Regensburg: Winterschäden in Feld und Wald

Bei einem Spaziergang durch den Wald könnte der geneigte Wanderer derzeit beinahe auf die Idee kommen, dass der Kalender lügt: Fast herbstlich sehen die Bäume noch aus, die Temperaturen kann man nicht einmal mit viel Fantasie als frühlingshaft bezeichnen. Für den Menschen ist der lange Winter unangenehm, für Waldtiere kann er sogar tödlich sein, verrät uns Heinz Joachim Daschner.
Viele Jungtiere, die Anfang des Jahres geboren wurden, könnten durch die kalten Temperaturen verendet sein, meint der Experte. Da kein Schnee den Waldboden bedeckt, können die ausgewachsenen Tiere aber schon wieder ihr Futter finden.

Auch für die Holzwirtschaft kann der ungewöhnliche Winter zu Problemen führen. Hier sind es allerdings eher die derzeit recht feuchten Böden, die vom schweren Gerät zerstört werden können.
Große Schäden an der Ernte sind für viele Landwirte ein absoluter Albtraum. Johann Mayer vom bayerischen Bauernverband begutachtet ein Feld nahe Kallmünz. Ihm macht der deutliche Gelbstich vieler Pflanzen Sorgen: Ein Pilz ist dafür verantwortlich. Er schwächt die Pflanzen, für die jetzt vor allem erneuter Schneefall fatal wäre. Doch laut Johann Mayer war der letzte Winter viel schlimmer als dieser: Trotz hohen Tagestemperaturen 800.000 Hektar Fläche wurden damals „ausgewintert“. Solche dramatischen Zustände sind in diesem Jahr wohl nicht zu erwarten. Auch beim Spargel ist dieses Jahr einiges anders: Zwar erwartet niemand größere Ausfälle, jedoch ist laut einigen Spargelbauern auch der pünktliche Start der Spargelsaison noch fraglich. 05/04/2013 MF