Regensburg: Polizei stellt Sicherheitsbericht vor

Auch im Jahr 2016 hatte es die Regensburger Polizei neben ihren täglichen Aufgaben mit her-ausragenden Ereignissen zu tun. Beispielhaft erwähnt seien hier die polizeilichen Maßnahmen nach dem „Kommt morgen um 17 Uhr Meggi in Arcaden“-Post in den Sozialen Medien, drei Tage nach dem Amoklauf in München sowie die Bedrohungslage in der Otto-Schwert-Mittelschule.


Bild: Einige wichtige Kennzahlen aus dem Sicherheitsbericht zusammengefasst

Gesamtzahlen:

Im Bereich der Gesamtstraftaten ohne Verstöße nach dem Aufenthaltsrecht kann ein Rück-gang von -6,2% im Vergleich zum Vorjahr vermeldet werden. Mit 12.916 Straftaten wurde die niedrigste Kriminalitätsbelastung der vergangenen fünf Jahre registriert. Dabei konnte erstmals die Marke von 13.000 Straftaten unterschritten werden.  Die Häufigkeitszahl der Stadt Regensburg ging mit 8.879 für das Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr um -8,2% zurück.

Aufklärungsquote:

Mit 59,5% geklärten Straftaten ohne Aufenthaltsrecht gelang 2016 die höchste Aufklärungs-quote im Fünfjahresvergleich. Dieser Wert ist in Anbetracht dessen, dass die Gesamtstraftaten im vergangenen Jahr zurückgingen, umso erfreulicher.

Betrachtung einzelner Deliktsbereiche:

Diebstahlskriminalität:

Die Diebstahlskriminalität nahm 2016 einen Anteil von 41,7% an den Gesamtstraftaten ohne Aufenthaltsrecht ein. Sie entwickelte sich jedoch mit einem Rückgang von -15,1% auf 5.385 Straftaten positiv im Vergleich zum Vorjahr, wo die Anzahl der Delikte bei 6.340 lag. Im Fünfjahresvergleich gelang es hier erstmals die Diebstahlsbelastung unter die Marke von 6.000 Fällen zu senken. Auch in der Innenstadt setzte sich dieser positive Trend fort. Mit 942 Taten in diesem Bereich konnte man im Fünfjahresvergleich erstmalig unter 1.000 Taten bleiben.

Fahrraddiebstahl:

In diesem Deliktsfeld konnte mit 1.147 registrierten Fällen der deutlichste Rückgang zum Vorjahr um festgestellt werden (2015: 1458 Fälle/2016: -21,3% oder -311 Straftaten) Diese positive Entwicklung wird durch die Regensburger Polizei auch mit der Gründung der Ermittlungsgruppe Fahrrad im März 2016 begründet.  Die Bekämpfung des Fahrraddiebstahls im Stadtgebiet hat trotz des deutlichen Rückgangs nach wie vor Priorität.

Diebstahl an/aus Kfz:

Im Jahr 2016 wurden 540 Fälle zur Anzeige gebracht, exakt so viele wie im Vorjahr. 35% der Diebstähle an/aus Pkw im Bereich der Oberpfalz wurden im Stadtgebiet Regensburg verübt. Ein Anreiz wurde hier bei der Betrachtung des Deliktsfeldes durch zurückgelassene Gegen-stände in den Fahrzeugen geschaffen.

Daher ergeht der dringende Appell, Wertgegenstände bei Verlassen des Fahrzeugs nicht sichtbar zurück zu lassen, denn GELEGENHEIT MACHT DIEBE !!!

Wohnungseinbruchdiebstahl:

Auch im Bereich der Wohnungseinbrüche zeigte sich mit 166 Fällen in der polizeilichen Kri-minalstatistik keine Veränderung zum Vorjahr und ein kontinuierlicher Anstieg seit 2012.

Die Zahl der im Jahr 2016 angezeigten Einbrüche lässt mit 117 Straftaten einen deutlichen Rückgang von -45,6% zum Vorjahr erkennen, 2015 lag die Zahl der Anzeigen bei 215.

Diese gegensätzliche Entwicklung ist der deutschlandweit einheitlichen Erfassung in der poli-zeilichen Kriminalstatistik geschuldet. Eine Meldung erfolgt erst nach Abschluss der polizeili-chen Ermittlungen. Dies führte dazu, dass Wohnungseinbruchdiebstähle aus dem 4. Quartal 2015 in die Statistik 2016 mit einflossen.

Zur Vorbeugung von Wohnungseinbrüchen durch bauliche Sicherungsmaßnahmen stehen die kriminalpolizeilichen Fachberater zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter:  www.polizei-beratung.de  www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Einbruchschutz

Des Weiteren setzt die Regensburger Polizei auf die Mithilfe aus der Bevölkerung und bittet darum verdächtige Wahrnehmungen zu Personen oder Fahrzeugen zeitnah mitzuteilen.

Betäubungsmittelkriminalität:

Die Deliktszahlen stiegen in diesem Bereich um +10,4% im Vergleich zum Vorjahr auf 817 Fälle an.
Auch in Bayern und im Regierungsbezirk Oberpfalz stiegen die Aufgriffszahlen, was zum einen für eine hohe Kontrolldichte und zum anderen für eine entsprechende Verfügbarkeit illegaler Drogen spricht.

Mit 14 Drogentoten im Jahr 2016 im Stadtgebiet Regensburg sank die Anzahl um 3 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Die Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität mit ihren Auswirkungen auf die Gesamt-kriminalität wird auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt der Regensburger Polizei darstellen.

Neben der Repression ist die Polizei auch präventiv, z. B. an Schulen, tätig, um den jungen Menschen die Folgen dieser Suchterkrankung näher zu bringen.

Gewaltkriminalität:

Hier stiegen die Delikte von 2015 mit 405 Taten auf 2016 mit 440 Taten um +8,6% an.
Dieser Negativtrend zeigte sich auch oberpfalz- und bayernweit.

Bei 74,5% der 440 Fälle handelte es sich um gefährliche und schwere Körperverletzungen. Unter diesen Deliktsbereich fallen unter anderem auch Tötungs- und Raubdelikte sowie Ver-gewaltigung und sexuelle Nötigung.

Ca. 30% aller Körperverletzungsdelikte wurden in der Innenstadt begangen. Allerdings sind die Fallzahlen hier nach wie vor deutlich unter den Werten der Jahre 2012-2014. Alkohol spielte hier eine nicht unerhebliche Rolle.

Straßenkriminalität:

Dieser Deliktsbereich umfasst Raub- und Sexualdelikte, gefährliche und schwere Körperver-letzungen, Diebstähle und Sachbeschädigungen, die auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln begangen werden. Diese Taten beeinflussen das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in besonders hohem Maße.

In den vergangenen fünf Jahren bewegte sich die Anzahl der Delikte immer bei ca. 3.000. 2016 konnte diese Marke mit 2.830 Fällen erstmalig unterschritten werden, im Vergleich zum Vorjahr um -10,5%.

Auch im Bereich der Innenstadt konnte mit 572 Delikten der niedrigste Wert im Fünfjahres-vergleich und ein Rückgang von -84 Fällen zum Vorjahr festgestellt werden.

Während die Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen im Jahr 2016 rückläufig waren, war ein starker Anstieg im Bereich der sonstigen Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plät-zen zu verzeichnen. Von 252 Fällen im Jahr 2015 stieg dieser Bereich um +25,8% auf 317 Taten im Jahr 2016 an.

 

Video: Unser TV-Beitrag zum Thema

PM/MF