Regensburger ist neuer Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft

Im Rahmen der 25. Jahrestagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft, die am 5. Oktober 2016 in Essen stattfand, wurde Professor Dr. Bernhard Banas zum Präsidenten der DTG ernannt. Zu Beginn seiner dreijährigen Amtszeit richtet er einen dringenden Appell an die Öffentlichkeit: „Wir haben in der Transplantationsmedizin schon sehr viel erreicht. Nach wie vor haben wir aber einen dringenden Diskussions- und Handlungsbedarf. Im internationalen Vergleich sind unsere Patienten auf den Wartelisten zur Organtransplantation im Nachteil.“

800 Transplantationsmediziner aus dem deutschsprachigen Raum nahmen an der Jahrestagung teil. Die inhaltlichen Schwerpunkte des Kongresses reichten in diesem Jahr von der Nutzung marginaler Organe über die Bedeutung der Transplantationsinfektiologie bis hin zur Weiterbildung zum Transplantationsmediziner – eine künftige Zusatzbezeichnung für Ärzte als Beleg der besonderen Schulung und fachlichen Qualifikation. Die Tagung bot mit vielen Themen rund um die Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge bei Organtransplantationen die Möglichkeit, vorhandenes Wissen zu vertiefen bzw. neue Erkenntnisse zu gewinnen. Zudem wurden auf dem Kongress Fragen der gesetzlichen, ethischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Transplantationsmedizin beleuchtet.

 

 

Die Transplantationsmedizin in Deutschland

Viele Patienten, wenig Spenderorgane – so stellt sich die Lage der Transplantationsmedizin in Deutschland aktuell dar. Laut Jahresbericht der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden 2015 insgesamt 3.777 Organe bundesweit übertragen, darunter 691 Organe von Lebendspendern. Die Zahl der Menschen, die auf ein Spenderorgan warten, liegt deutlich höher: 10.238 Patienten waren 2015 in Deutschland auf der Warteliste und hofften auf eine Transplantation – viele von ihnen vergeblich.

Im Transplantationszentrum Regensburg wurden im vergangenen Jahr etwa 50 Nieren-, 40 Leber-, 10 Herz- und fünf Bauchspeicheldrüsentransplantationen durchgeführt. 600 Patienten des UKR stehen momentan auf der Eurotransplant-Warteliste für ein neues Organ. Die mittlere Wartezeit für beispielsweise eine neue Niere beträgt derzeit zwischen acht und zehn Jahre. Für etwa acht Prozent der Wartelisten-Patienten des UKR waren solche Wartezeiten in den letzten Jahren zu lang – sie mussten ohne Transplantation wieder abgemeldet werden. Entweder verstarben sie während des Wartens auf ein neues Organ oder ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich zwischenzeitlich so sehr, dass eine Transplantation nicht mehr möglich war. Deutschlandweit verstirbt so alle vier Stunden ein Wartelistenpatient vor Organtransplantation. „2015 kam auf zwei erfolgreiche Transplantationen eine Abmeldung von der Warteliste, weil nicht rechtzeitig geholfen werden konnte“. erklärt Professor Dr. Bernhard Banas. „Mein Ziel als Präsident der DTG ist es, künftig wieder mehr Patienten helfen zu können. Dazu braucht es Vetrrauen in die Transplantationsmedizin.“

Pressemitteilung UKR/MF