Regensburg: Schläger am Bahnhofsareal festgenommen

Am Montag (04.02.19) sollen zwei abgelehnte Asylbewerber im Umfeld des Regensburger Hauptbahnhofes auf mehrere Personen eingeschlagen haben. Sie sind noch am Montagabend verhaftet worden. Die beiden Tatverdächtigen werden wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen geklagt. 

Pressemitteilung der Regierung der Oberpfalz bezüglich des Asylstatusses:

Beide Tatverdächtige reisten im Jahr 2015 als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland ein und wurden zunächst in Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht. Die ausländerrechtliche Zuständigkeit für die beiden tatverdächtigen Personen liegt zwischenzeitlich bei der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) der Regierung der Oberpfalz. Beide Personen werden von priorisiert behandelt, um eine Abschiebung – wenn die rechtlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind – sobald wie möglich zu vollziehen. Da beide Personen einen unterschiedlichen ausländerrechtlichen Status besitzen und in unterschiedlichen Unterkünften untergebracht waren, gehen wir nachfolgend einzeln auf die beiden Tatverdächtigen ein:

  • Der 19-jährige Tatverdächtige hat am 21.12.2015 einen Asylantrag gestellt. Dieser wurde mit BAMF-Bescheid vom 26.05.2017 abgelehnt. Hiergegen wurde Klage beim VG Regensburg am 30.05.2017 eingereicht. Die Entscheidung ist bisher noch nicht rechtskräftig. Während des laufenden Asylverfahrens vor den Verwaltungsgerichten bzw. dem Verwaltungsgerichtshof ist der Aufenthalt des Tatverdächtigen nach §  55 AsylG gestattet. Eine Abschiebung kann erst nach rechtskräftigem Abschluss des Asylverfahrens erfolgen. Untergebracht war dieser Tatverdächtige seit Erreichen der Volljährigkeit in einer dezentralen Unterkunft des Landratsamtes Regensburg.
  • Der 18-jährige Tatverdächtige hat am 10.11.2015 einen Asylantrag gestellt. Dieser wurde mit BAMF-Bescheid vom 26.04.2017 abgelehnt. Hiergegen wurde Klage beim VG Regensburg am 05.05.2017 eingereicht; die Klage wurde am 04.12.2018 abgewiesen. Hiergegen wurde Antrag auf Zulassung der Berufung beim VGH München am 11.01.2019 gestellt. Aufgrund heutiger Nachfrage durch die ZAB haben wir die Mitteilung erhalten, dass der VGH den Antrag auf Zulassung zwischenzeitlich abgelehnt hat. Die Mitteilung über den Eintritt der Rechtskraft der ablehnenden Entscheidung haben wir ebenfalls heute durch das BAMF erhalten. Maßnahmen zur Vorbereitung der Abschiebung wurden bereits eingeleitet. Eine Abschiebung kann dann in Absprache mit der Staatsanwaltschaft vollzogen werden, ggf. jedoch erst wenn ein möglicher strafrechtlicher Prozess stattgefunden hat oder ggf. ein Teil einer möglichen Haftstrafe verbüßt ist. Dieser Tatverdächtige war zuletzt, seit Erreichen der Volljährigkeit, einer Gemeinschaftsunterkunft mit Sicherheitsdienst im Landkreis Regensburg zugewiesen.

Nachtrag:

Den beiden Tatverdächtigen werden in vier Fällen Körperverletzungsdelikte zum Nachteil von vier Personen im Alter zwischen 25 und 75 Jahren vorgeworfen. Bei den Geschädigten handelt es sich um zwei Deutsche sowie einen deutsch-irakischen und einen syrischen Staatsangehörigen.

Am Dienstagnachmittag erfolgte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Regensburg die Vorführung der beiden Männer mit afghanischer Staatsangehörigkeit vor den Ermittlungsrichter am Amtsgericht Regensburg. Dieser erließ nach Würdigung der Gesamtumstände jeweils Haftbefehle gegen die Tatverdächtigen wegen Fluchtgefahr. Der Tatvorwurf lautet gefährliche Körperverletzung in vier Fällen.

Nach Erlass der Haftbefehle werden die beiden Männer nun in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Die umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg zu den genauen Tatabläufen und dem Motiv dauern an. In enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden wird derzeit auch der ausländerrechtliche Status der beiden Männer geklärt.

Die Polizei bittet Zeugen, welche auf die Angriffe aufmerksam geworden sind, dringend um eine Kontaktaufnahme mit den Ermittlern. Zudem werden Personen, die in den Abendstunden bis gegen 20:45 Uhr im Bahnhofsumfeld von Regensburg von zwei arabisch aussehenden jungen Männern angepöbelt oder angegriffen wurden, dringend gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Hinweise oder Mitteilungen werden unter der Tel.-Nr. 0941/506-2888 oder persönlich bei jeder anderen Polizeidienststelle entgegen genommen.

Erstmeldung vom 5. Februar 2019:

Am 04.02.2019, ging gegen 19:50 Uhr eine Mitteilung bei der Polizei ein, dass zwei junge Männer mit arabischen Aussehen vor den Arcaden einen 53-jährigen Passanten angegriffen haben sollen. Dieser erlitt dabei leichte Verletzungen. Nach der Tat flüchteten die beiden Angreifer.

Etwa eine halbe Stunde später ist ein 75-jähriger Passant am Busbahnhof Albertstraße angepöbelt und umgestoßen worden. Der Geschädigte erlitt dabei eine Fraktur und musste stationär in ein Krankenhaus gebracht werden. Ein 25-jähriger Mann kam dem Senior zu Hilfe und wurde von zwei Tätern ebenfalls mit Schlägen leicht verletzt.

Wenige Minuten später attackierten zwei junge Männer einen 49-jährigen Mann am Bahnhofsvorplatz, der anschließend ambulant ärztlich versorgt wurde.

Gemeinsam konnte die Bundes- und Landespolizei gegen 20:45 Uhr zweit tatverdächtige Männer mit afghanischer Staatsangehörigkeit im Alter von 18 und 19 Jahren am Bahnhof festnehmen.

Die polizeiliche Sachbearbeitung übernahm die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg, in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg. Die Ermittlungen gegen die beiden Männer, die zur Tatzeit alkoholisiert waren, werden aufgrund des augenscheinlichen Zusammenwirkens wegen gefährlicher Körperverletzung in mindestens vier Fällen durchgeführt.

Die Polizei bittet Anwohner oder Passanten, die auf die geschilderten Angriffe aufmerksam geworden sind, dringend um eine Kontaktaufnahme mit den Ermittlern. Zudem werden Personen, die in den Abendstunden bis gegen 20:45 Uhr im Bahnhofsumfeld von Regensburg von zwei arabisch aussehenden jungen Männern angepöbelt oder angegriffen wurden, dringend gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Hinweise oder Mitteilungen werden unter der Tel.-Nr. 0941/506-2888 oder persönlich bei jeder anderen Polizeidienststelle entgegen genommen.

Polizeimeldung PI Oberpfalz