Stamsried: Heftige Auseinandersetzung zwischen Asylbewerbern

Gebrodelt hat es hier schon lange. Dass am Ende aber Stühle und Steine fliegen und mit langen Küchemessern ein Mord angedroht wird, damit konnte keiner rechnen. Drei Polizeistreifen mussten gestern Nachmittag zur Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Stamsried eilen. Um zwei Streitigkeiten zu schlichten, die die Betreuer vor Ort nicht mehr lösen konnten.

Mehrere Verletzte: Rettungsdienst wurde benötigt

„Wie sich der Streit genau entwickelt hat, das kann man noch nicht sagen“, erklärt Arthur Stelzer, Dienststellenleiter der Polizei Roding, auf TVA-Nachfrage. Fakt ist jedoch: Ein 14-jähriger Iraker hat einen 15-jährigen Afghanen angegriffen. Stühle und Steine fliegen durch die Luft. Um die beiden Streithähne herum stehen andere Bewohner der Unterkunft. Die Situation eskaliert. Von den herumfliegenden Teilen werden vier minderjährige Flüchtlinge verletzt. Einer sogar so sehr, dass er mit einer Kopfplatzwunde und einer Gehirnerschütterung vom Rettungsdienst umgehend in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

Jetzt laufen die Ermittlungen. „Den 14-jährigen Iraker erwartet auf jeden Fall eine Anzeige wegen Körperverletzung“, gibt Arthur Stelzer einen Einblick in die Akten. Auch eine Anzeige wegen Bedrohung werde in Betracht gezogen. Der Angreifer befindet sich auf freiem Fuß. „Wir konnten den Streit schlichten, die Situation hat sich beruhigt“, so Stelzer.

Küchenmesser im Spiel: Syrer droht Afghanen mit Mord

Aber das war nicht der einzige Einsatz gestern Nachmittag für die Beamten der Rodinger Polizei in Stamsried. Denn nur kurze Zeit später setzen die Betreuer vor Ort erneut einen Notruf ab. Die Meldung: Ein Syrer würde einen Afghanen mit dem Umbringen drohen und ihm demonstrativ ein großes Küchenmesser zeigen. Auch diese Situation können die Polizisten entschärfen. „Ob man jetzt Jugendliche in andere Unterkünfte verlegen muss, darüber entscheidet das Jugendamt“, erklärt Stelzer.

In Stamsried im Landkreis Cham sind rund 40 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in den Räumen des ehemaligen Glocknerhofs untergebracht. Bislang ist es laut Polizei in der Einrichtung noch zu keinen Straftaten gekommen.

PM/MF / MK