Straubing: Landkreis und Stadt über Corona-Obergrenze

Der Landkreis Straubing-Bogen und die Stadt Straubing reißen in der Corona-Epidemie die Obergrenze von 50 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Landkreis gab am Sonntag für sich die Quote mit 53,6 an. Dennoch müssten die Lockerungen der bisher geltenden Auflagen nicht zurückgenommen werden, teilte er unter Verweis auf eine Mitteilung des Gesundheitsministeriums mit. Wörtlich heiße es darin: «Weitere Maßnahmen auf breiter Bevölkerungsebene im Landkreis und Stadtkreis scheinen in der aktuellen Situation nicht geboten.» Sollten die Infektionszahlen in den nächsten Tagen und Wochen steigen, «müssen die Maßnahmen dahingehend angepasst werden». Das Ministerium billigte demnach die getroffenen Vorkehrungen in dem Fall.

Am Freitag war bekanntgeworden, dass mindestens 77 Mitarbeiter eines Schlachthofs in Bogen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind. Bei einer Reihentestung von Hunderten Beschäftigten der Donautal-Geflügelspezialitäten (DGS) waren 59 Proben positiv. Am Sonntag hieß es dann, die Gesamtzahl der positiv getesteten Menschen habe sich auf 81 erhöht. Für die Betroffenen wurde Quarantäne angeordnet. Der Betrieb in dem Unternehmen läuft weiter. In der beginnenden Woche sollen Ergebnisse von ähnlichen Massentests in allen 51 Schlachthöfen im Freistaat vorliegen.

Die Gemeinschaftsunterkünfte, in denen infizierten Mitarbeiter leben, stehen nach Angaben des Landratsamts unter Quarantäne. Erkrankte, die dort nicht isoliert werden können, wurden in eine zentrale Unterkunft gebracht. Nach Angaben der DGS haben die Betroffenen keine oder leichte Symptome.

Bei 18 Beschäftigten der Firma war zuerst das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Daraufhin hatten die Behörden eine Reihenuntersuchung aller Mitarbeiter angeordnet. Die dafür nötigen Abstriche wurden am vergangenen Dienstag und Mittwoch genommen.

dpa

 

Die gemeinsame Mitteilung der Stadt und des Landkreises

Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat in Übereinstimmung mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die bisher von Stadt Straubing und Landkreis Straubing-Bogen gemeinsam getroffenen Maßnahmen nach dem Bekanntwerden der Corona-Fälle beim Schlachtbetrieb Donautal in Bogen (Landkreis Straubing-Bogen) gebilligt und als ausreichend eingeschätzt.

Diese Mitteilung hat Stadt und Landkreis am Wochenende erreicht. Damit ist trotz des Überschreitens des Schwellenwertes der Sieben-Tages-Inzidenz in Stadt und Landkreis aktuell keine Rücknahme der Lockerungen nötig. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Weitere Maßnahmen auf breiter Bevölkerungsebene im Landkreis und Stadtkreis scheinen in der aktuellen Situation nicht geboten. Sofern sich in den nächsten Tagen und Wochen eine weitere Ausbreitung im LK/SK zeigen sollte, müssen die Maßnahmen dahingehend angepasst werden.“

Stadt und Landkreis hatten gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Straubing-Bogen und weiteren beteiligten Stellen ein Strategiepapier erarbeitet, mit dem eine Weiterverbreitung des Virus verhindert und eine lokale Eingrenzung sichergestellt werden soll. Dieses Strategiepapier sieht unter anderem eine sofortige Quarantäne der betroffenen Gemeinschaftsunterkünfte und die Abverlegung von positiven Fällen aus Gemeinschaftsunterkünften in eine zentrale Unterkunft in Stadt und Landkreis vor. Diese Maßnahmen wurden umgehend nach dem Bekanntwerden der Testergebnisse eingeleitet.

Landrat Josef Laumer und Oberbürgermeister Markus Pannermayr sind sehr froh über die Zustimmung zu dem gemeinsam erarbeiteten Konzept: „Jetzt ist es enorm wichtig, die ergriffenen Maßnahmen konsequent weiterzuführen. Dies gilt in besonderer Weise für die ergangenen Quarantäneauflagen.“

Pressemitteilung

 

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