Spargelsaison startet: Probleme mit TTIP und Mindestlohn

Vielen läuft sprichwörtliche schon das Wasser im Mund zusammen. Noch gut eine Woche und dann sticht die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf den ersten Spargel auf einem der Abensberger Felder. Aber bevor sie eigentlich richtig losgeht, hatte sie heuer schon einige Hürden zu überwinden:

TTIP und Mindestlohn. Bevor die Saison überhaupt begonnen hat, sind die Spargelbauern rund um Abensberg schon von Problemen durchgeschüttelt. Bereits im Januar haben wir über das Freihandelsabkommen und den besonderen Schutzbedarf des Spargels berichtet. Mit Martin Neumeyer und den Landwirten vor Ort auch über den Mindestlohn gesprochen.

Heute, kurz vor Beginn der Spargelsaison, hat sich eine Befürchtung bestätigt: Durch den Mindestlohn müssen die Landwirte ihren Saisonarbeitskräften heuer erstmals 7 Euro 40 pro Stunde bezahlen. Aufgrund der hohen Lohnkosten der Produktion – eine Menge Geld. Je nach Klasse könnte das Kilo die 10 Euro-Marke knacken. Durch den Mindestlohn droht den 27 Landwirten der Erzeugergemeinschaft ein ganz anderes Probelm. Eine Art Bürokratiemonster. Die Arbeitszeiten der Saisonkräfte müssen genau festgehalten werden. Ein Problem vor allem für kleinere Betriebe.

Aber jetzt mal weg von den negativen Gedanken: Die Sonne lacht nämlich schon sprichwörtlich über den Feldern. Der Großteil ist zwar noch verwaist. Auf so manchem Acker tut sich aber schon was.

Die Erzeugergemeinschaft trotz also allen Widrigkeiten. Das geschützte Anbaugebiet ist durch TTIP übrigens nicht gefährdet. Der Mindestlohn dürfte die große Beliebtheit des Spargels auch nicht in Gefahr bringen. Denn: regionale Produkte gewinnen immer mehr an Vertrauen. Und wie sagt man so schön: Je älter, desto besser. Heuer feiert der Spargelanbau rund um Abensberg Jubiläum. Seit 285 Jahren werden dort schon die Stangen gestochen.

LS/MF