Uni Regensburg: Bilanz nach 6 Wochen Corona-Semester

Vor gut sechs Wochen ist der digitale Semesterstart an der Universität Regensburg gewesen. Wegen der Corona-Pandemie finden die Vorlesungen ausschließlich online statt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hochschulgruppe Regensburg hat eine erste Bilanz gezogen: Es herrscht weiterhin große Unsicherheit. 

„Für uns sind noch viele Fragen offen. Bis heute fehlt ein Zeitplan, wie die Universität eine schrittweise Rückkehr zu einem regulären Universitätsbetrieb bewerkstelligen will und dabei zugleich ausreichende Hygiene- und Schutzmaßnahmen gewährleistet“, so Matthias Ernst, Mitglied der GEW Hochschulgruppe Regensburg und studentische Vertretung im Senat der UR in der Pressemitteilung.

Einen Grund dafür liege auch in der undurchsichtigen Informationspolitik aufseiten des Wissenschaftsministeriums und der Regensburger Universitätsleitung. Der letzte Corona-Krisenstab unter Einbezug der Studierendenvertretung liege bereits einen Monat zurück. Die schrittweise Wiederöffnung der Regensburger Universitätsbibliothek hinke im landes- und bundesweiten Vergleich deutlich hinterher, heißt es in der Mitteilung.

Die Gewerkschaft führt weiter an: „Ebenso bleibt unklar, wie die UR in ihrer Strategieplanung im Zuge einer möglichen Wiederaufnahme des Präsenzbetriebs die Belange von Studierenden und Lehrenden aus sog. „Risikogruppen“ berücksichtigt. In Anbetracht dessen ist auch das Festhalten des Wissenschaftsministeriums am Corona-Semester im Ausnahmezustand als regulär gezähltem Semester für die Hochschulgruppe der GEW Regensburg nicht nachvollziehbar.“

„Ein rein digitales Semester stellt Studierende vor viele Hürden und Unsicherheiten. Die zusätzliche mentale Belastung, die fehlende Zeitperspektive einer schrittweisen Rückkehr zum Präsenzbetrieb sowie Finanzierungsschwierigkeiten wegen wegfallender Jobs wird bei vielen zu erheblichen Studienverzögerungen und im schlimmsten Fall auch zu Studienabbrüchen führen“, befürchtet Quirin Quansah, studentischer Sprecher der Universität Regensburg und Mitglied der GEW Hochschulgruppe.

Laut der Gewerkschaft sei noch immer der Zugang zu Forschungsliteratur, Archiven und Arbeitsplätzen eingeschränkt. Die erhöhte Arbeitsbelastung durch die Umstellung von Präsenzlehre auf digitale Lehre sowie fehlende Kinderbetreuung im Homeoffice schränke die Forschungstätigkeit für Wissenschaftler*innen stark ein. Besonders problematisch sei das für Nachwuchswissenschaftler*innen auf befristeten Stellen.

„Wissenschaftler*innen in der Qualifizierungsphase brauchen jetzt eine verbindliche Zusage der Universitätsleitung, dass ihre Verträge um mindestens ein halbes Jahr verlängert werden“, fordert Jakob Simeth, ebenfalls Mitglied der GEW Hochschulgruppe Regensburg in der Mitteilung.

 

 

Pressemitteilung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hochschulgruppe Regensburg