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Regensburg: RVB setzt auf umweltfreundlichen ÖPNV

Im Frühjahr 2017 hat die Regensburger Verkehrsbetriebe GmbH (RVB), eine Tochter der Stadtwerke Regensburg GmbH (SWR), in elf neue Omnibusse mit Euro-6-Schadstoffnorm investiert, seit Anfang Mai ist die Elektrobusflotte „emil“ auf der Altstadtbuslinie unterwegs. Um über ihre Busbeschaffungsstrategie zu informieren und den offenen Austausch mit Umwelt- und Verkehrsverbänden sowie weiteren Interessensgruppen zu fördern, lud die RVB am Mittwoch, 17. Mai, zusammen mit dem SWR-Aufsichtsrat zur gemeinsamen Diskussion ein. 

 

„Der öffentliche Personennahverkehr hat in Regensburg einen hohen Stellenwert. Deshalb ist es wichtig, die technischen Potenziale zugunsten der Umweltfreundlichkeit unserer Fahrzeugflotte auszuschöpfen“, erklärt Bürgermeister Jürgen Huber. Ein Grund dafür, dass bei der RVB jährlich rund zehn Prozent der 112 Omnibusse umfassenden Fahrzeugflotte gegen Neufahrzeuge getauscht werden. Dafür investieren die Regensburger Verkehrsbetriebe jährlich mehrere Millionen Euro.

Auch in diesem Jahr hat die RVB elf neue Busse gekauft, die der Euro-6-Schadstoffnorm entsprechen, neun Altfahrzeuge konnten ausgemustert werden. „Dieselbetriebene Euro-6-Motoren entsprechen dem derzeit höchsten Stand der Technik. Sie gelten als extrem sauber und senken die Schadstoffgrenze auf ein Minimum“, so der RVB-Geschäftsführer Manfred Koller. „In Zahlen bedeutet das eine Senkung der Emissionswerte von Stickoxiden um 80 Prozent im Vergleich zur Euro-5-Norm.“ In den vergangenen Jahren konnte die RVB mehr als ein Drittel der dieselbetriebenen Busse ihrer Flotte auf Fahrzeuge mit Euro-6-Motoren umstellen.

„Um auch bei den älteren Modellen alle Potenziale auszuschöpfen, haben wir im Jahr 2016 28 Euro-3-Busse durch neue Abgasfilter auf Euro-4-Norm umgerüstet. Alle RVB-Busse sind somit auf dem Niveau der grünen Umweltplakette“, betont der RVB-Betriebsleiter Frank Steinwede. Die Busflotte der Regensburger Verkehrsbetriebe ist damit vollständig für die Befahrung der geplanten Umweltzone zulässig.

Fünf Elektrobusse auf der Altstadtlinie unterwegs 

Anfang Mai fiel nach umfangreichem Testbetrieb der offizielle Startschuss für die neue Elektrobusflotte auf der Altstadtbuslinie. Mit den fünf wendigen „emil“-Bussen betreibt die RVB die erste Elektrobuslinie in Bayern. Durch den Betrieb mit 100 Prozent Ökostrom der REWAG sind die E-Busse schadstofffrei unterwegs, das Lärmaufkommen ist stark reduziert. „Dies ist ein wichtiger Schritt für die Attraktivität unserer Altstadt. In Sachen Umweltbilanz sind wir mit „emil“ unschlagbar gut unterwegs“, betont Bürgermeister Jürgen Huber.

Manfred Koller ergänzt: „Auch wenn in der Pilotphase am Anfang nicht immer alles reibungslos verläuft, die Investition in moderne Antriebstechniken ist uns wichtig, um eine verantwortungsvolle Zukunft aktiv mitzugestalten. Gerne würden wir die gesamte Busflotte sukzessive auf Elektrobetrieb umstellen. Doch das geht nur, wenn die Hersteller entsprechend serienreife und alltagstaugliche Standard- und Gelenkomnibusse anbieten und die Umstellung nicht zu Lasten der Fahrgäste geht.“

Sein Geschäftsführerkollege Olaf Hermes fügt hinzu: „Derzeit kostet ein Elektro- oder Hybridbus mehr als das Zweieinhalbfache eines herkömmlichen Busses mit dieselbetriebenem Euro-6-Motor. Eine komplette Umstellung ist daher zum jetzigen Zeitpunkt trotz Zuschüssen nicht bezahlbar.“


Video: Die ersten Elektrobusse fahren bereits durch Regensburg.

ÖPNV in Deutschland: Stand der Technik

Jens Schmitz, ein Vertreter des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV), kennt die Thematik und weiß wie es in anderen Städten in Deutschland aussieht: „Die Probleme sind überall die gleichen. Die Technik bei den Elektrobussen steht noch am Anfang. Man darf nicht vergessen, dass der ÖPNV an sich schon sehr umweltfreundlich ist. Damit auch in Zukunft die Fahrgäste dem ÖPNV treu bleiben oder sogar umsteigen, muss die Zuverlässigkeit gewährleistet sein. Die RVB betreibt mit der Einführung der neuen WelterbeLinie eine der größten Batteriebusflotten in Deutschland und leistet somit Pionierarbeit. Dabei unterstützt sie aktiv die Weiterentwicklung im Bereich Elektromobilität.“

RVB: Strategischer Ausblick

Der Betriebsleiter der RVB Frank Steinwede blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Wir haben die Ökologie fest im Blick und werden auch im kommenden Jahr auf weitere Euro-6-Dieselbusse setzen, um wieder elf Altfahrzeuge, die der Euro-4-Abgasnorm entsprechen, ausmustern zu können.“ Die RVB ist laufend im Dialog mit den Herstellern und möchte auch künftig weitere Fahrzeugmodelle in Testfahrten im Linienverkehr erproben. „Mittelfristiges Ziel ist die Umstellung einer bedeutenden Stadtlinie auf E-Bus Betrieb, wenn die Wirtschaftlichkeit und die betriebliche Zuverlässigkeit gewährleistet ist“, so RVB-Geschäftsführer Manfred Koller.

Pressemitteilung/MF