Transferklau? – Somen Tchoyi sollte zum Jahn, unterschrieb aber in Augsburg

Es ist eine Geschichte, die eigentlich nur der Fußball schreiben kann. Der Kameruner Somen Tchoyi sollte der Königstransfer des SSV Jahn Regensburg in der Winterpause werden. Kurz vor Ende der Transferperiode angelte sich aber der von Ex-Jahn-Trainer Markus Weinzierl trainierte Bundesligist FC Augsburg den 29-jährigen Stürmer.

 

„Ich habe Franz Gerber bei meinen beiden Kindern versprochen, dass wir davon nichts wussten. Wären wir informiert gewesen, hätten wir Tchoyi niemals verpflichtet. Allein schon aus Verbundenheit gegenüber meines Ex-Vereins“, so Markus Weinzierl gegenüber TVA.

 

Was ist passiert? Somen Tchoyis Vertrag beim Premiere-League-Klub West Bromwich Albion wurde zu Jahresbeginn aufgelöst. „Der Kameruner wäre die ideale Ergänzung für unseren Sturm gewesen“, trauert Franz Gerber dem geplatzten Transfer hinterher. 41 Spiele und sieben Tore stehen für den 1,90-Meter großen Stoßstürmer in der Premiere League zu Buche. Tchoyi kickte unter anderem auch für Red Bull Salzburg und wurde sogar Spieler des Jahres in Österreich.

 

„Mit seinem Berater war alles geregelt. Wir haben ihm ein Flugticket bezahlt und ein Visum organisiert. Gestern wollten wir Tchoyi vom Flughafen abholen, aber wir warteten vergebens“, schildert Gerber. Klar, der Stürmer war zu dieser Zeit schon in Augsburg und unterschrieb einen Vertrag bis Saisonende mit Option auf ein weiteres Jahr. Transferklau? Nein. Denn wie sich herausgestellt hat, waren zwei Berater von Tchoyi in das Transfer-Wirrwarr verwickelt. Der eine verhandelte mit Regensburg, der andere mit Augsburg.

 

Dass in der ersten Bundesliga natürlich mehr Geld zu holen ist als bei den abstiegsbedrohten Regensburgern, liegt auf der Hand – dass Tchoyi lieber erste statt zweite Liga spielt auch. Diese Geschichte zeigt aber einmal mehr, wie sehr Spielerberater auf das Fußballgeschäft Einfluss nehmen. Regensburg bleibt nur der Trost. „Wir werden versuchen, das Geld für die Flugtickets zurückzubekommen“, scherzt Franz Gerber.

 

FR – 01.02.2013 – Foto: FC Augsburg