Seehofer: Populismus darf kein Politikersatz sein

Populismus darf aus Sicht von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kein Politikersatz sein. «Populismus als bevorzugtes Politikelement lehne ich ab», sagte Seehofer der Deutschen Presse-Agentur in München. Das heiße ja, dass man populistisch alles problematisiere, aber keine Lösungen anbieten könne. «Dass allerdings jeder Politiker, ausnahmslos, gelegentlich populär spricht, auf Marktplätzen, in Bierzelten, vor vielen Menschen, das ist erlaubt und in Ordnung.»

Seehofer ließ weiter offen, ob er 2018 aus dem Amt scheiden will. Er wolle das Leben nach der Politik zufrieden führen, «auch über das, was man hinterlässt», sagte er. «Ich will nicht in gebückter Haltung durch Bayern gehen müssen und hoffen, dass mich keiner erkennt, weil meine politische Hinterlassenschaft gramvoll wäre.»

Mit Blick auf den Unions-Streit über die Flüchtlingspolitik sagte Seehofer, er sehe keinen dauerhaften Schaden. «Normalisierungsprozesse finden allerdings nicht statt durch Ankündigungen, sondern durch Tun.» Eine inszenierte, gekünstelte Partnerschaft würde sofort durchschaut werden. «Deshalb sind wir beide uns sicher, die Kanzlerin und ich, es muss eine ehrliche Normalisierung stattfinden. Deshalb braucht es auch Zeit.»

dpa