Roding: „Eierattentat“ auf Pfarrheim verübt

„Süßes sonst gibt’s Saures“ – ein Spruch, der für Stadtpfarrer Holger Kruschina Wahrheit wurde. Denn der Geistliche wurde beworfen. Nicht er, nein, sein Pfarrheim direkt am Rodinger Marktplatz. Die Täter: unbekannt. Ihre Waffen: Zehn Eier, rohe Eier.

Es waren die Ministranten, die nach ihrer Allerheiligen-Tour gegen 19.30 Uhr den Schaden entdeckten. Eine Ministrantin rief gleich die Polizei. Die stellt, wie es seitens der Polizei heißt, keine Straftat fest. Mit einem Wasserschlauch bewaffnet machten sich insgesamt fünf Messdiener gleich noch in der Halloweennacht an die Arbeit und säuberten das, was andere mutwillig verschmutzten. Das ist Courage! Für Pfarrer Kruschina bleibt die Enttäuschung, dass andere nicht vor dem Hab und Gut des Nächsten Halt machen. Er äußert sich für uns in folgendem Schreiben:

 „Sie hatten wohl nichts Saures dabei, drum gab es Eier. Am Abend des 31.10. – wir feiern den hl. Wolfgang bzw. den Vorabend zu Allerheiligen – lassen es sich manche nicht nehmen, anderen das sogenannte „Halloween-Fest“ aufs Auge zu drücken. Nun, den Lauf der Welt hält man nicht auf, das weiß ich selber. Ich brauche auf keine solche Feier gehen und Kinder, die sich nach meiner Ansicht im Datum – es ist ja weder Fasching noch Sternsinger – geirrt haben, darf ich wie jeden Menschen an meiner Haustür freundlich aber bestimmt abweisen. Aber erstens habe ich für die Verweigerung von „Halloween“ nichts „Saures“ verdient. Der nächste kommt und möchte nach mexikanischer Sitte am Friedhof eine Party für die Toten feiern; der wirft mir dann auch noch vor, dass ich mit meiner frommen Andacht an Allerheiligen ihm die Stimmung verderbe!

Und zweitens: An der Pfarrheim-Tür KANN niemand öffnen. So sind die zehn rohen Eier, die an der Fassade gelandet sind, zwar polizeilich keine Sachbeschädigung, dafür aber einfach ein großes Ärgernis. Am selben Tag war ich zur Krankenkommunion gegangen und einer der Besuchten hatte mir von der russischen Kriegsgefangenschaft und der täglichen Ration von nur 200 gr Brot erzählt – was bedeuten für einen Hungrigen zehn Eier?!“

MK