© Symbolbild / Quelle: Pixabay

Unwetter über Ostbayern: 330 Einsätze in der Oberpfalz

Das Sturmtief „Fabienne“ ist gestern Abend (Sonntag, 23.09.) über Ostbayern hinweggezogen. In der gesamten Oberpfalz wurden die Einsatzkräfte zu 330 Notfällen gerufen- neun Personen wurden verletzt. In Niederbayern waren es 115 witterungsbedingte Notrufe, hauptsächlich wegen umgestürzter Bäume.

Hier der Polizeibericht des Polizeipräsidiums Oberpfalz:

Bei der Polizeieinsatzzentrale Oberpfalz in Regensburg wurden am Sonntag, 23.09.2018, in der Zeit von 18.00 Uhr bis 21.30 Uhr, über 330 unwetterbedingte Einsätze registriert. Betroffen war die gesamte Oberpfalz, die zahlenmäßigen Schwerpunkte bildeten neben dem Stadtgebiet Weiden die Landkreise Neustadt a.d. Waldnaab und Amberg-Sulzbach sowie Stadt und Landkreis Regensburg.
Mehrere Verletzte gab es bei einem Fest in Neumarkt i.d.Opf. Im Ortsteil Lippertshofen war während des Sturms die Spitze des Kirchweihbaumes abgebrochen. Die ca. 8 bis 10 m lange Baumspitze fiel auf das Dach des Festzeltes, in dem sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 30 Personen aufhielten. Sechs Festbesucher wurden dabei leicht verletzt und vorsorglich ins örtliche Krankenhaus eingeliefert.
Der Großteil der weiteren Einsätze bezog sich auf herabfallende Äste und umgestürzte Bäume. Die BAB A93 musste bei Weiden i.d.OPf. wegen zahlreicher umgefallener Bäume für ca. 3 Stunden gesperrt werden. Kräfte der Feuerwehr und des THW waren mit schwerem Gerät im Einsatz, um die Autobahn wieder frei zu machen.
Außerdem wurden etwa 20 Verkehrsunfälle gemeldet, bei denen der Sturm mitursächlich war. Fahrzeuge wurden z.B. durch Böen in die Leitplanken gedrückt oder prallten gegen umgestürzte Bäume. Drei Pkw-Lenker wurden leicht verletzt, als umfallende Bäume während der Fahrt auf deren Fahrzeuge krachten.
Ebenfalls wegen umgestürzter Bäume wurde der komplette Zugverkehr in der Oberpfalz auf unbestimmte Zeit eingestellt. Eine Prognose, wann die Schäden beseitigt sind bzw. bis wann der Zugverkehr wieder aufgenommen wird, konnte durch die Bahn nicht abgegeben werden.
Mehrere Bäume fielen auch auf Trafostationen und Stromleitungen. Dies führte zu zahlreichen Stromausfällen beispielsweise in Weiden i.d.Opf., Hirschau und Königstein im Lkr. Amberg-Sulzbach, oder Pilsach im Lkr. Neumarkt i.d.OPf. Bei Maxhütte-Haidhof im Lkr. Schwandorf kam es so zu einem kleinen Brand, der von der Feuerwehr schnell gelöscht werden konnte.
Bei mehreren Gebäuden wurden durch den Wind die Dächer zum Teil oder gar komplett abgedeckt. Betroffen hiervon waren neben Wohnhäusern z.B. in Regensburg sowie Kirchenthumbach und Mantel, Lkr. Neustadt a.d. Waldnaab, u.a. auch die Bundeskasse Weiden und eine Firma in Auerbach i.d.Opf, die medizinische Geräte herstellt. Herabfallende Ziegel beschädigten in mehreren Ortschaften geparkte Fahrzeuge.
Weitere Schäden entstanden beispielsweise auch durch umstürzende Bauzäune und Baustellenabsperrungen. In Weiden i.d.OPf. stürzte bei der Großbaustelle „NOC – Nordoberpfalz-Center“ das Baugerüst teilweise ein. Die Höhe der entstandenen Sachschäden kann momentan nicht beziffert werden.
Eine weitere Begleiterscheinung des Sturmtiefs war, dass zahlreiche Alarmanlagen bei Firmen oder Geschäftsbetrieben Alarme auslösten. Hier musste die Polizei trotzdem sofort überprüfen, ob es sich wirklich Fehlalarme handelte.
Gegen 21 Uhr beruhigte sich die Wetterlage zusehends.
Welche Unwetterschäden zeitgleich über die Notruf-Nummer 112 bei den Integrierten Leitstellen in Amberg, Regensburg und Weiden i.d.OPf. gemeldet wurden, ist bei der Polizei nicht bekannt.

Hier der Polizeibericht aus Niederbayern:

Aufgrund der Wetterlage, insbesondere durch teilweise sturmartige Böen, gingen am Sonntag, 23.09.18, zwischen 19.45 und 21.45 h, über 115 witterungsbedingte Notrufe bei der Einsatzzentrale des PP Niederbayern ein, wobei vor allem aufgrund umgestürzter Bäume die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr benötigt wurden.
Aufgrund des Unwetters kam es zu sieben Verkehrsunfällen, bei denen Verkehrsteilnehmer gegen auf der Fahrbahn liegende Bäume bzw. Äste gefahren sind. Hierbei blieb es meist bei geringen Schäden an den Fahrzeugen.
Bei einem Verkehrsunfall im Landkreis Straubing-Bogen, bei dem ein Pkw-Fahrer wegen einem umgestürzten Baum verkehrsbedingt anhalten musste und ein nachfolgender Pkw auf diesen auffuhr, wurde eine Person leicht verletzt.
Aufgrund von umgestürzten Bäumen mussten auch mehrere Straßen kurzfristig gesperrt werden.
Weiterhin wurde auf der Bahnstrecke Passau – Obertraubling im Bereich Vilshofen wegen eines umgestürzten Baumes, welcher auf den Gleisen lag, der Zugverkehr kurzzeitig eingestellt.
Im Stadtgebiet Straubing wurden Teile des Blechdaches (ca. 150 qm) eines Mehrfamilienhauses bei dem Unwetter abgedeckt.
Daneben kam es aufgrund des Unwetters auch zu zahlreichen Alarmen, welche sich jedoch bei der Überprüfung dann als Fehlalarme herausstellten.

 

pm/MS