Statistik: Bürger durch Straßenlärm gefährdet

Laut Statistik des Bayerischen Landesamts für Umwelt sind im Stadtkreis Regensburg rund 11.400 Bürger den gesamten Tag über und auch nachts einem Lärm von über 65 Dezibel ausgesetzt (Tag-Abend-Nacht-Lärmindex). Nachts müssen sich sogar 12.300 Einwohner eine Geräuschkulisse von noch über 55 Dezibel gefallen lassen (Nachtlärmindex). Sie alle leben an Straßen mit einer hohen Verkehrsdichte. „Der Straßenlärm kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit haben“, so Markus Neumeier von der Krankenkasse IKK classic.

„Lärm kann zu Hörproblemen führen und stresst zudem unseren  Körper. Der Organismus schüttet Stresshormone aus, der Blutdruck steigt und das Herz schlägt schneller“, verdeutlicht Neumeier. Steigt beispielsweise der nächtliche Schallpegel auf mehr als 55 Dezibel oder beträgt er über den gesamten Tag hinweg mehr als 65 Dezibel, erhöht sich Untersuchungen zufolge das Risiko für einen Herzinfarkt um 20 Prozent. Nach einer Schätzung des Helmholtz Zentrum München sind pro Jahr in Deutschland rund 4.000 Herzinfarkte auf diese Lärmbelastung zurückzuführen. Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen stellten in einer Langzeitstudie fest: Wer an einer lauten Straße wohnt, entwickelt mit höherer Wahrscheinlichkeit eine depressive Verstimmung als ein Bewohner verkehrsberuhigter Zonen. So erhöht eine 24-stündige Lärmbelastung von durchschnittlich 55 Dezibel das Risiko um 25 Prozent. Das Gleiche gilt für eine nächtliche Lärmbelästigung mit 50 Dezibel.

Vollständig kann man sich vor dem Lärm nicht schützen. „Wer an einer vielbefahrenen Straße wohnt sollte sein Schlafzimmer, wenn möglich, auf der ruhigsten Seite des Hauses oder der Wohnung einrichten. Das Schlafzimmerfenster am besten nachts geschlossen halten. Außerdem vermindern Teppiche, lange Vorhänge und Decken den Schallpegel im Raum“, fügt Neumeier hinzu.

Pressemitteilung/MF