Straubing: Strohballenmörder ist wieder in Deutschland

Mehr als vier Wochen war ein verurteilter Mörder aus Niederbayern auf der Flucht. Aus Brasilien kehrte er schließlich freiwillig zurück nach Europa. Jetzt wurde er von Amsterdam nach Deutschland überstellt und in ein Gefängnis gebracht.

Nach seiner spektakulären Flucht nach Brasilien ist der Straubinger Strohballen-Mörder wieder in Deutschland. Der 34-Jährige sei nach seiner Festnahme in Amsterdam an die Bundespolizei Kleve überstellt, verhaftet und in das Gefängnis in Kleve gebracht worden, teilte die Bundespolizei am Freitag mit.

Der 34-Jährige war im Dezember vom Landgericht Regensburg zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte im Februar 2007 seinen Onkel aus Habgier getötet und die Leiche zwischen Strohballen in der Nähe des Straubinger Tierparks abgelegt. Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte ihn im März aber auf freien Fuß gesetzt, bis der Bundesgerichtshof über die Revision entscheide. Als die Karlsruher Richter im August das Urteil bestätigten, erfuhr dies der 34-Jährige drei Tage vor der Staatsanwaltschaft und floh nach Südamerika. Der Mann war mit einer Brasilianerin verheiratet.

Vom Zuckerhut aus hatte sich der verurteilte Mörder per Youtube-Video gemeldet, seine Unschuld beteuert und seine Rückkehr nach Deutschland angekündigt. Zudem hatte er behauptet, dass er die wahren Mörder seines Onkels kenne und diese ihn und seine Familie bedrohten. Am 10. September flog er von Sao Paulo nach Amsterdam, wo er sofort in Auslieferungshaft genommen wurde.

Begleitet von niederländischen Beamten wurde der Strohballenmörder am Donnerstag mit einem Auto nach Deutschland gebracht. Am ehemaligen Grenzübergang Goch sei er in Fußfesseln und Handschellen an die deutsche Polizei übergeben worden, sagte Uwe Eßelborn von der Bundespolizeiinspektion Kleve.

 

dpa