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Umbau der KUNO-Klinik St. Hedwig fertig gestellt

Die Regensburger Frauen- und Kinderklinik St. Hedwig hat die Umbau- und Neugestaltungsmaßnahmen in Höhe von 8,2 Millionen Euro abgeschlossen. So wurde der OP-Bereich und die Tagesklinik umfassend vergrößert und modernisiert. In den neuen Komplex wurde auch Bayerns erstes universitäres Kinder-Schlaflabor integriert.

 

Die Operationssäle wurden von drei auf vier erweitert und technisch modernisiert. Auf der gegenüberliegenden Seite der OPs wurde im Innenhof ein vollkommen neuer Gebäudeteil hochgezogen. Hier befinden sich nun der neue Aufwachraum, die Tagesklinik sowie das neue Kinder-Schlaflabor. Letzteres hat einen besonderen Stellenwert in der Klinik, denn es ist das erste universitäre Schlaflabor für Kinder in Bayern.

 

„Die Klinik St. Hedwig hat in den letzten Jahren eine große Leistungssteigerung erfahren. Dem deutlichen Zuwachs an Patienten mussten wir auch räumlich gerecht werden“, bringt Sabine Beiser die Investitionsanstrengungen auf den Punkt. „Im Zusammenhang mit den notwendigen Veränderungen haben wir die betreffenden Bereiche auch räumlich in unmittelbare Nähe verlegt. So entstehen für das ärztliche und pflegerische Personal kurze Wege zwischen OP, Aufwachraum und Tagesklinik. Das vereinfacht unsere Prozessabläufe, was den Patienten wiederum deutlich mehr Sicherheit bringt.“

 

Neben den räumlichen Veränderungen innen wurde draußen vor der Eingangshalle eine 630 Quadratmeter große Spielfläche für Kinder geschaffen. Aber auch die Eltern finden hier unter großen Sonnenschirmen Sitzgelegenheiten zum Erholen. Insgesamt investierten die Barmherzigen Brüder, Träger der Klinik St. Hedwig, 8,2 Millionen Euro. 1,9 Millionen Euro Fördergeld steuerte die Regierung der Oberpfalz großzügig hinzu.

 

 

 

Hochtechnisierter OP-Bereich

 

Vier voll ausgestattete OPs und ein Eingriffsraum für kleinere Operationen stehen dem medizinischen Team nun im Zentral-OP zur Verfügung. OP 4, der im Rahmen der Umbaumaßnahmen neu entstanden ist, ist mit einer Monitoranlage für die Röntgen-Diagnostik sowie einer Videokamera hochmodern ausgestattet.

„Dank der Videokamera kann die OP-Pflege jeden Arbeitsschritt der Kinderoperateure gezielt begleiten und assistieren“, erläutert Dr. Gregor Badelt, Chefarzt der Anästhesie und Kinderanästhesie. „Gerade bei unseren kleinen Patienten mit ihren winzigen Organen ist es wichtig, alles gut im Blick zu haben.“

 

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Chefarzt Dr. Gregor Badelt, Klinik für Anästhesie und Kinderanästhesie, erklärt die hochmoderne Technik des neuen Operationssaals Nr. 4.

Vor dem OP-Raum befinden sich die Patientenschleusen. Bis hierhin dürfen die Eltern ihre Kinder begleiten und sie sind auch dabei, wenn die Kleinen in den Narkoseschlaf fallen.

„Auch eine zusätzliche Patientenschleuse konnte in den OP-Bereich eingebaut werden. Dies erleichtert uns die internen Abläufe und verringert für die Patienten die Wartezeiten“, so Dr. Badelt.

Eine neue hochtechnisierte Wasch- und Aufbewahrungsanlage für Endoskope, wie man sie für beispielsweise Darmspiegelungen benötigt, befindet sich gleich nebenan. Ein Computer kontrolliert den maximalen Zeitraum der Einlagerung der Instrumente. Per Laserscanner können die keimfreien Endoskope in Boxen angefordert werden.

 

 

Privatsphäre im Aufwachraum und Tagesklinik

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Der neue Aufwachraum des OP-Komplexes, welcher seine Bettenanzahl mit jetzt zehn Betten und zwei Säuglingsplätzen verdoppelt hat, garantiert den Patienten nun deutlich mehr Intimsphäre und Ruhe. Zwischen den einzelnen Betten können Trennwände aufgeklappt werden, so dass die operierten Frauen vorne im Raum und die Kinder sowie ihre Eltern im hinteren Teil des Raums einen eigenen Privatbereich haben.

 

Die neu gebaute Tagesklinik richtet sich an Patienten, die ambulant operiert und am gleichen Tag wieder nach Hause entlassen werden. Aber auch Patienten, welche nach der OP stationär weiterbetreut werden, bekommen hier ihre OP-Vorbereitung.

„Wir haben die Tagesklinik aus dem dritten Stock neben den Aufwachraum und den OP verlegt“, stellt Dr. Badelt heraus. „Der Vorteil liegt auf der Hand, denn die Patienten können vor Ort vorbereitet, operiert und betreut werden. Die kurzen Wege entlasten die Pflegemitarbeiter und Ärzte, die so mehr Zeit für ihre Patienten haben.“ Sechs Zimmer mit zwölf Tagesbetten stehen den Patienten zur Verfügung.

 

Kinder-Schlaflabor schließt Versorgungslücke

Zwei der Räume der Tagesklinik sind besonders ausgerüstet und werden nachts als Schlaflabor genutzt. Die Kinderuniklinik Ostbayern, welche an der KUNO-Klinik St. Hedwig angesiedelt ist, untersucht hier Babys, Kinder und Jugendliche mit Schlafstörungen. Insbesondere Kinder mit Atemstörungen können hier während ihres Schlafes überwacht werden. Mit Messgeräten, einer Infrarot-Kamera und einem Mikrofon kontrollieren die Kinderärzte eine Vielzahl von Biosignalen und Körperfunktionen von der Gehirnaktivität über den Atemstrom bis hin zur Beinbewegung.

 

„Betroffene Familien mussten bislang weite Wege bis zum nächsten Kinder-Schlaflabor auf sich nehmen oder die Kleinen blieben gar unversorgt. Mit der Eröffnung konnten wir eine Versorgungslücke für die Oberpfalz, aber auch für angrenzende Regionen schließen“, erläutert Privatdozent Dr. Sebastian Kerzel, ärztlicher Leiter des Schlaflabors. Das neue Kinder-Schlaflabor ist Teil des Universitären Schlafmedizinischen Zentrums Regensburg-Donaustauf (USMZ).

 

Für alle kleinen Patienten ist der neugestaltete Vorplatz am Haupteingang der Klinik St. Hedwig ein echtes Highlight. Auf kunterbunten, weichen Tartan-Flächen können sie neuerdings toben und spielen sowie auf das Wikischiff oder das neue Holzfloß klettern. Große Sonnenschirme beschatten die Sitzgelegenheiten für die Eltern. Lange Hochbeete geben der 630 Quadratmeter großen Fläche deutliche Struktur. „Bei uns sind Kinder herzlich willkommen und das beginnt schon vor dem Eingang zum Krankenhaus“, macht Klinik-Chefin Sabine Beiser deutlich.

 

 

Das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg auf einen Blick:

Das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg ist mit 905 Betten das größte katholische Krankenhaus Deutschlands sowie Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg. An den beiden Standorten Prüfeninger Straße und Klinik St. Hedwig kümmern sich rund 3.100 Mitarbeiter in 27 Kliniken und Instituten sowie in 27 Zentren um die Versorgung von jährlich etwa 45.000 stationären Patienten.
Laut Nachrichtenmagazin FOCUS gehört das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg zu den 100 besten Krankenhäusern Deutschlands. Es erhielt 2014 das Gütesiegel „Selbsthilfefreundlichen Krankenhaus“ als erstes Krankenhaus in Bayern. Ein wesentlicher Schwerpunkt des Krankenhauses ist die Krebstherapie. Mit dem ersten von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Onkologischen Zentrum in der Region und der ersten und nach wie vor größten Palliativstation in Ostbayern kann eine umfassende und ganzheitliche Versorgung auch Schwerstkranker sichergestellt werden. Die Klinik St. Hedwig ist Standort der KinderUniKlinik Ostbayern (KUNO) und verfügt über das einzige universitäre Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe Level 1 in Ostbayern.

Mit seinen Krankenhäusern in Regensburg, München, Straubing und Schwandorf bietet der Krankenhausverbund des Ordens mit insgesamt über 2.000 Planbetten ein abgestuftes Leistungsangebot für eine flächendeckende, regionale Versorgung.

 

Weitere Informationen: http://www.barmherzige-regensburg.de

 

 

 

pm/MB