Regensburg: Warnstreik im ÖPNV am Freitag

Am Freitag, 9. Oktober 2020, ruft ver.di zu einem bundesweiten Streik im Tarifkonflikt ÖPNV auf. Auch in Regensburg werden deshalb wieder zahlreiche Busse ausfallen. Gestreikt wird für einen bundesweiten Rahmentarifvertrag, welcher unter dem Stichwort „Entlastung für die Beschäftigten“ vereinbart werden soll. Bislang lehnen die Arbeitgeber auf Bundesebene die Tarifverhandlungen ab.

Im Tarifkonflikt im Nahverkehr geht es um die Arbeitsbedingungen. ver.di fordert bundesweit einheitliche Regelungen in Fragen wie Nachwuchsförderung, Entlastung sowie den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste.

Gerade die Fahrerinnen und Fahrer sind durch Schichtdienste und der Abhängigkeit von den Fahrplänen besonderen Belastungen ausgesetzt. Ihre Schicht kann zu jeder Tages- und Nachtzeit beginnen und mit Unterbrechungen bis zu 14 Stunden dauern. Sie arbeiten in der Regel an über 35 Sonntagen im Jahr. Ein gesundheits- und familienverträglicher Rhythmus ist so nicht möglich. Besonders in Ballungsräumen verschärft sich die Belastung weiter: Hier führen der knapp bemessene Fahrplan, hohes Verkehrsaufkommen und steigende Fahrgastzahlen zum Verschwinden der Pausen. Oft bleibt nicht mal Zeit, um auf die Toilette zu gehen.

Streik wird bis mittags andauern

Die Busfahrerinnen und Busfahrer die bei das Stadtwerk Regensburg. Mobilität GmbH angestellt sind werden am Freitag ab Betriebsbeginn 04:00 Uhr bis 12.00 Uhr streiken. Somit entfallen alle Fahrten des Stadtbusverkehrs (inklusive Schulbusverkehr). 

„Klar ist für uns, dass wir nicht die Fahrgäste sondern die Arbeitgeber bestreiken möchten“ so Patrick Rostek, ver.di Gewerkschaftssekretär für den Verkehr. „Ganz besonders liegen uns natürlich die Schülerinnen und Schüler am Herzen. Leider ist es uns nicht möglich den Hinweg zur Schule zu ermöglichen, umso wichtiger ist es uns die Schülerinnen und Schüler am Freitag aber in ihr freies Wochenende zu fahren! Die Busfahrerinnen und Busfahrer in Regensburg sind daher bereit ab 12 Uhr die Arbeit wieder aufzunehmen.“

 

das Stadtwerk.Mobilität bedauert die durch den Streik entstehenden Unannehmlichkeiten für die bis zu 90.000 Fahrgäste, die jeden Tag in den gelben Bussen des Stadtwerks unterwegs sind.

Auch für die Zeit nach 12 Uhr, also dem angekündigten Ende des Warnstreiks, ist mit Einschränkungen zu rechnen.

„Wenn ab 12 Uhr wieder der Betrieb aufgenommen wird, gehen wir davon aus, dass erst ab ungefähr 13 Uhr wieder alle Verbindungen nach Fahrplan bedient werden können. Somit hoffen wir, zumindest alle Schülerinnen und Schüler sicher ins Wochenende befördern zu können. Wir haben uns ein anderes Vorgehen der Gewerkschaft gewünscht, zumal wir die Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Fahrerinnen und Fahrer durch einen einheitlichen Tarifvertrag in diesem Sommer massiv verbessert haben. Leider können wir die Einschränkungen am Freitag nicht mildern und bitte unsere Fahrgäste um Verständnis“, so Stadtwerk-Geschäftsführer Manfred Koller.

 

Gartenamt streikt mit

Die Beschäftigten der das Stadtwerk Regensburg. Fahrzeuge und Technik GmbH, die unter anderem die Buswerkstätte in Regensburg betreibt sowie auch die Beschäftigten im Gartenamt der Stadt Regenburg befinden sich aktuell in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich daher entschlossen am Freitag den 09.10.2020 in den ganztägigen Warnstreik zu treten und beteiligen sich an der Kundgebung der Regensburger Busfahrerinnen und Busfahrer. „Auch die Beschäftigten des Gartenamtes der Stadt Regensburg wollen zeigen, dass sie hinter den Forderungen stehen und ein angemessenes Angebot der Arbeitgeber erwarten. Ohne die Kolleginnen und Kollegen wären die ausgiebigen Grünanlage und tollen Bepflanzungen innerhalb der Stadt nicht denkbar!“, erklärt ver.di Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner. „Applaus reicht nicht um Mieten in Regensburg zu bezahlen!“

 

ver.di Oberpfalz / das Stadtwerk.Regensburg / MB