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Rötz: Patient ergreift die Flucht – nächtliche Suche mit Hubschrauber

Die Polizei in Waldmünchen berichtet von einer nächtlichen Suchaktion bei Rötz. Nachdem ein 31-Jähriger Klinikpatient in der Nacht von Mittwoch (11.7.) auf Donnerstag (12.7.) nicht von einem Ausgang zurückgekehrt war, wurde die Polizei eingeschaltet. Schließlich konnte der Mann auch gefunden werden. Jedoch scheinbar nur, weil auch ein Hubschrauber an der Suche beteiligt war. Der 31-Jährige wehrte sich dann auch noch mit Schlägen und Tritten. Schließlich wurde er mit Hilfe der Polizei ins Krankenhaus gebracht.

Der Polizeibericht:

Ein 31-Jähriger, welcher in einer Klinik im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Waldmünchen untergebracht war, kehrte von einem Ausgang nicht mehr zurück. Die Klinik schaltete hierauf die Polizei ein nachdem im Raum stand, dass sich der Vermisste zum einen etwas antun könnte und er sich zudem durch das eigenmächtige Fernbleiben von der medizinischen Betreuung selbst weiter gesundheitlich schädigen würde.

Im Rahmen geführter Aufenthaltsermittlungen durch die Polizei Waldmünchens wurde durch die Streife u.a. die frühere Wohnung aufgesucht und in dieser zunächst Licht und die Anwesenheit einer Person festgestellt. Kurze Zeit später verließ eine Person fluchtartig durch einen Stachelbuschbewuchs das Anwesen in Richtung angrenzendes Maisfeld. In einer kurzen Momentaufnahme konnte die Person als der Gesuchte festgestellt werden; die jedoch auf den Anruf: Halt ! Polizei ! Stehen bleiben ! – nicht reagierte. Die Verfolgung mußte mangels Sichtkontakt durch die Streife zunächst erfolglos abgebrochen werden. Es konnte noch ein kurzes Rascheln im Pflanzenbewuchs festgestellt werden. Die Absuche im Nahbereich verlief zunächst ergebnislos.

Über die pol. Einsatzleitung wurden Streifen aus Waldmünchen, Furth in Wald, Cham sowie aus Neunburg vorm Wald zusammengezogen und das Gebiet umstellt. Seitens der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz wurde ein Polizeihubschrauber mit Nachtsichtfähigkeit und Wärmebildkamera angefordert. Dieser konnte den Gesuchten im umstellten Suchbereich feststellen und führte die Einsatzkräfte per Funk zum Gesuchten. Dieser lag gut getarnt zwischen Erdwallung und Pflanzen auf dem Boden und stellte sich leblos. Er wäre so durch die Einsatzkräfte vermutlich nicht festgestellt worden, wäre man nur vielleicht einen Meter an ihm vorbeigegangen. Durch den fokussierenden Lichtstrahl des Hubschraubers konnte er jedoch durch die Einsatzkräfte erkannt werden. Der Gesuchte lag am ganzen Körper zitternd am Boden, gab sich zunächst sehr geschwächt; wechselte dann aber schlagartig in ein Treten und Schlagen nach den Einsatzkräften und mußte daher vorübergehend gefesselt werden. Beim „Vermißten“ konnten Anzeichen für eine Unterkühlung sowie einer Intoxikation festgestellt werden. Deswegen wurde der Notarzt und der RTW umgehend nachalarmiert. Nachdem sich der 31jährige gegen die Untersuchung und ärztliche Betreuung wehrte mußte dieser zunächst weiter gefesselt bleiben, damit die Helfer in ihren Bemühungen um den u.a. unterkühlten Vermißten nicht gefährdet wurden. Nach den notwendigen ärztlichen Maßnahmen vor Ort wurde der 31jährige ins KKH Cham mit Polizeibegleitung gebracht.

Die Angehörigen wurden noch in der Nacht vom Auffinden ihres Verwandten verständigt. Dieser verbleibt vorab in medizinischer Obhut.

PM/MF