Uni Regensburg: Studieneinstieg für Flüchtlinge wird erleichtert

Die Universität Regensburg will Flüchtlingen den Einstieg in ein Studium erleichtern. Aus diesem Grund wurde ein Maßnahmenkatalog beschlossen, den eine Pressemitteilung der Universität beschreibt:

Die Universität Regensburg unterstützt bereits zahlreiche Projekte für Flüchtlinge. Mit besonderen Beratungsangeboten wendet sie sich auch an studieninteressierte Flüchtlinge. Für sie hat die Universitätsleitung nun ein einen erweiterten Maßnahmenkatalog beschlossen. Neben der Möglichkeit eines speziellen Orientierungsstudiums für Flüchtlinge werden zusätzliche Sprachkurse angeboten und die Mentoring-Programme wesentlich erweitert. Die neuen Maßnahmen werden im Wintersemester 2015/16 anlaufen und auch im Sommersemester 2016 fortgesetzt.

Seit dem Frühjahr 2015 wenden sich vermehrt Flüchtlinge an das International Office (IO) der Universität mit dem Ziel, in studienvorbereitende Kurse bzw. ein Fachstudium einzusteigen. Das IO ist die zentrale Anlaufstelle zur Erstorientierung für alle Flüchtlinge, die ein Studium an der Universität Regensburg planen. In Kooperation mit den zuständigen Behörden und allen universitätsinternen Akteuren, die in den Prozess der Studienorientierung und Bewerbung eingebunden sind (Studentenkanzlei, Lehrgebiet Deutsch als Fremdsprache, Zentrale Studienberatung), werden die Anfragen dort individuell bearbeitet. Im Falle aller Anfragen an das IO konnten Zeugnisse über die akademische Vorbildung aus dem Heimatland vorgelegt werden. Allerdings bringen die meisten studieninteressierten Flüchtlinge nur geringe oder gar keine Deutschkenntnisse mit.

Für das Sommersemester 2016 ist nach Einschätzung des IO mit einer noch höheren Zahl an Anfragen zu rechnen. In diesem Zusammenhang hat das Präsidium der Universität Regensburg in seiner Sitzung vom 12. Oktober 2015 einen erweiterten Maßnahmenkatalog beschlossen.

„Unser Ziel ist es, studieninteressierten Flüchtlingen den Einstieg in ein Studium zu erleichtern“, erklärt Prof. Dr. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg. „Über die Bereitstellung von zusätzlichem Personal und weiteren finanziellen Ressourcen wollen wir eine Willkommenskultur für Flüchtlinge schaffen. Das ist ein Anliegen der gesamten Universitätsgemeinschaft.“

In Kooperation mit der Zentralen Studienberatung wird das IO studieninteressierten Flüchtlingen im Rahmen eines neuen Orientierungsstudiums den Zugang zu einzelnen Fachveranstaltungen ermöglichen, sofern die dafür nötigen Sprachkenntnisse vorliegen. Hilfe beim Spracherwerb wird über zusätzliche Deutschkurse geboten. So haben Flüchtlinge ohne oder mit nur geringen Deutschkenntnissen fortan die Möglichkeit, das Sprachniveau A2 (nach Europäischem Referenzrahmen) zu erreichen, das die Zugangsvoraussetzung für das reguläre studienvorbereitende Deutschkursangebot ist. Flankiert werden die Sprachkurse durch Intensivierungskurse zum Schreiben und Sprechen sowie zur Landeskunde.

Darüber hinaus wird die Universität Regensburg studieninteressierte Flüchtlinge verstärkt dabei unterstützen, die E-Learning-Sprachkurse der Virtuellen Hochschule Bayern (vhb) zu nutzen. Da bei weitem nicht alle Flüchtlinge in ihrer Unterkunft Zugang zum Internet haben, richtet die Universität Regensburg einen speziellen Computerraum für Flüchtlinge am Zentrum für Sprache und Kommunikation (ZSK) ein. Ein Tutor wird hier für Fragen zum Kursangebot und zu den Anmeldungsprozessen für die Online-Kurse der vhb zur Verfügung stehen.

Für das individuelle Mentoring für Flüchtlinge wird das zuständige Personal im IO aufgestockt. Eine zusätzliche Mitarbeiterin bzw. ein zusätzlicher Mitarbeiter kümmert sich um die Koordinierung und Durchführung einer speziellen „Flüchtlingssprechstunde“, die bis zu zweimal pro Woche stattfinden wird. Aufgabe ist auch die Erstellung von zweisprachigen Informationsbroschüren zu den Unterstützungsangeboten der Universität Regensburg für Flüchtlinge sowie die Koordinierung des Projekts „Mentoring für studierende Flüchtlinge“. Gemeinsam mit der Initiative „CAMPUSAsyl (campus-asyl.de) sollen dabei Regensburger Studierende gefunden und interkulturell geschult werden, die studierwilligen Flüchtlingen eine leichtere Orientierung auf dem Campus ermöglichen. Bei Bedarf begleitet die neue Mitarbeiterin bzw. der neue Mitarbeiter des IO Flüchtlinge auch zu anderen Akteuren und Einrichtungen auf dem Campus (Studentenkanzlei, Refugee Law Clinic usw.).

Pressemitteilung/MF