Trotz Corona: Klimaproteste von Fridays for Future in Bayern

Durch die Corona-Krise können sich die Fridays for Future AktivistInnen nicht gemeinsam treffen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Die Proteste finden deshalb nicht auf der Straße, sondern im Netz statt. 

 

Auch mitten in der Corona-Krise haben in vielen Städten im Freistaat Tausende Menschen unter besonderen Bedingungen an den Protesten der Klimaschutzbewegung Fridays for Future teilgenommen. Bundesweit und auch in Bayern gab es am Freitag zusätzlich zu einem von der Bewegung ausgerufenen digitalen „Netzstreik“ alternative Proteste unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen. Aktionen gab es zum Beispiel in Nürnberg, München, Augsburg und Regensburg.

„Wir sind noch da“ und „Gegen Klimawandel gibt es keinen Impfstoff“ stand auf den Plakaten einiger vereinzelter Demonstranten, die sich in Nürnberg vor dem Rathaus aufgestellt hatten – mit Mundschutz und Sicherheitsabstand. „Natürlich verschwindet die Klimakrise nicht, aber sie ist natürlich nicht mehr so in den Köpfen. Genau deswegen sind wir hier“, sagte Eva Schreiner, Sprecherin der Bewegung in der Frankenmetropole.

Auf dem Münchner Marienplatz stellten sich am Vormittag etwa zehn Demonstranten mit ihren Plakaten auf. In anderen Städten wie Regensburg und Augsburg hingen Dutzende Plakate und Banner aus den Fenstern, mancherorts gab es Kreidebotschaften auf Straßen und an Brücken. In Augsburg stellten zudem einige Aktivisten am Mittag etwa 250 Plakate, die sie bereits in den letzten Tagen eingesammelt hatten, auf dem Rathausplatz auf.

Die Aktionen wurden tausendfach fotografiert und im Netz geteilt, um den Protest sichtbar zu machen. Allein aus München und der Region gab es bis zum Mittag über 4000 online verbreitete Beiträge zum «Netzstreik». «Ich bin sehr zufrieden damit, dass sich trotz der Situation so viele Menschen beteiligen», sagte David Distel von den Demonstranten in München. «Jetzt könnte ein Wendepunkt sein und den kann man nutzen, um die Wirtschaft ökologisch wieder aufzubauen.»

Bis zum Mittag verliefen die Proteste in Bayern nach Angaben der Sprecher friedlich und ohne Verstoß gegen die Corona-Auflagen. Neben den lokalen Aktionen gab es auf der Website der Bewegung unter anderem ein Streikprogramm mit Musik, Reden und Live-Schalten aus ganz Deutschland. Die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer hatte zuvor auf Twitter den „größten Onlineprotest jemals“ angekündigt.

 

dpa