Stadt Regensburg will Bahnhofsareal umgestalten

Regensburg ist ein Touristenmagnet. Jährlich kommen hunderttausende Touristen in die Domstadt – und das vor allem dank der historischen Architektur. Doch es gibt auch Stadtteile, die weniger einladend sind. Das Bahnhofsareal zum Beispiel. Genau das will die Stadt jetzt aber ändern.

Das Areal zwischen Hauptbahnhof und Maximiliansstraße soll neu gestaltet werden. Im Rahmen einer Bürgerbefragung und zweier Infowerkstätten konnten sich die Regensburger miteinbringen. Bei einer Infotour sind gestern Abend (17.07.) die Ideen vorgestellt worden. Entstehen soll der neue Busbahnhof zwischen Hauptbahnhof und Galgenbergbrücke. Zuvor muss allerdings eine provisorische Lösung her – und die soll am Kepler-Areal entstehen.

Hier unser Beitrag zur Umgestaltung des Bahnhofareals:

Vor allem das Kepler-Areal am Ernst-Reuter-Platz soll komplett umgestaltet werden. Dort soll nämlich das Regensburger Kultur- und Kongresszentrum entstehen. Dagegen gibt es allerdings einigen Widerstand. So hat sich das Bündnis "Kein RKK auf dem Kepler-Areal" gegründet. Die Initiative hat Unterschriften gesammelt, um den Bau des RKK am Ernst-Reuter-Platz durch ein Bürgerbegehren zu verhindern. Die nötigen 7.100 Unterschriften hat das Bündnis jetzt an das Regensburger Bürgerzentrum übergeben - vermutlich wird es also zu einem weiteren Bürgerentscheid kommen. Wir haben die Stimmen einiger Fraktionssprecher des Regensburger Stadtrats zusammengefasst.

Ludwig Artinger, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler:

„Da sich bereits eine große Mehrheit der Bürger grundsätzlich für den Bau eines Kultur- und Kongresszentrums ausgesprochen hat, bin ich zuversichtlich, dass die Rathauskoalition die falschen Argumente der RKK-Gegner bis zur Abstimmung widerlegen kann. Die Stadt hat die besseren Argumente für sich und wird die Bürger bis zum Bürgerbegehren davon überzeugen können, dass die Umgestaltung des Kepler-Areals eine wichtige Infrastrukturmaßnahme ist.“

Josef Zimmermann, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion:

„Angesichts der sogenannten Bürgerbeteiligung, wie sie die bunte Rathauskoalition für insgesamt 850.000 Euro durchführen hat lassen, verwundert es nicht, dass die Bürgerinnen und Bürger enttäuscht und teilweise auch verärgert sind. Es gab hierbei nichts zu entscheiden. Auch die unglückliche, von der CSU-Fraktion immer wieder kritisierte, Verbindung zwischen zentralem Omnibusbahnhof (ZOB)/ÖPNV-Aufwertung und RKK kann von den Bürgerinnen und Bürgern nur als "Friss oder stirb - Teil 2" (s. gescheitertes Ratsbegehren) wahrgenommen werden. Es wird suggeriert, das eine sei ohne das andere nicht zu realisieren. Dabei sind die Projekte völlig unabhängig voneinander zu betrachten. Die CSU-Stadtratsfraktion steht weiterhin zu einem RKK. (…) Aufgrund des Vorrangs für ZOB und ÖPNV kann aber zeitnah ohnehin nicht mit der Errichtung eines RKK am Ernst-Reuter-Platz begonnen werden. Zuerst muss der Bustreff Albertstraße durch den ZOB ersetzt werden, damit überhaupt der erforderliche Platz geschaffen werden kann.“

Klaus Rappert, Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion:

„Die SPD-Fraktion hält die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes, zu welcher auch der Bau eines RKK gehört, für eine zentrale städtische Herausforderung, um eine zukunftsweisende Entwicklung der Stadt und Region Regensburg zu ermöglichen. (…) Das Bürgerbegehren blendet konsequent aus, dass die Planungen für das RKK nicht isoliert stehen, sondern im Zusammenhang mit den anderen Elementen des einheitlichen Projekts "Stadtraum gestalten" zu sehen sind, d.h. der Neuordnung des Bahnhofsumfelds. Gerade hinsichtlich der Verkehrsentwicklung und der Folgen für das Grün im Stadtraum geht es um eine deutliche Verbesserung der jetzigen Situation im Bahnhofsvorfeld. Zudem beruht die Begründung, die die RKK-Gegner verwendet haben, auf teilweise unrichtigen Informationen. So wird z.B. die Stadtbahn sicher nicht wegen eines RKK benachteiligt; vielmehr genießt die Stadtbahn, wie im Stadtrat im Juni ausdrücklich beschlossen wurde, bei allen Planungsvorhaben Priorität. Selbstverständlich respektiert die SPD-Fraktion aber ein zulässiges Bürgerbegehren. Wenn es zur Abstimmung kommt, bin ich aber sehr optimistisch, dass die Bedeutung des Projekts und der Standpunkt von der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger anerkannt wird. (…) Sollte das Bürgerbegehren aber doch wirksame mehrheitliche Zustimmung erhalten, würde die Neuordnung des Bahnhofsumfelds in den übrigen Komponenten (Neubau ZOB, Neugestaltung des Grünzuges und der Verkehrsführung, Festlegung der Stadtbahntrasse) im Rahmen der durch die Ablehnung des RKK gezogenen Einschränkungen weiterbetrieben werden müssen.“