Update: Schusswaffengebrauch nach Traktor-Flucht

WÖLSENDORF, LKR. SCHWANDORF: Nachdem ein Traktorfahrer sich einer Verkehrskontrolle entzog, gefährdete er in der Folge Polizeibeamte, indem er unter anderem zwei Streifenwagen rammte.  Die eingesetzten Beamten machten im Eisatzgeschehen auch von ihrer dienstlichen Schusswaffe Gebrauch. Im Einsatzverlauf erlitt der Mann eine Beinverletzung, die vom Schusswaffeneinsatz herrühren könnte.

Am Donnerstag, 13.04.2017, gegen 15:15 Uhr hatten zwei Polizeibeamte der Polizeiinspektion Nabburg im Rahmen eines anderen Einsatzes im Ortsteil Wölsendorf Kontakt mit einem 45-jährigen Traktorfahrer. Da sich im Laufe des Gesprächs der Verdacht ergab, dass der Mann möglicherweise nicht fahrtüchtig war, entschlossen sich die Polizisten zu einer Verkehrskontrolle. Da der 45-jährige bereits wieder losgefahren war, gaben die Beamten Anhaltesignale, die dieser beharrlich missachtete.  Im weiteren Verlauf gefährdete der Mann verschiedene Polizeibeamte und rammte zwei Dienstfahrzeuge mit seinem Traktor.

Der gesamte Vorgang dauerte annähernd 30 Minuten und ereignete sich in und um den Ort Wölsendorf. Im Einsatzverlauf wurden weitere Streifen hinzugezogen und die Beamten setzten Pfefferspray sowie den Einsatzstock ein und gaben mehrere Schüsse aus ihren Dienstwaffen ab, um den Mann zu stoppen.

Letztlich gelang es den Traktorfahrer auf einer Wiese außerhalb des Ortes zu stoppen und festzunehmen. Der 45-Jährige erlitt eine Verletzung am Bein, die vom Schusswaffengebrauch herrühren könnte. Die eingesetzten Polizeibeamten leisteten bis zum Eintreffen verständigter Rettungskräfte Erste Hilfe. Der Tatverdächtige befindet sich derzeit in einem Krankenhaus zur Behandlung. Zwei Polizeibeamte wurden durch einen Pfeffersprayeinsatz leicht verletzt.

Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg nahm noch am Tatort die Ermittlungen zum Geschehen auf. Das Bayerische Landeskriminalamt führt die erforderlichen Ermittlungen zum polizeilichen Schusswaffengebrauch durch. Die Ermittler standen dabei in engem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Amberg. Deren Leiter befand sich ebenfalls vor Ort, um sich ein Bild von den Ereignissen zu machen.

Gegen den 45jährigen Mann wird wegen des Verdachts des versuchten Totschlags zum Nachteil eines Polizeibeamten ermittelt.

Für die Ermittler ist es nun auch wichtig, ob im Verlauf der Flucht andere Personen oder Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden. Personen, die selbst gefährdet wurden oder die auf die Geschehnisse aufmerksam wurden, werden dringend gebeten, sich mit der Polizei unter der Rufnummer 09621-890-0 in Verbindung zu setzen.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang ein Fahrzeugführer eines roten VW Golf, der gegen 15:30 Uhr auf der Verbindungsstraße von Wölsendorf nach Unterwarnbach fuhr und offensichtlich vor dem auf ihn zufahrenden grünen Traktor wendete und wegfuhr. Dieser Fahrzeuglenker stellt für die Polizei einen wichtigen Zeugen dar. Zur Dokumentation des gesamten Einsatzgebietes setzten die Ermittler einen Polizeihubschrauber ein. Die Ermittlungen zum genauen Ablauf dauern an.

PM / NS