Regensburg: Prozess gegen Wenzenbachs Ex-Bürgermeister – Voll auf Kämmerer verlassen?

Gemeinsam mit seinem Kämmerer soll der frühere Bürgermeister von Wenzenbach (Landkreis Regensburg) rund 80 000 Euro veruntreut haben. Von Mittwoch (09.00 Uhr) an muss sich der 66-Jährige vor dem Amtsgericht Regensburg wegen Untreue in vier besonders schweren Fällen verantworten. Laut Anklage geht es dabei um die Auszahlung von Geld für nicht genommene Urlaubstage und nicht korrekt abgeführte Lohnsteuer.

Der frühere Bürgermeister räumte die Vorgänge zum Prozessauftakt am Mittwoch zwar grundsätzlich ein, gab aber an, er habe sich damals voll und ganz auf seinen Kämmerer verlassen.

Dieser war bereits Ende Juni zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden und muss zudem 10 000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Er hatte in dem Verfahren ein Teilgeständnis abgelegt.

 

 

Großes Vertrauen untereinander?

Der frühere Bürgermeister räumte die Vorgänge zum Prozessauftakt zwar grundsätzlich ein. Er gab dabei aber an, er habe sich damals voll und ganz auf seinen Kämmerer verlassen. «Ich habe ihm so vertraut, dass ich nichts geprüft habe», gab der 66-Jährige am Mittwoch zu Protokoll.

Prozess gegen den ehemaligen Bürgermeister von Wenzenbach

Juni: Kämmerer mit Teilgeständnis

Video: Wir haben den Prozess in Regensburg bereits vor einigen Monaten verfolgt.

Ein erster Prozessanlauf gegen den Ex-Bürgermeister war im Juli gescheitert, weil der zuständige Richter erkrankt war. Nun hat das Amtsgericht insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird Ende September erwartet.

dpa/MF