Schaidinger wird Ehrenbürger

Der Regensburger Stadtrat hat in seiner Sitzung am 25. September auf Vorschlag von Oberbürgermeister Joachim Wolbergs hin die Vergabe einer Reihe von städtischen Auszeichnungen beschlossen. Ex-Oberbürgermeister Schaidinger soll unter anderem Ehrenbürger werden. Diese Auszeichnungen werden anlässlich des Stadtfreiheitstages am 15. November 2014 im Reichssaal verliehen.

Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Oberbürgermeister a.D. Hans Schaidinger

Hans Schaidinger hat als Oberbürgermeister in vielfältiger und vorbildlicher Weise dazu beigetragen, die Lebensqualität der Regensburger Bürgerinnen und Bürger zu verbessern und das Ansehen der Stadt weit über Bayern hinaus zu mehren. Durch sein jahrelanges engagiertes Wirken als Oberbürgermeister hat er sich in vielfältiger und vorbildlicher Weise um die Stadt und das Gemeinwohl verdient gemacht. Ende April 2014 schied er nach 18 Jahren als Oberbürgermeister altersbedingt aus dem Amt.

Ein maßgeblicher Schwerpunkt seines politischen Wirkens lag im Ausbau des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Regensburg. Inzwischen hat Regensburg nahezu so viele Arbeitsplätze wie Einwohner: Etwa 142 700 Erwerbstätige stehen rund 156 000 Einwohnern mit Haupt- und Nebenwohnsitz gegenüber. Die Arbeitslosenzahl sank deutlich. Die prosperierende Wirtschaft wird durch die Entwicklung der Steuereinnahmen weiter verdeutlicht: 1996 konnte Regensburg Steuereinnahmen in Höhe von 123,6 Millionen Euro verbuchen, im Jahr 2013 waren es bereits 312,5 Millionen. Der Anteil der Gewerbesteuer stieg in diesem Zeitraum von 68 auf 206 Millionen. In vergleichenden Bewertungen über die Zukunftsfähigkeit, die Wirtschaftskraft und die Dynamik deutscher Städte erhält Regensburg seit Jahren immer wieder gute bis sehr gute Platzierungen.

Schaidinger trieb während seiner Amtszeit zudem die Stadtentwicklung, den Ausbau der Infrastruktur und des Hochwasserschutzes sowie der kulturellen Einrichtungen voran. In seine Amtszeit fielen 2006 die Vergabe des UNESCO-Welterbetitels an die Regensburger Altstadt und Stadtamhof, Ende 2011 die Entscheidung der Staatsregierung, das Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg zu errichten, sowie 2012 der Baubeginn für das neue städtische Fußballstadion.

 

Goldene Bürgermedaille für Bürgermeister a.D. Gerhard Weber

Gerhard Weber hat mit Anstand und Fairness immer mehr als das Notwendige geleistet. Für sein umfassendes und langjähriges Engagement für Regensburg zeichnet ihn der Stadtrat mit der Goldenen Bürgermedaille aus. Die im Jahr 1913 geschaffene Goldene Bürgermedaille wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um das Wohl oder das Ansehen der Stadt hervorragende Verdienste erworben haben.

1978 wurde Gerhard Weber erstmals in den Regensburger Stadtrat gewählt. Von 1996 bis 2014 bekleidete er das Amt des Zweiten Bürgermeisters, zuständig für die Bereiche Schule, Jugend und Sport.

Zu seinen großen Erfolgen zählen das „Bündnis für Familie“, der erhebliche Ausbau der Betreuungsplätze für bis zu dreijährige Kinder auf knapp 1 200, die Gründung der Kinderstadt „Mini-Regensburg“ und die Neudefinierung der Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe. Gerhard Weber setzte sich mit Nachdruck für ein modernes Schulwesen in Regensburg ein. Die Investitionen in Schulen wurden innerhalb kürzester Zeit verdoppelt. Zudem war Gerhard Weber maßgeblich am Zustandekommen einer Vereinbarung mit dem Landkreis Regensburg zur bedarfsgerechten Versorgung des Raumes Regensburg mit Unterrichtsräumen für die öffentlichen Realschulen und Gymnasien beteiligt.

Als sogenannter „Sportbürgermeister“ intensivierte Gerhard Weber insbesondere die Förderung des Breitensports. Die auf seine Initiative hin erlassenen Sportförderrichtlinien haben bereits mehreren bayerischen Kommunen als Vorbild gedient. Zahlreiche große Sportereignisse konnten aufgrund seiner Tatkraft realisiert werden.

 

Silberne Bürgermedaille für Stadtrat a.D. Peter Welnhofer

Die im Jahr 1913 geschaffene Silberne Bürgermedaille kann an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich in besonderer Weise um das Wohl oder das Ansehen der Stadt verdient gemacht haben. Im Laufe seiner langjährigen Stadtratstätigkeit arbeitete Peter Welnhofer erfolgreich an der Umsetzung von zahlreichen Maßnahmen, die für die weitere Entwicklung der Stadt Regensburg bedeutend waren. Zudem brachte sich Peter Welnhofer in die Stadtratsarbeit mit seinem umfangreichen juristischen Wissen ein.

1978 wurde Peter Welnhofer erstmals in den Regensburger Stadtrat gewählt, dem er bis 2014 ununterbrochen angehörte. Er engagierte sich in zahlreichen Stadtratsausschüssen und in den Gremien städtischer Tochterunternehmen. Von 1986 bis 2008 vertrat Peter Welnhofer den Stimmkreis Regensburg-Stadt im Bayerischen Landtag, in dem er die Interessen der Stadt Regensburg auf Landesebene tatkräftig unterstützte.

 

Matthäus-Runtinger-Medaille für Claus Kellnberger

Der Unternehmer Claus Kellnberger hat sich große Verdienste um das Wohl und das Ansehen der Stadt erworben. Für sein Engagement wird er mit der Matthäus-Runtinger-Medaille ausgezeichnet. Die 1979 geschaffene Matthäus-Runtinger-Medaille wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich auf dem Gebiet der Wirtschaft, der Gesellschaft, im Arbeitsleben oder im vorpolitischen Raum große Verdienste um das Wohl oder das Ansehen der Stadt erworben haben.

Nach dem erfolgreichen Aufbau seines Autohauses widmete sich Claus Kellnberger mehr und mehr der Immobilienbranche. 1991 eröffnete das von ihm geplante und gebaute KÖWE Center, in dem seit 2010 auch eine Zweigstelle der Volkshochschule, die Stadtteilbücherei Süd, die Informationsstelle Integration, das Regionalzentrum Frau und Beruf und die Stadtbildstelle zu finden sind. Mit dem KÖWE Center steht den Bürgerinnen und Bürgern im Stadtsüden ein attraktives und modernes Nahversorgungszentrum zur Verfügung. Darüber hinaus wurden im KÖWE Center neue Arbeitsplätze geschaffen. Zudem engagiert sich Claus Kellnberger tatkräftig in der Sanierung von Altstadt-Immobilien, die durch seinen Einsatz erhalten werden konnten und nun als attraktive Wohn- und Geschäftshäuser zur Verfügung stehen.

 

Stadtschlüssel an Prof. Dr. Reinhard Andreesen und Dr. Hans Brockard

Prof. Dr. Reinhard Andreesen hat sich als Wissenschaftler und Arzt auf vielen Gebieten der Medizin, bei der Entwicklung der Universität Regensburg, der Patientenversorgung und nicht zuletzt bei der Entwicklungshilfe national und international große Verdienste und hohe Anerkennung erworben. Dr. Hans Brockard hat während des Aufbaus des Klinikums der Universität Regensburg und später, bei der Verwirklichung des Kinder-Universitätsklinikums Ostbayern (KUNO), außerordentliches Engagement gezeigt. Die Stadt ehrt Prof. Dr. Reinhard Andreesen und Dr. Hans Brockard mit der im Jahr 2004 geschaffenen Auszeichnung „Stadtschlüssel“. Damit werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich Verdienste um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft erworben haben.

Die Ehrenbürgerwürde, die Bürgermedaillen, die Stadtschlüssel und die Matthäus-Runtinger-Medaille werden anlässlich des Stadtfreiheitstages am 15. November 2014 im Reichssaal verliehen.

 

Kulturpreis 2014 für Peter W. Nikisch

Peter W. Nikisch ist Gründer, Kopf und guter Geist der seit über 30 Jahre bestehenden Regensburger Kabarettbühne Statt-Theater. Nikisch hat das kulturelle Leben der Stadt maßgeblich bereichert. Er ist ein hochverdienter Preisträger des diesjährigen Kulturpreises der Stadt Regensburg. Die mit 10 000 Euro dotierte große städtische Auszeichnung würdigt seine Verdienste um die langjährige, gezielte und effiziente Förderung der Kleinkunst und der regionalen Kleinkunstszene. Seit den Anfängen des Statt-Theaters im Jahr 1984 hat Peter W. Nikisch als Hauptakteur, Autor und Geschäftsführer wesentlich Inhalt und Außenwirkung der Bühne in der Winklergasse geprägt. Bereits 1989 wurde Peter W. Nikisch zusammen mit dem Ensemble des Statt-Theaters mit dem Kulturförderpreis der Stadt Regensburg geehrt, im Jahr 2009 überdies mit dem Kulturpreis des Bezirkes Oberpfalz.

Der Kulturpreis wird am 17. November 2014 beim Künstlerempfang der Stadt im Kunstforum Ostdeutsche Galerie überreicht.

Aus terminlichen Gründen wird der Stadtrat die Vergabe der Kulturförderpreise 2014 im Oktober 2014 beschließen.

 

Erstmals wird der Preis für Frauen in Wissenschaft und Kunst vergeben:

Ausgezeichnet werden Dr. Sabine Amslinger und Dr. Babett Edelmann-Singer. Die Stadt lobt seit 2014 in der Regel alle zwei Jahre den pro Preisträgerin mit 15 000 Euro dotierten Regensburger Preis für Frauen in Wissenschaft und Kunst aus. Der Preis wird für herausragende Leistungen in den Abschlussarbeiten zu den höchsten Qualifikationsstufen der jeweiligen Hochschule oder in Kooperationsprojekten zwischen Unternehmen und Regensburger Hochschulen verliehen. Das Preisgeld steht den Preisträgerinnen als Projektförderung zur Verfügung.

Die ersten gleichrangigen Trägerinnen des Preises sind Dr. Babett Edelmann-Singer für ihre Habilitationsarbeit „Koina und Concilla. Genese, Organisation und sozialökonomische Funktion der Provinziallandtage im römischen Reich“ und Dr. Sabine Amslinger für ihre Habilitationsarbeit „Modulation of the Reactivity and Biological Activity of Enones“.

Die Preise werden am 21. November 2014 im Rahmen einer Festveranstaltung im Reichssaal überreicht.