwickelte sich 2020 der Free Cashflow. Krones verbesserte diesen im Vergleich zum Vorjahr um 315,7 Mio. Euro auf 221,3 Mio. Euro. Wesentlicher Grund hierfür war neben den geringeren Investitionen das niedrigere Working Capital. Die Kennzahl Working Capital in Relation zum Umsatz stieg jedoch aufgrund des stark rückläufigen Umsatzes auf 28,3 % (Vorjahr: 26,9 %). Die Eigenkapitalquote betrug 39,4 % (Vorjahr: 41,3 %). Insgesamt weist Krones weiterhin eine sehr solide Finanz- und Kapitalstruktur aus.

Alle genannten Zahlen sind vorläufig und können sich im Rahmen der Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer noch ändern. Den Geschäftsbericht 2020 veröffentlicht Krones am 25. März 2021.

 

Geringes Wachstum für 2021 prognostiziert

Für das Geschäftsjahr 2021 prognostiziert Krones – bedingt durch die weiterhin anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der Entwicklung der Covid-19-Pandemie – ein geringes Wachstum von 2,5 % bis 3,5 % beim Umsatz. Aufgrund der leichten Umsatzbelebung und den Einsparungen aus den strukturellen Maßnahmen erwartet der Vorstand eine bessere Ertragskraft als 2020. Bei der EBITDA-Marge rechnet Krones 2021 mit 6,5 % bis 7,5 %. Die dritte Zielgröße Working Capital in Relation zum Umsatz soll sich auf 26 % bis 27 % verbessern.

Die Prognose 2021 steht unter dem Vorbehalt, dass es zu keinen gravierenden Belastungen durch die Covid-19-Pandemie, wie beispielsweise schwere Virusmutationen oder Impfschwierigkeiten, kommt. Dies würde die Gesamtwirtschaft und somit auch Krones stärker als aktuell erwartet belasten und zu negativen Umsatz- und Ergebniseffekten führen.

 

dpa/Krones AG/MB