Speedway GP-Quali in Abensberg – im Stadion verändert sich einiges

Am Pfingstmontag steigt in Abensberg die legendäre Speedway-Qualifikation zum Grand-Prix. Ein Vorbericht des MSC Abensberg:

Der 10. Juni ist zwar noch ein paar Wochen weit weg, doch in Abensberg, und vor allem im Stadion auf der Sandbahn, dreht sich bereits jetzt alles um Speedway. Die Verantwortlichen des MSC Abensberg leisten bereits jetzt jede Menge Arbeit, um den Rennpiloten um den deutschen Star Martin Smolinski am Pfingstmontag tolle Bedingungen zu bieten.

Seit vielen Jahren richtet der MSC Abensberg am Pfingstmontag einen Qualilauf für den Speedway-Grand Prix aus. Der Grand Prix ist dabei der Traum eines jeden Speedway-Piloten und besteht aus einer Serie von Rennen, die um den ganzen Erdball verteilt sind, ähnlich der Formel 1. Vor vier Jahren war Deutschlands bester Speedwayfahrer, Martin Smolinski, der auch Mitglied beim MSC Abensberg ist, als erster und einziger dabei und konnte den Auftakt in Neuseeland sogar gewinnen, seine Qualifikation begann in Abensberg.

Der MSC Abensberg erwartet Fahrer aus insgesamt 14 Nationen, darunter Fahrer aus Großbritannien, Dänemark, Schweden, Finnland, Polen und Lettland. Neben den deutschen Startern steht aber bisher nur der Tscheche Vaclav Milik als Teilnehmer fest. Der 25-jährige konnte schon in einigen Rennen Grand Prix-Luft schnuppern. „Der ist sicher ein heißer Kandidat“, weiß Rennleiter Sascha Dörner. Die weiteren Kandidaten sollen in den nächsten Tagen und Wochen gemeldet werden.

Die Fahrer, die die Bahn in Abensberg bereits kennen, werden dennoch ein paar Neuerungen erleben. Die altehrwürdige Tribüne ist mittlerweile vollständig verschwunden. Und damit natürlich auch der Schiedsrichterturm. Der MSC Abensberg ist mit Start und Ziel nun auf die ehemalige Gegengerade umgezogen. Dort wurden zwei Container übereinander aufgestellt. „Der untere der beiden Container dient als Technikraum, im oberen sind Schiedsrichter und Zeitnehmer untergebracht, die haben damit jetzt auch viel mehr Platz“, erklärt Rennleiter Sascha Dörner. Die Container sind übrigens kein Provisorium, die werden auch in Zukunft bleiben.

Durch die Umstellung von Start und Ziel wird natürlich nun Kurve zwei plötzlich zu Kurve eins. Die Bahn wurde von den Funktionären des MSC in den letzten Wochen deshalb komplett aufgerissen und viel neues Material wurde eingebracht. „Gerade beim Start graben sich die Fahrer ein, da braucht man viel Material, auch die neue erste Kurve ist jetzt in einem perfekten Zustand“, so Dörner. Traditionell spielt sich beim Speedway die meiste Action gleich nach dem Start bei der Einfahrt in die erste Kurve ab. Die große Naturtribüne, in Abensberg auch als „Methanol-Hügel“ bekannt, liegt aber nun nicht mehr in Kurve eins, sondern in Kurve zwei. Sascha Dörner rechnet dennoch nicht damit, dass viele Zuschauer von dort auf die andere Seite der Bahn wandern. „Auf dem Hügel sind jede Menge Stammzuschauer, viele davon Abensberger, die seit vielen Jahren feste Plätze haben, die werden da bleiben“, so der Rennleiter.

Die neu gestaltete Sandbahn wird am 18. Mai von einem Offiziellen der FIM, der internationalen Motorradsportverband abgenommen. Normalerweise passiere das alle drei Jahre, aber durch den Umbau sei das nun auch außerplanmäßig nötig. Auch der Deutsche Motorsportbund DMSB wird zur Abnahme kommen, da ja am 3. August in Abensberg mit der deutschen Speedway Einzelmeisterschaft bereits das nächste Highlight ansteht. Bis zur Inspektion muss die Bahn komplett fertig sein, das heißt Startband und Lichtanlage müssen wie bei einem Rennen funktionieren.

Die Verantwortlichen beim MSC Abensberg arbeiten auch daran, auf der ehemaligen Gegengerade mehr Sitzplätze zu schaffen. Bisher waren dort nun Betonstufen, in Zukunft sollen dort Sitzschalen sein. „Wir wissen aber nicht, ob wir das noch bis zum Grand Prix-Qualirennen schaffen. Jetzt zählt erst einmal die Abnahme der Bahn. Dann sind wir für die Zukunft gerüstet“, erklärt Sascha Dörner.

Modus der Grand Prix-Qualifikation: Es gibt vier Qualirunden, drei am 8. Juni, nämlich ins Glasgow in Schottland, in Zarnovica (Slowakei) und in Lamothe (Frankreich). Die letzte findet am Pfingstmontag in Abensberg statt. Vier Fahrer pro Rennen kommen ins Finale am 24. August im kroatischen Gorican. Dort qualifizieren sich die ersten drei für die Grand Prix-Saison 2020.

 

Programm Rennwochenende MSC Abensberg:

Sonntag, 9. Juni 14 Uhr: Training zur Grand Prix Qualifikation, anschließend Damen-Flat Track-Rennen

Montag, 10. Juni 14 Uhr: Vierter Qualifikationslauf zum Speedway-Grand Prix 2020

 

Ausblick: Am 14. Juli findet in Abensberg die deutsche Speedway Einzelmeisterschaft statt. Hier treten die 16 besten deutschen Fahrer an, um den deutschen Meister auszufahren. Titelverteidiger ist Martin Smolinski, der sich im vergangenen Jahr in Güstrow die Meisterschaft bereits zum sechsten Mal sicherte.